Schmerzmitteltherapie bei hund und katze

So herrlich relaxed schmusen kann man nur ohne Schmerzen!


Schmerzzustände sind für den Körper „erlernbar“, d. h. wiederholt auftretende Schmerzen führen zu intensiverem und längerem Schmerzempfinden, da die Schmerzschwelle herabgesetzt wird. Deshalb ist eine frühzeitige und ausreichende Schmerzbekämpfung mit Medikamenten wichtig.

Ziel der medikamentösen Therapie:

  • Linderung der Schmerzen
  • Verbesserung der Lebensqualität von Tier und Tierbesitzer
  • Vermeiden von weiteren Schäden

Bei der Schmerzbekämpfung unterscheidet man:

  • Analgetika = Stoffe, die die Schmerzempfindung unterdrücken
  • Antiphlogistika = Pharmaka zur Linderung, Beseitigung oder Unterdrückung entzündlicher Reaktionen

Unterschiede im Medikamenteneinsatz bei Mensch und Tier

Da schmerz- und entzündungshemmende Medikamente beim Mensch so häufig eingesetzt werden, sind sie praktisch in jedem Haushalt zu finden. So ist die Versuchung für den Tierbesitzer oft groß, seinem Tier bei Schmerzen schnell selbst aus der Hausapotheke zu helfen. Aber Vorsicht! Unsere Vierbeiner sind keine kleinen Menschen! Selbst die gutgemeinte Säuglingsdosierung kann daher schlimme Folgen haben.

Alle Medikamente müssen - vergleichbar mit Nahrungsmitteln - im Körper zerkleinert, abgebaut, verstoffwechselt werden. Nur so können sie wieder ausgeschieden werden, nachdem sie ihre Wirkung getan haben. Geschieht dies nicht, häufen sie sich im Körper an, können all ihre Nebenwirkungen frei entfalten und massive Schädigungen und Vergiftungen zur Folge haben. Für Abbau (Biotransformation) und Ausscheidung (Elimination, Exkretion) sind bestimmte Stoffwechselwege und Enzyme notwendig, über die aber nicht jede Tierart verfügt bzw. deren Aktivität sehr unterschiedlich sein kann.

So können Medikamente, die beim Menschen hervorragend helfen, beim Tier absolut kontraindiziert sein und schlimmstenfalls zu bleibenden Schäden oder gar zum Tod führen. Selbst zwischen Hund und Katze gibt es gravierende Unterschiede – so fehlt der Katze beispielsweise die Möglichkeit ausreichend zu Glucuronidierung (ein Stoffwechselweg, der in der Leber stattfindet). Medikamente oder Substanzen, die über diesen Stoffwechselweg ausgeschieden werden, können somit für die Katze tödlich sein – z. B. Paracetamol, Teebaumöl.

Die Wirkung von Medikamenten ist von Eigenschaften wie der Aufnahme, Verteilung und Bindung im Körper abhängig, im weiteren von der Biotransformation, also dem Abbau, und der Ausscheidung. Auch hierbei gibt es große tierartliche Unterschiede und Unterschiede zum Menschen. Diese Unterschiede haben Einfluss auf die Dosierung eines Arzneimittel, wie oft es am Tag genommen werden muss, auf die Art der Nebenwirkungen und Verträglichkeit usw. Neben den tierartlichen Unterschieden spielen innerhalb einer Tierart auch das Alter des Tieres, das Geschlecht und sein Gesundheitszustand (besonders Erkrankungen von Leber und Nieren) eine ganz entscheidende Rolle. Nicht vergessen darf man auch, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu berücksichtigen und Gegenanzeigen zu beachten (z. B. andere Erkrankungen, Trächtigkeit).

Sie sehen, wie kompliziert der wirkungsvolle Einsatz von Medikamenten ist und wie viel Fachwissen und auch Erfahrung er voraussetzt. Behandeln Sie Ihr Tier deshalb bitte nicht leichtfertig selbst, sondern lassen Sie Ihren Tierarzt eine konkrete Diagnose stellen, nach der er dann ein für Ihr Tier sinnvollen und passenden Therapieplan aufstellen kann.  

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