Tetanus beim hund

-SELTEN ABER GEFÄHRLICH

Tetanus beim Hund
Hunde gelten als wenig tetanusempfänglich, weshalb sie in der Regel nicht geimpft werden müssen

Es ist so schnell passiert: der Hund verletzt sich bei Stöckchenspielen im Maulbereich, tritt beim Sprung in den Bach in eine Scherbe, spießt sich einen Dorn ein oder bleibt beim Toben an etwas Scharfkantigem hängen. In der Regel bleibt dies ohne schwerwiegende Folgen. Aber - in wenigen Ausnahmefällen erfolgt durch solche Verletzungen die Infektion der Wunde mit dem Tetanuserreger.

Tetanus, auch Wundstarrkrampf genannt, ist eine häufig tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Clostridium tetani verursacht wird. Die äußerst widerstandsfähigen Sporen des Bakteriums kommen nahezu überall in der Umwelt vor, auch im Straßenstaub oder in der Gartenerde. Die Infektion erfolgt über das Eindringen dieser Sporen in eine Wunde – diese kann groß und gut sichtbar, aber auch bloß ein kleiner Kratzer sein, der kaum auffällt. Unter anaeroben Bedingungen (= unter Abwesenheit von Sauerstoff) entwickeln sich die Sporen zu Bakterien, die sich schnell vermehren und Giftstoffe, sogenannte Toxine produzieren. Das Toxin Tetanospasmin gelangt über die Nervenbahnen ins Rückenmark und Gehirn und schädigt dort die Funktion bestimmter Nervenzellen, wodurch es zu den für die Krankheit typischen Lähmungen und Muskelkrämpfe kommt. Das Toxin Tetanolysin wirkt hingegen herzschädigend.

Symptome

Die ersten Krankheitssymptome können Tage oder auch erst Wochen nach der Infektion auftreten. Beginnend mit leichter Schwäche, Unruhe, Muskelsteifheit und unkoordiniertem Gang bis hin zu Krämpfen, Muskelspasmen und Atembeschwerden. Typisch bei schwerem Verlauf ist eine Verkrampfung der Gesichtsmuskulatur, Kiefersperre, eine sägebockartige Haltung durch tonische Muskelanspannung der langen Rückenmuskulatur sowie eine ausgeprägte Schreckhaftigkeit und Geräuschempfindlichkeit der Tiere. Die Krämpfe dauern 1-2 Minuten und werden von kleinsten äußeren akustischen, mechanischen und optischen Reizen ausgelöst. Durch die Beteiligung der Atemmuskulatur kann es zum Atemstillstand kommen.

Diagnose

Die Diagnose von Tetanus wird aufgrund des typischen klinischen Befundes gestellt. Bei nicht eindeutigen Symptomen, muß eine Vergiftung mit krampfauslösenden Substanzen ausgeschlossen werden.

Therapie

Rechtzeitig erkannt, ist Tetanus behandelbar. Die Behandlung besteht in der Verordnung absoluter Ruhe in einem abgedunkelten Raum, um die Krampfanfälle möglichst zu vermeiden. Zusätzlich erfolgen hochdosierte Serumgaben zur passiven Immunisierung. Die Gabe eines spezifischen Antibiotikums soll die weitere Toxinbildung in der Wunde verhindern. Medikamente zur Beruhigung und Muskelentspannung unterstützen die Therapie. Eine Heilung hängt von der Schwere der Symptome ab. Da die Wirkung des Toxins zeitlich begrenzt ist, können sich die erkrankten Tiere vollständig erholen, wenn es gelingt, die lebensnotwendigen Funktionen zu erhalten. In der Regel dauert diese intensivmedizinische Versorgung mehrere Wochen.

Prophylaxe

Generell ist es wichtig, jede Verletzung gründlich zu versorgen. Hierzu gehören eine gute lokale Wundtoilette und die Gabe eines entsprechenden Antibiotikums, um eventuell eingedrungene Clostridien direkt abzutöten.
Eine Impfung als Schutz vor Tetanus ist auch möglich, wird meistens aber nicht vorgenommen, da die Erkrankung bei Hunden sehr selten auftritt. Für Menschen oder beispielsweise Pferde stellt der Wundstarrkrampf hingegen eine ernstzunehmende Gefährdung dar – hier muß unbedingt geimpft werden.

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