Was will meine Katze mir sagen - „reden“ Katzen entsprechend ihres Charakters anders? 

Wenn unsere Samtpfoten uns etwas mitzuteilen haben, „reden“ sie mit uns durch Stimme, Körperhaltung,
Gestik und Mimik. Anfangs ist die Katzensprache für uns bestimmt nicht einfach, aber wer seinen Vierbeiner gut kennt,
wird ihn auch bald bestens verstehen.

Die Stimme

Katzen verfügen über ein äußerst reichhaltiges Repertoire an Lautäußerungen, mit denen sie sich verständigen, ja man kann sagen, unterhalten können. Da wird nicht einfach nur “Miau“ gesagt – Katzen können miauen, maunzen, schnurren, gurren, knurren, kreischend schreien und fauchen. Aber selbst ein Miau ist nicht gleich ein Miau – das Miau kann freudig, zufrieden, fragend, unzufrieden, vorwurfsvoll, ängstlich oder klagend sein, aber auch gelangweilt, rufend, aufgeregt oder erleichtert – ganz so, wie es unserem Vierbeiner gerade zumute ist. Manchmal wird das Miau auch in ein Mao, Mau oder nur kurz Ma verändert – Katzen sind schließlich kreativ. Miaut wird, um den Partner oder auch uns Zweibeiner zu rufen oder zu begrüßen. Unterhalten wird sich hingegen eher mit dem Maunzen – ganze Romane erzählen manche Stubentiger ihrem Menschen oder setzten es gekonnt zum Betteln ein.
Gurren und Knurren sind Abwandlungen des Miauens. Gurren kann richtiges Liebesgeflüster sein, mit dem auch wir Menschen in Schmusestunden beschenkt werden. Das Knurren hingegen lassen Katzen hören, wenn sie unsicher, erschrocken, ängstlich oder auch wütend sind. Hören Sie Knurrlaute, dann ist Vorsicht geboten, denn Ihr Vierbeiner kann dann echt sauer reagieren. Eine Steigerung ist das Fauchen – jetzt versteht er wirklich keinen Spaß mehr und signalisiert Angriffsbereitschaft, ein kräftiger Pfotenhieb oder ein schnelles Zubeißen sind nun nicht mehr weit.
Sind Katzen hingegen in großer Bedrängnis, leiden sie Not oder haben akute Schmerzen, wird es richtig laut. In diesen Situationen schreit die Katze richtig kreischend – hier ist schnelles Handeln angesagt, um das arme Tier aus seiner Notsituation zu befreien.
Weitaus entspannter und zufriedener geht es beim Schnurren zu, eine typische Katzeneigenart, die sich bei ihnen bereits vom 6. Lebenstag an entwickelt. Geht es einer Katze gut, wird geschnurrt, was das Zeug hält. Ein leises Schnurren ist eine behutsame Bitte, ein lautes ein dickes Dankeschön. Die Katzenmutter wiederum schnurrt, um ihre Kleinen zu beruhigen, die schnurrend antworten, dass es ihnen gut geht. Wo geschnurrt wird, ist ein rundum zufriedener und glücklicher Vierbeiner zu Hause.

Der Gesichtsausdruck

Katzen verfügen zwar nicht über solch eine breite Vielfalt an Gesichtsmimik, wie wir Menschen, haben aber dennoch für jede Stimmungslage einen spezifischen Gesichtsausdruck. Mit Hilfe von Augen, Ohren, Lippen, Tasthaaren und sogar der Stirn, kann dem Gegenüber ganz klar „gesagt“ werden, was Sache ist. 

Ist Ihre Katze entspannt, zeigt ihre Oberlippe keine Besonderheit und die Schnurrhaare stehen nur leicht gefächert zur Seite ab. Die Ohren sind dabei in Normalstellung und die Augen leicht geschlossen. Bei Aufregung hingegen – egal ob positiver oder negativer Natur – bekommt unser Vierbeiner „dicke Bäckchen“. Dieser Eindruck entsteht, weil sich die Schnurrhaare zur Seite und nach vorn stellen und dabei ganz breit gefächert sind – die sensiblen Tasthaare sind sozusagen auf Empfang gestellt. Ebenso die Ohrmuscheln, die jetzt gespitzt nach vorne gedreht werden, die Augen sind weit geöffnet. Hat Ihr Stubentiger allerdings Angst oder ist misstrauisch, so werden die Lippen zu einer dünnen Linie und die Schnurrhaare legen sich eng ans Gesicht, so dass sein Köpfchen schmal und spitz erscheint. Auch die Ohren werden mit dem Grad der Angst bzw. des Unmuts zunehmend flacher und entsprechend stark nach hinten angelegt, die Augen leuchten wach und funkeln abwehrbereit, die Pupillen sind groß.

Die Körperhaltung

Auch die Körpersprache unserer Samtpfoten spiegelt ihre Gefühlslage ganz deutlich wieder. Ein selbstsicherer und zufriedener Vierbeiner macht sich möglichst groß, der Kopf ist erhoben, die Beine scheinen zu wachsen, der Schwanz steht locker gestreckt nach oben mit sich leicht bewegender Schwanzspitze und der Rücken zeigt einen kleinen Katzenbuckel. In dieser Stellung umstreicht ein zufriedener Stubentiger z.B. freudig unsere Beine. Im Gegensatz dazu wird sich bei Scheu und Angst geduckt. Immer kleiner wird das Tier und bewegt sich möglichst niedrig und mit langem Körper. Im wahrsten Sinne des Wortes zu einer „haarsträubenden Situation“ kommt es hingegen, wenn sich Katzen bedroht fühlen, erschrecken oder gar selbst angreifen wollen. Da werden erregt die Haare am Rücken und Schwanz gestellt, der Katzenbuckel extrem hochgefahren und der Schwanz steif in die Höhe gerissen – allein diese imposante Haltung soll den Gegner bereits in Angst und Schrecken versetzten.

Die Gestik

Während Körperhaltung und Mimik automatisch von Gefühlen und Stimmungen ausgelöst werden, setzten Katzen ihre Gestik ganz gezielt ein, um Freude oder Wünsche zum Ausdruck zu bringen, Forderungen zu stellen, zu danken oder Warnungen auszusprechen. Jeder Katzenfreund kennt z.B. das Köpfchenreiben – eine Geste, die unsere Stubentiger einsetzten, um uns zu begrüßen, uns zu sagen, wie wohl sie sich mit uns fühlen, dass sie sich freuen und zufrieden sind. 


Katzen können also „reden“! Aber was wollen Sie uns mit ihrem Verhalten sagen, wenn wir beispielsweise nach Hause kommen? Was bedeutet es, wenn wir umgerannt, angestupst oder ignoriert werden? Sind wir womöglich sogar vermisst worden?
So verschieden und individuell Katzen sind, so unterschiedlich werden auch die Begrüßungen ausfallen. Typische Begrüßungen sind z.B. das Köpfchenreiben oder der Nasenstupser – hier sagt einem ein fröhlicher Stubentiger äußerst liebevoll, dass es einfach schön ist, dass man wieder da ist. Auch der freiheitsliebende Streuner wird sie sicherlich schnell mal so begrüßen, im nächsten Moment aber bereits den eindeutigen Hinweis geben, dass er nun unbedingt nach draußen „in die Freiheit“ will – und sei es nur auf den eingezäunten Balkon. Die Wichtigkeit dieses Wunsches wird oft mit einem fordernden Maunzen oder sogar dem Tatzen an die Tür unterstrichen. Seien Sie jetzt bitte nicht enttäuscht – natürlich liebt Sie der Kerl, aber erst muss nun der Freiheitsdrang gestillt werden. Danach wird man äußerst zufrieden viel Zeit für Sie haben. Eine Begrüßung, die uns gleichzeitig zeigt, dass der Tiger Schmuseeinheiten vermisst hat, ist das auf den Rücken rollen. Zum freudigen „Hallo“ kommt hier gleichzeitig noch die Aufforderung zum Kraulen – wenn da mal keine Schmusekatze dahintersteckt. Hier wird die Zeit des Wartens durch eine kleine „Katzenmassage“ bestimmt schnell vergessen sein. Werden Sie hingegen zur Begrüßung gleich einmal zärtlich angesprungen, hat wohl ein Spielratz sehnsüchtig auf Sie gewartet – ohne kleines Begrüßungsspiel wird dieser energiegeladene Stubentiger wohl keine Ruhe geben. Wartet aber ein kleiner Kampftiger ungeduldig auf Sie, kann es zur Begrüßung auch mal ein vorwurfsvolles Fauchen oder einen gereizten Pfotenhieb geben. Der durch Ihre Abwesenheit ausgebremste Tatendrang droht zu explodieren – gut, wenn Sie hier durch unwiderstehliche Entschuldigungsangebote (z.B. leckeres Katzenmahl, Lieblingsspiel) geschickt deeskalieren können. Kommt hingegen überhaupt niemand zur Begrüßung, fällt Ihr Tier wohl in die Kategorie Diva oder scheues Wesen. Die Diva kommt erst einmal aus reinem Protest nicht – Sie werden beleidigt ignoriert, auch wenn Sie noch so liebevoll rufen und locken. Wie konnten Sie sich auch so lange nicht um „Ihre Hoheit“ kümmern?! Da müssen Sie sich jetzt schon etwas einfallen lassen, um diese „Majestätsbeleidigung“ wieder gut zu machen. Das scheue Wesen kommt hingegen aus anderen Gründen nicht. Sie checkt zuerst einmal aus sicherer Position die Lage – wie ist die Stimmung, ist der geliebte Mensch allein, scheint alles in Ordnung? Wirkt alles vertraut, wird Ihrem lockenden Ruf sicherlich bald eilig gefolgt. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie neben der freudigen Begrüßung auch noch skeptisch beschnuppert werden – das scheue Wesen kontrolliert Sie lieber gründlich, um keine Überraschungen zu erleben. Regelrecht ungeduldig erwartet werden Sie dafür von einem Exemplar der Sorte Vielfraß bzw. Gourmet. Hier folgt dem Begrüßungsritual sicherlich auch ein lautstarker Miaukommentar und das entsprechende bettelnd um die Beine streichen. Der verfressene Genießer möchten schließlich ziemlich schnell Taten sehen, nachdem er so sehnsüchtig auf seinen „Dosenöffner“ gewartet hat. Und da Liebe ja bekanntlich durch den Magen geht, ….

Einen Freund begrüßen Katzen gerne mit einem Nasenstupser - eine Körpersprache, die auch dieser Hund prima versteht!

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