Wichtige schutzimpfungen beim hund

eine mehr als sinnvolle Gesundheitsprophylaxe

Größe schützt vor Krankheit nicht! - Deshalb lässt auch Bull Mastiff "Leon" die Impfung klaglos über sich ergehen.

Staupe

Die Staupe ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung der Fleischfresser. Das Staupevirus (verwandt mit dem menschlichen Masernvirus) kommt in allen Ländern mit Hundehaltung vor und ist leider auch bei uns verbreitet. Durch konsequente Impfung ist die Zahl der erkrankten Tiere aber zum Glück stark zurückgegangen. Die Ansteckung erfolgt meist durch Kontakt von Hund zu Hund (Sekrete und Exkrete von erkrankten Tieren), kann aber auch indirekt durch Einschleppung mit Schuhen, Kleidung, Fressgeschirr oder über die Hände erfolgen. Außerdem können Marder und Frettchen die Krankheit übertragen. Erste Krankheitszeichen treten etwa nach einer Woche auf. Die Symptome hängen von Individuum, Alter und Immunkompetenz des Tiers und den betroffenen Organen ab. Erste Anzeichen sind in der Regel Fieber, Augen- und Nasenausfluss, Mattigkeit und Appetitmangel. Im weiteren Verlauf äußert sich die Staupe je nach Organbefall. Bei der „Darmstaupe“ leiden die Hunde an beinah unstillbarem Durchfall (wässrig bis blutig) und Erbrechen. Die „Lungenstaupe“ äußert sich in quälendem Husten, evtl. mit hochgradiger Atemnot, eitrigem Nasenausfluss und einer manifesten Lungenentzündung. Eine besonders gefürchtete Komplikation ist die sogenannte „nervöse Form“ der Staupe. Das Virus verursacht hierbei Schädigungen am Gehirn, die zu psychischen Veränderungen, Zittern, Drehbewegungen, Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen und Krampfanfällen, vergleichbar dem Erscheinungsbild der Epilepsie, führen. Ferner können die Haut (hochgradige Hautrötung mit Pustelbildung, v.a. am Unterbauch, an Schenkel- und Ohrinnenflächen), Pfoten und Nasenspiegel (Hyperkeratose -  starke Hornbildung an den Ballen und auf dem Nasenspiegel) und die Augen (Lichtscheue, Augenentzündungen, Hornhautgeschwüre, Erblindung) betroffen sein. Die Prognose muss äußerst vorsichtig gestellt werden. Sie ist von der Form und der Schwere der Erkrankung abhängig. Todesfälle sind häufig und Tiere, die die Krankheit überleben, behalten oft lebenslange Schäden wie Zahnschmelzdefekte (Staupegebiss), spröde, rissige Pfoten und unter Umständen Verhaltensstörungen zurück.

Hepatitis contagiosa canis (H.c.c.)

Nicht weniger gefährlich als die Staupe ist die Hepatitis contagiosa canis, eine ansteckende Leberentzündung. Erreger ist ein canines Adenovirus. Die Ansteckung erfolgt auf gleichem Weg wie bei der Staupe und auch die Symptome sind ähnlich. Die Tiere haben Fieber, verweigern die Nahrungsaufnahme, sind matt und leiden unter starken Bauchschmerzen. Viele Hunde, besonders Welpen, sterben in dieser Phase. In manchen Fällen tritt der Tod auch ganz plötzlich ohne vorherige Symptome ein, was von den Besitzern häufig als Vergiftung gehalten wird. Bei abwehrstärkeren Hunden kann es im weiteren Verlauf zu Erbrechen, Durchfall, Mandelentzündung mit schmerzhafter Lymphknotenschwellung, Ödeme an Kopf, Hals und Unterbrust, erhöhter Blutungsneigung, Lungenentzündung und Störungen des zentralen Nervensystems kommen. Bei Hunden, die die Krankheit überleben, besteht die Gefahr, dass eine chronische Hepatitis zurückbleibt, bleibende Hornhauttrübungen können ferner zur Erblindung führen.

Tollwut

Die Tollwut ist für alle Säugetiere – ebenso für den Menschen – lebensgefährlich! Das im Speichel befindliche Tollwutvirus wird hauptsächlich durch den Biss infizierter Füchse auf Haustiere wie Hund oder Katzen übertragen. Vorsicht aber auch bei anderen Wildtieren, z.B. dem Marder. Eine weitere Übertragungsmöglichkeit ist über die Schleimhäute durch das Fressen infizierten Fleisches gegeben. Das Virus greift das zentrale Nervensystem an und ruft Aggressivität (Beißwut, Raserei), Wesensveränderungen und Lähmungserscheinungen hervor. Fortschreitende Ruhelosigkeit, Gleichgewichtsstörungen gefolgt von Krämpfen und Lähmungen führen schließlich zum Tode. Der Mensch infiziert sich seltener an Füchsen (überfahrene Tiere nicht mit der bloßen Hand anfassen, besonders zutrauliche Wildtiere nicht streicheln!) als am Biss durch tollwutkranke Katzen oder Hunde. Aufgrund der enormen Gefahr für den Menschen gehört die Tollwut zu den anzeigepflichtigen Seuchen und unterliegt als solche der staatlichen Kontrolle. Falls sie den Verdacht haben, dass Ihr Tier Kontakt mit einem tollwutkranken Tier hatte, müssen Sie auf jeden Fall - schon im eigenen Interesse – umgehend einen Tierarzt aufsuchen. Für das weitere Vorgehen ist dann maßgeblich, ob das Tier eine gültige Impfung hat. Damit ein gesetzlich anerkannter Impfschutz besteht, darf die Impfung frühestens ab der 12. Lebenswoche erfolgen und muss mindestens 21 Tage und längstens um den Zeitraum zurückliegen, den der Impfstoffhersteller für eine Wiederholungsimpfung angibt. Behandlungsversuche sind bei tollwutkranken und tollwutverdächtigen Tieren aufgrund der Gefahr für den Menschen verboten. Tollwutverdacht besteht schon dann, wenn ein Kontakt mit einem tollwutkranken oder –verdächtigen Tier vermutet werden kann. In einem solchen Fall kann ohne nachweislichen  Impfschutz die Tötung des Tiers angeordnet werden. Die einzige Maßnahme Ihren Vierbeiner und damit sich selbst vor einer tödlichen Tollwuterkrankung zu schützen, ist die vorbeugende Schutzimpfung.

Parvovirose

Auch die Parvovirose ist eine hochgradig ansteckende Viruserkrankung. Canine Parvoviren, die Erreger dieser gefährlichen Krankheit, werden von erkrankten Tieren über längere Zeit massenhaft mit dem Kot ausgeschieden und sind in der Außenwelt sehr lang lebensfähig. Somit stellt nicht nur der direkte Kontakt mit einem erkrankten oder noch Viren ausscheidenden Tier und jedes „Hundehäufchen“ eine potentielle Ansteckungsquelle dar, auch über kontaminiertes Futter, Kleidung und Gegenstände kann sich ihr Hund infizieren. Die Krankheit beginnt mit hochgradiger Mattigkeit, Teilnahmslosigkeit, Appetitmangel, Bauchschmerzen und hohem Fieber oder Untertemperatur. Kurz darauf erbrechen die Tiere massiv, zunächst Reste der letzten Mahlzeit, bald nur noch Schleim und Galle. Hinzu kommt explosionsartiger, stinkender Durchfall, der anfangs wässrig ist, aber bald blutig wird und Darmschleimhautfetzen enthält. Durch Erbrechen und Durchfall verliert der Hund sehr schnell große Mengen Flüssigkeit, er leidet unter starkem Durst, ist aber in diesem Zustand meist schon zu geschwächt, um noch selbst zu trinken. Rasche Austrocknung führt zu einem deutlich sichtbaren Verfall und letztlich zum Tod. Selbst wenn bei den ersten Anzeichen der Krankheit tierärztliche Hilfe in Anspruch genommen wird, sind trotz aufwendiger Intensivmedizin besonders Jungtiere meist nicht zu retten. Bei sehr jungen Welpen kann die Infektion zum akuten Herztod führen, ohne dass die Welpen vorher Krankheitssymptome gezeigt haben. Tiere, die die Erkrankung überleben, können dauerhafte Herzschäden mit entsprechend eingeschränkter Leistungsfähigkeit zurückbehalten. Die Parvovirose wird gelegentlich auch als „Katzenseuche der Hunde“ bezeichnet. Das feline Parvovirus ist auch eng mit dem caninen Parvovirus verwandt. Es kann jedoch weder eine Katze einen Hund, noch umgekehrt ein Hund eine Katze, anstecken.  

Leptospirose

Eine weitere gefährliche Erkrankung ist die Leptospirose. Sie ist auch unter dem Namen Stuttgarter Hundeseuche oder Weil’sche Krankheit bekannt. Verursacher der Erkrankung sind bestimmte Bakterien, sogenannte Leptospiren. Infektionen mit Leptospiren sind vor allem unter wildlebenden Nagetieren (Ratten, Mäuse, Hamster) weit verbreitet. Sie beherbergen die Bakterien (Erregerreservoir), ohne jedoch zu erkranken und scheiden die Erreger mit dem Urin aus. Die Ansteckung unserer Hunde erfolgt entweder durch direkten Kontakt mit infizierten Wildtieren oder deren Urin, untereinander bei der Paarung, im Mutterleib, durch Bisse, über Hautwunden oder indirekt durch eine kontaminierte Umwelt: Wasser (Trinken aus kontaminierten Pfützen oder Gewässern!), Futter, Erde, Schlafstelle usw.. Leider kann sich auch der Mensch mit diesen Leptospiren infizieren, weshalb die Erkrankung als Zoonose bezeichnet wird. Meistens infiziert sich der Mensch aber nicht über unsere Hunde, sondern über kontaminiertes Wasser, wie z.B. in Badeseen, die mit dem Urin infizierter Nagetiere verunreinigt sind und in denen sich der Erreger in den warmen Sommermonaten lange hält. Die Krankheit beginnt oft mit abnormer Müdigkeit, plötzlicher Schwäche und schwankendem Gang. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es dann zu Fieber, Nahrungsverweigerung, teilweise unstillbarem Erbrechen, Durchfall (evtl. blutig), vermehrtem Durst und häufigem Harnabsatz. Seltener sind ZNS-Störungen, Kreislaufprobleme, Atemnot und Sehstörungen. Die Schädigung von Leber und Niere führt ohne Behandlung zum Versagen dieser Organe und somit zum Tod. Da die Leptospirose eine bakterielle Erkrankung ist, kann sie zwar mit einem Antibiotikum behandelt werden, die Erfolgsaussichten sind aber abhängig von Schweregrad und Verlauf der Nieren- und Leberschädigung.

Zwingerhusten

Anders als der Name vielleicht fälschlich vermuten lässt, können nicht nur im Zwinger gehaltene, sondern auch Wohnungshunde, an Zwingerhusten erkranken. Als Erreger kommen gleich eine ganze Reihe verschiedener Viren und Bakterien in Frage (z.B. Grippeviren, auch die menschlichen, und Bordetellen). Die Ansteckung erfolgt über eine Tröpfcheninfektion und erfasst schlagartig eine ganze Hundepopulation (Ausstellung, Hundeplatz, Hundeschule, Tierpension). Die Auswirkungen der Krankheit hängen ganz stark von den Umgebungsfaktoren (z.B. Haltung, Klima, individuelle Stresssituation und Alter, sonstige Erkrankungen) ab. Bei robusten Tieren stehen trockener Husten ohne oder mit unbedeutenden Allgemeinstörungen, seröser Nasenausfluss und eine Mandelentzündung im Vordergrund. In schwerwiegenderen Fällen kommt es zu Fieber, gestörtem Allgemeinbefinden, quälenden Hustenanfällen (der Besitzer hat den Eindruck, sein Tier versucht zu erbrechen), rapidem Leistungsabfall, Kehlkopfentzündung (keine Stimme mehr oder nur heißeres Bellen) bis hin zur schweren Lungenentzündung. Der Zwingerhusten verläuft selbst bei geschwächten oder jungen Tieren selten tödlich, doch kann sich die Erkrankung je nach Schweregrad und Art der beteiligten Erreger trotz tierärztlicher Behandlung über Wochen hinziehen. Grundimmunisierung und jährliche Impfauffrischung sind ratsam, bieten aber leider keinen 100%igen Schutz, da die Impfung gegen Zwingerhusten nur die wichtigsten der vielen in Frage kommenden Erreger abdecken kann. Sollte trotz Impfung ein Zwingerhusten zum Ausbruch kommen, ist der Krankheitsverlauf im Normalfall aber wesentlich milder als bei einem ungeschützten Hund. In Problembeständen empfiehlt sich der zusätzliche Einsatz intranasal anzuwendender Vakzine (spezielle Impfung in Form von „Nasentropfen“). Sie sehen, Impfschutz ist eine mehr als sinnvolle Gesundheitsprophylaxe, die beim Jungtier mit der Grundimmunisierung beginnt und über all die hoffentlich langen Lebensjahre erfolgen sollte.

Erhaten Sie hier allgemeine Informationen rund um das Thema Impfungen beim Hund!

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