Trächtigkeit der Katze

Man betrachtet grübelnd seine Katze und denkt: Jetzt wird sie aber zu dick! Warum eigentlich? Sie hat doch nicht mehr gefressen als sonst. Hat sie auch nicht - sie ist "nur" trächtig! Ab dem 25.-30. Trächtigkeitstag fällt der birnenförmig vergrößerte Bauch auf und bereits in der Frühgravidität werden ihre Zitzen fest und rosig.

Diagnose per Ultraschall und Röntgenaufnahme
Ab etwa dem 20. Tag kann der Tierarzt per schonender Ultraschalluntersuchung die "freudige Botschaft" überbringen oder die "schlimmsten Befürchtungen" bestätigen.
Mit Hilfe der Röntgenaufnahme ist der Trächtigkeitsnachweis erst ab dem 50.-53. Tag möglich, dafür erkennt man auf dem Röntgenbild meist die genaue Anzahl der Früchte.

Trächtigkeitsdauer
Die Trächtigkeitsdauer liegt im Durchschnitt bei 62-65 Tagen und ist von der Rasse, Fruchtzahl und -größe abhängig. Extremwerte sind 58 und 71 Tage.

Fit und wendig trotz Trächtigkeit
Während der Gravidität verändern die Katzenmütter ihr Verhalten nicht wesentlich, sie werden vielleicht etwas ruhiger und unnahbarer. Und selbst hochtragende Tiere können genauso flink und zielgerecht springen wie im ingraviden Zustand, haben uns Menschen also einiges voraus.

Das Bäuchlein wächst
3 Wochen vor der Geburt kann man im Katzenbäuchlein schon richtig Leben fühlen und zusehen wie die Jungen strampeln. In den letzten 3 Tagen vor der Geburt vergrößert sich der Bauchumfang des Muttertiers in einem enormen Schub und die Milch "schießt" einen Tag vor dem Wurftermin "ein".

Bald geht's los
Die herannahende Geburt merken wir der werdenden Katzenmama in der Regel ganz deutlich an: Die Katze wird unruhig, verspürt den Drang zum Nestbau und inspiziert deshalb Schränke und Schubladen, wühlt im Wäschekorb auf der Suche nach einem "Wochenbett". Jetzt wird es Zeit, ihr ein Wurflager herzurichten. Ruhig, warm und halbdunkel sollte dieser Ort sein. Am besten eignet sich ein flacher Korb oder eine Kiste, in der sich die Katze ausstrecken und während der Geburt die Pfoten gegen die Wand stemmen kann. Hinein kommt ein festes Kissen eine dicke Lage Zeitungspapier und eine Lage sauberer Baumwolltücher. Viele Katzenmütter suchen vor und während der Geburt den engen Kontakt zum Besitzer, weshalb nicht selten das Schlafzimmer oder sogar das Bett von Herrchen oder Frauchen von der werdenden Katzenmutter als idealer Wurfort ausgesucht wird. Sorgen sie vor, indem sie ihr dort die Wurfkiste anbieten.


Geschafft!!! Müde freut sich diese Katzenmama über ihren Nachwuchs.

Die Geburt
Knapp vor der Geburt ist die Katze unruhig, hechelt, leckt vermehrt an der Vulva, wendet den Kopf rasch in Richtung Flanken und ihre Atemfrequenz ist durch die einsetzende Wehentätigkeit erhöht.
Während der Presswehen liegt die Katze auf der Seite, die Hinterextremitäten sind weggestreckt und häufig gegen die Wand der Wurfkiste abgestützt.
Bald wird die Fruchtblase sichtbar und die Austreibungsphase beginnt. Die Katze zieht die Jungen nicht, wie es bei der Hündin der Fall ist, aus dem Geburtskanal heraus. Befreit die Welpen aber, falls erforderlich, von den Eihüllen, beißt die Nabelschnur durch, leckt die Neugeborenen trocken und entfernt die Nachgeburt durch Zug an der Nabelschnur und frisst sie auf.
Die Jungen kommen im Abstand von 15 Minuten bis zu 2 Stunden zur Welt, es kann aber auch länger dauern. In den meisten Fällen sind nach 2-4 Stunden alle Welpen geboren, manchmal dauert die Geburt allerdings auch den ganzen Tag. Geburtshilfeleistung ist jedoch selbst dann in der Regel nicht nötig.

Das Säugen der Jungen
Die Milchsekretion setzt zumeist während der Geburt ein und wird durch das Saugen der Welpen reflektorisch stimuliert. Diese erste, dünnflüssige Milch nennt man Kolostrum. Sie ist für die kleinen Katzenwelpen lebenswichtig, denn sie enthält die Antikörper der Mutter, die die Abwehrkräfte stärken und die Neugeborenen vor Infektionen schützen. Nach wenigen Tagen wird die Kolostralmilch von der normalen Muttermilch ersetzt.

Hochleistungssportler Katzenmama
Im Gegensatz zur Gravidität, in der der Kalorienbedarf der Katze nur unwesentlich erhöht war, verbraucht sie durch das Säugen Kalorien wie ein Hochleistungssportler. Ein spezielles Futter mit erhöhtem Energie- und Vitamingehalt ist jetzt ganz wichtig, damit die Katzenmutter genügend Milch für die ständig hungrigen Mäuler hat und dabei selbst nicht zu stark abbaut.

Katzenmütter sind normalerweise zwar perfekt, manchmal brauchen sie aber doch unsere Hilfe. Ziehen sie deshalb auf jeden Fall ihren Tierarzt zu Rate und stellen sie ihm ihr Tier zum Gesundheitscheck vor, falls das Verhalten ihres Kätzchens während der Trächtigkeit, bei der Geburt oder danach irgendwie auffällig ist.

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