Zum ERsten mal allein zu hause - so gewöhnt man katzen ans alleinbleiben

Wenn man den ganzen Tag über arbeiten muss und trotzdem Katzen halten möchte, müssen sich unsere Samtpfoten zwangsläufig ans Alleinsein gewöhnen. Dies geht natürlich am besten, wenn man zwei oder mehrere der verspielten Racker hat. Eine Katze allein kann sich hingegen schnell langweilen und einsam fühlen. Dies gilt ganz besonders für reine Wohnungskatzen.
Ansonsten können und wollen sich unsere Katzen auch selbst beschäftigen, das ist ihr Naturell! Beim Spielen, Jagen und Versteckspielen trainieren unsere Vierbeiner nicht nur ihre Sinne, die Katze-Mensch-Beziehung wird auch gestärkt. Denn wieder zu Hause, warten entspannte Stubentiger auf Sie, die jetzt mit wohltuendem Schnurren ihre Streicheleinheiten einfordern und dabei zufrieden von ihrem Tag „erzählen“.

Selbst Schlafen ist gemeinsam schöner!


Im Doppelpack ist alles leichter
Aufgrund ihrer ganz individuellen Art wurde unseren Rackern lange Zeit unterstellt, sie seien Einzelgänger – das Gegenteil ist jedoch der Fall! Es gibt für Katzen nichts Schöneres als zusammen zu spielen, zu kuscheln, zu raufen, zu jagen oder Abenteuer zu erleben! Und selbst noch so tolle Zweibeiner können einem Stubentiger nicht den Artgenossen ersetzen. Während Wildkatzen wirklich Einzelgänger sind, die sich nur zur Paarungszeit miteinander abgeben, haben unsere Hauskatzen in den vielen Jahrtausenden der Domestikation gelernt, emotionale und soziale Bindungen einzugehen. Und so leben selbst verwilderte Hauskatzen in Gruppen zusammen.
Auch wenn wir auf den Rat gehört haben, dass man Katzen zumindest im Doppelpack halten sollte, um ihnen ein artgerechtes Leben zu bieten, wird uns anfangs sicherlich das schlechte Gewissen plagen und uns Fragen beschäftigen wie: Fühlen sich meine Lieblinge nicht im Stich gelassen, wenn ich Arbeiten gehe? Behandle ich sie schlecht, wenn ich sie für Stunden allein lasse? Doch in der Regel kann die unternehmungslustigen Racker recht unkompliziert ans Alleinsein gewöhnen.

Beste Voraussetzung – die Wohnung als Katzenparadies
Wichtig ist hierbei, dass die kleinen Abenteurer sich auch ohne Ihre Anwesenheit beschäftigen und ihre Grundbedürfnisse stillen können. Damit Sie als Mensch also nicht vermisst werden, muss die Wohnung katzentauglich ausgestattet werden:
– Am besten mehrere saubere Toiletten anbieten. Viele Katzen benutzen mit Vorliebe ein noch unbenutztes Katzenklo und bevorzugen darüber hinaus ihre ganz eigene Toilette.
– Genügend Wasser und Futter bereitstellen. Damit Futter nicht schlecht werden kann oder unkontrolliert auf einmal gefressen wird, empfehlen sich Futterautomaten mit Timerfunktion. So stellt es für die Racker schon ein kleines Abenteuer dar, diesen Automaten zu belauern und darauf zu warten, wann er die feinen Sachen freigibt. Da Katzen dazu neigen zu wenig zu trinken, stellt man am besten mehrere Wassernäpfe an unterschiedlichen Stellen auf – wenn dann nur aus Neugier schon einmal überall geschleckt wird, ist schon viel gewonnen. Außerdem muss die Rasselbande nicht dursten, falls beim wilden Spiel mal ein Wassernapf umgeworfen wird. Wichtig ist auch, Futterstelle und Katzentoilette räumlich zu trennen, denn darauf legen die anspruchsvollen Samtpfoten großen Wert.
– Spannende Möglichkeiten zum Spielen und Entdecken gehören auf jeden Fall auch zum Unterhaltungsprogramm. Hierzu eignen sich sehr gut gemütliche Plätzchen am Fenster – draußen ist ja immer etwas los – oder erlebnisreiche Kratzbäume mit unterschiedlichen Klettermöglichkeiten, Höhlen, Ausgucken und Verstecken. Auch vorbereitete Spielmöglichkeiten machen unsere unternehmungslustigen Stubentiger glücklich: Ob es sich dabei um Futterbälle handelt, mit denen man sich stundenlang beschäftigen kann, um die Lieblingsleckerli herauszubekommen oder den klassischen Karton, den man nicht nur toll zum Spielen, sondern auch herrlich zum Wegratzen benutzen kann, ist völlig egal. Auch z.B. versteckte Kräuterkissen, die man erst einmal suchen und aufstöbern muss, sind eine schöne Abwechslung. Wer geht schon nicht gerne auf Schatzsuche?! Sehr beliebt sind auch die unterschiedlichen Intelligenzspielzeuge aus dem Handel – echte Langeweile-Killer – die im Wechsel angeboten, immer wieder die Neugier und das Interesse wecken. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. So sind unsere Vierbeiner nicht nur beschäftigt, sondern können im Spiel auch noch Tast- und Geruchssinn, Aufmerksamkeit und Geschicklichkeit trainieren und ihren Jagdtrieb ausleben.
– Bei soviel Abwechslung werden gemütliche Schlafplätzchen da mit großer Freude zum Ausruhen in Anspruch genommen.

Schrittweise an die Situation gewöhnen
Ist das Katzenparadies fertig eingerichtet, ist es meist nicht mehr schwierig, die Stubentiger ans Alleinbleiben zu gewöhnen. Dies gilt vor allem dann, wenn man sie schrittweise und schonend an die neue Situation gewöhnen kann. Das heißt, der Zweibeiner verlässt erst einmal nur für 30-60 Minuten die Wohnung – klappt das gut, vergrößert man die Zeitspannen der Abwesenheit kontinuierlich. So merken Ihre Tiere ganz behutsam, dass ihr Lieblingsmensch stets wiederkommst und das Alleinsein nichts Schlimmes ist. Bei Kätzchen, die in den ersten Lebensmonaten schlechte Erfahrungen gemacht haben und sich richtig davor fürchten, allein zu sein, muss man besonders behutsam vorgehen und sie mit einer zusätzlichen Portion Geduld und Verständnis an die neue Situation gewöhnen. Hier kann auch tierärztliche Hilfe sinnvoll sein, um dem kleinen Schatz die entwickelte Trennungsangst zu nehmen.

Yippie! - Mein Lieblingsmensch ist wieder da! 


Aber wie lange und ab welchem Alter kann ein verantwortungsbewusster Katzenfreund seine Stubentiger denn nun allein lassen?
Leider gibt es auf diese Frage keine allgemeingültige Antwort, denn unsere Katzen sind und bleiben individuelle Persönlichkeiten, die dadurch auch ihre ganz eigenen Bedürfnisse haben. Manche Samtpfoten kann man bereits im Alter von 4-5 Monaten gut allein lassen – aber bitte im Doppelpack (!!!) und vorausgesetzt natürlich, sie haben sich gut eingewöhnt und fühlen sich in ihrem neuen Zuhause rundum wohl. Andere Tiere finden es bis ins hohe Alter total blöd, allein zu sein, fügen sich jedoch brav in ihr „Schicksal“. Aber - anders als ein Hund - kann sich eine Katze lange und ausgiebig mit sich selbst beschäftigen.Viele Racker werden eine große Zeit des Wartens damit verbringen, ausgiebig zu ruhen und sich für die Zeit mit uns so richtig fit zu schlafen. Was allerdings nicht heißt, dass unsere unternehmungslustigen Stubentiger keine Unarten entwickeln können, wenn sie sich vernachlässigt fühlen. Wenn sie plötzlich in die Wohnung pinkeln, anstatt das Katzenklo zu benutzen, das Sofa zerkratzen und die Tapete misshandeln oder sich selbst das Fell ausrupfen, sind das typische Anzeichen dafür, dass unsere Lieblinge sich nicht wohl fühlen. Ihr „Fehlverhalten“ sollte daher auch auf keinen Fall bestraft werden! Sie tun dies nicht, um uns zu bestrafen, weil wir sie allein zurückgelassen haben, sondern ihre Taten sind Hilferufe: „Ich bin so alleine!“, „Mir ist soooo langweilig!“, „Ich bin ganz verzweifelt, wenn sich niemand um mich kümmert!“. Hier ist es an uns, dafür zu sorgen, dass sie sich wohlfühlen, wenn wir sie vorübergehend alleine lassen müssen.

Als Faustregel gilt:
Eine einzeln gehaltene Wohnungskatze nach Möglichkeit nur wenige Stunden alleine lassen und lieber für einen vierbeinigen Partner sorgen. Sind unsere Samtpfoten in Gesellschaft, ist in der Regel ein Arbeitstag von uns kein Problem für unsere Schätzchen.
Trotzdem machen Sie darauf gefasst, dass Ihre Wiedergutmachungsversuche bei Ihrer Rückkehr von den Rackern schamlos ausgenutzt werden – da heißt es schmusen, kuscheln, spielen und verwöhnen! Wie schön, wenn sich so auf einen gefreut wird!

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