Spulwürmer - Keine Winterpause!

Viele Parasiten reagieren sehr empfindlich auf winterliche Temperaturen und brauchen deutliche Plusgrade, um überleben zu können. Anders die Eier der Hunde- und Katzenspulwürmer, die eine außergewöhnliche Resistenz gegenüber Umwelteinflüssen haben - bereits bei wenigen Graden oberhalb des Gefrierpunktes können sie monatelang infektiös bleiben, bei hoher Luftfeuchtigkeit sogar jahrelang.

Spulwürmer sehen aus wie ein Stück Spaghetti, sind 5-18 cm lang und leben im Dünndarm von Hund und Katze (= Wirtstier). Ein Spulwurmweibchen kann jedes Gramm Kot des infizierten Tieres mit bis zu 700 Eiern pro Tag kontaminieren. Unsere Vierbeiner nehmen die Wurmeier dann leicht beim Spaziergang durch Schnuppern auf (andere Übertragungsmöglichkeiten bestehen durch das Fressen eines infizierten Zwischenwirts, z.B. Maus, durch die vorgeburtliche Larvenübertragung vom Muttertier auf die Welpen und die Larvenübertragung durch die Muttermilch). Aber nicht nur Freigänger sind gefährdet, auch reine Wohnungstiere können sich mit Wurmeiern infizieren, die z.B. durch verschmutzte Schuhe in die Wohnung getragen wurden. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die sich nach einer Körperwanderung im Wirtstier zu den adulten Würmern entwickeln und am Tag mehrere hunderttausend Eier legen. Die Larven können sich auch in der Muskulatur einnisten, als sogenannte „Ruhelarven“ dort verweilen und jederzeit wieder mobilisiert werden (z.B. während der Trächtigkeit).

Gerade für Welpen kann ein Befall mit Spulwürmern ernsthafte Folgen haben. Was mit zunehmend struppigem Fell, Husten, Erbrechen, einem aufgetriebenen Bauch, schleimig-blutiger Durchfall oder Verstopfung durch Spulwurmknäule im Darm beginnt, entwickelt sich bei starkem Wurmbefall durch das Blutsaugen der Würmer im Darm zu einer Blutarmut (Anämie), Vitaminmangel, zu Apathie, Futterverweigerung, Abmagerung und Entwicklungsstörungen. Bei Welpen kann starker Wurmbefall sogar zum Tod führen, denn sie verfügen über weit weniger Abwehrkräfte als widerstandsfähige, ausgewachsene Hunde oder Katzen und können Blut- und Nahrungsverluste durch Wurmbefall besonders schlecht ausgleichen.

Auch in der kalten Jahreszeit sollte man sein Tier vor Spulwurmbefall schützen

Abgesehen von den Folgen für unser Haustier, können Spulwürmer leider auch vom Tier auf den Menschen übertragen werden – man spricht von einer Zoonose. Die Übertragung der Wurmeier erfolgt in der Regel unbemerkt, z.B. beim Streicheln oder Schmusen. Gelangen die Eier dann über den Mund in den Körper, können aus den verschluckten Hundespulwurmeiern im Darm des Menschen Larven schlüpfen. Diese passieren die Darmschleimhaut und gelangen über den Blutweg in die verschiedenen Organe, wo es zu Schädigungen kommen kann. Betroffen sind vor allem Leber und Lunge. Eine Weiterentwicklung der Wanderlarven ist im Menschen als Fehlwirt nicht möglich, die Larven können jedoch sehr lange (bis zu 7 Jahre) im Gewebe überleben. Die meisten Infektionen verlaufen ohne Symptome. Treten durch die Toxocarose, wie die von Spulwürmern verursachte Erkrankung heißt, Symptome auf, so sind diese sehr uneinheitlich. Die Anzeichen reichen von Fieber, Husten, Bauchschmerzen bis hin zu Entwicklungsstörungen und Sehstörungen.

Sie sehen sicherlich wie wichtig es ist, ihren vierbeinigen Freund und sich selbst vor Wurmerkrankungen zu schützen. Dies gilt besonders für Kinder, die oft ein noch innigeres Verhältnis zu ihrem Spielkameraden Tier haben. Regelmäßiges Entwurmen von Hunden und Katzen – auch in der kalten Jahreszeit – ist hier die beste Gesundheitsprophylaxe.

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