Tiere - Das ideale Weihnachstgeschenk?

Nein!!! Natürlich gibt es nichts schöneres als strahlende Kinderaugen beim Anblick eines niedlichen Hunde- oder Katzenwelpen, eines süßen Kaninchens oder pfiffigen Meerschweinchens unter dem romantisch geschmückten Tannenbaum. Aber solch ein Tier sollte ja nicht nur das Weihnachtsfest bereichern, sondern auch die nächsten 8 (Kaninchen, Meerschweinchen) - 16 (Hund, Katze) Jahre.

Weihnachtstipps Hund
Ganz entspannt genießt "Nikolaus Sammy" die Adventszeit. Ganz und gar nicht damit einverstanden wäre der selig schlummernde Cockerspaniel, wenn man ihn Heiligabend als Weihnachtsgeschenk präsentierte.

Den Entschluss, "Familienzuwachs" zu bekommen, sollte man nicht leichtfertig treffen. Wichtig ist vor allem, sich über alle Pflichten und auch Kosten zu informieren. Ein Tier ins Haus zu nehmen bedeutet Verantwortung zu übernehmen, jeden Tag, ein Tierleben lang. Da gibt es im Vorfeld viele Fragen zu klären: wer geht - bei jedem Wetter - mit dem Hund spazieren, wer kümmert sich um das Katzenklo, ist die Tierhaltung im Mietvertrag überhaupt erlaubt, wer kauft Futter ein, füttert täglich und sorgt für frisches Wasser, wer macht den Käfig sauber, ist für die Fellpflege zuständig (Perserkatzen müssen z. B. jeden Tag gekämmt werden), wo kann man das Tier unterbringen, wenn sie mal verreisen möchten, und sei es nur über's Wochenende, ist es o. k., dass "Struppi" mit schmutzigen Pfoten über den hellen Teppich läuft, "Mieze" am teuren Ledersofa die Krallen wetzt und "Hoppel" beim Spielen die Einstreu in seinem Käfig im ganzen Raum verteilt, wer pflegt ein krankes Tier, steht wegen des Durchfalls nachts mehrmals auf, putzt Erbrochenes weg, entfernt die ekligen Zecken, wer hat Zeit für die täglichen Streicheleinheiten und Schmusestunden...? 

Wie leicht unterschätzt man beim Anblick von ach so niedlichen Jungtieren das Ausmaß an Zeit, Arbeit und finanziellem Aufwand, den solch ein Vierbeiner mit sich bringt. Und hinterher es ist ja wohl eine mehr als unfaire Lösung, den lästig und anstrengend gewordenen Hausgenossen ins Tierheim abzuschieben, auszusetzen, weiterzuverkaufen oder zu verschenken. Unterschätzen sie auch die Tierarztkosten nicht. Selbst ein gesundes Tier muss jährlich geimpft und regelmäßig entwurmt werden, braucht Floh- und Zeckenschutz, hat mal Ohrmilben, weitere Kosten entstehen oft durch Zahnsteinentfernung oder Kastration. Informieren sie sich doch einfach bei ihrem Tierarzt über die anfallenden Routinekosten. Er berät sie auch gern bei ihrer Tier- oder Rassewahl und aus welcher Hand man das Wunschtier am besten bekommt

Wenn sie dem Tier hierbei einen Gefallen tun wollen, schauen sie sich unter den armen Kreaturen im Tierheim um, wollen sie sich auch einen Gefallen tun, seien sie bei dieser Entscheidung äußerst vorsichtig. Oft weiß man nicht, was diese abgeschobenen Tiere bereits hinter sich haben und vor allem welche psychischen und physischen Konsequenzen die nicht selten grausame Vergangenheit mit sich bringt (Angstbeißen, soziales Fehlverhalten, Aggressivität, stressbedingter Durchfall, Leckekzeme usw.). Lassen sie sich auch ausführlich über den Gesundheitszustand der Tiere aufklären! Bei Katzen gibt es z. B. Viruskrankheiten (FIP, Leukose, FIV), die ein Tier anfänglich völlig gesund erscheinen lassen, kommt die Krankheit jedoch zum Ausbruch, gibt es in der Regel trotz hoher Kosten keine Heilung und man verliert den liebgewonnenen Hausgenossen. 

Ein weiteres hohes Risiko besteht bei Hundeimporten aus südlichen Ländern (z. B. Spanien!). Auch hier lauern nicht selten Krankheiten (z. B. Babesiose, Leishmaniose, Ehrlichiose, Dirofilariose), die erst nach Monaten bis Jahren zum Ausbruch kommen. Selbst immenser diagnostischer und therapeutischer Kostenaufwand kann diese Hunde oft nicht retten. Außerdem besteht bei einigen Krankheiten eine nicht zu unterschätzende Ansteckungsgefahr für den Menschen.

Auch wenn ich bis hierher lauter Bedenken angemeldet habe, so will ich Ihnen auf keinen Fall von Tieren abraten, sondern sie nur bitten, Ihre Entscheidung mit Vernunft und Verantwortung zu treffen. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, wenn die Voraussetzungen stimmen, ist der vierbeinige Freund etwas wunderschönes und ich möchte ihn nicht mehr missen.

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