ASPERGILLOSE - Schimmelpilzinfektion Beim hund 

Schaut her - meine lange Nase ist kerngesund!

Erreger dieser Erkrankung sind Schimmelpilze, sogenannte Aspergillen (häufigster Erreger „Aspergillus fumigatus“). Schimmelpilze kommen überall im Erdboden, auf verrottenden Pflanzen, in der Luft und auch in Wohnräumen, z. B. in der Blumenerde von Zimmerpflanzen vor. In den Körper gelangen sie entweder über die Atemluft, oral oder über kleine Verletzungen bzw. über durch bakterielle Infektionen vorgeschädigte Regionen der Haut oder der Schleimhäute. Von klinischer Bedeutung bei den Schimmelpilzinfektionen ist vor allem die Rhinitis mycotica oder Aspergillose – die Schimmelpilzinfektion der Nasenschleimhaut.

Symptome

Typisch für diese aggressive Erkrankung sind ständig zunehmendes Niesen, Husten und Würgen bei schleimig-eitrigem Nasenausfluss. Je nach Lokalisation der Pilzinfektion ist der Nasenausfluss ein- oder beidseitig. Die Nasenlöcher sind durch den Ausfluss stark verkrustet und verklebt – bei fortgeschrittener Erkrankung entstehen nicht selten Geschwüre im Bereich des Nasenspiegels. Häufig kommt es durch das zerstörende Pilzwachstum zu starkem Nasenbluten. Atembeschwerden und Leistungsabfall sind Folgeerscheinungen. Auch Entzündungen der Bindehaut mit deutlichen Tränenspuren können durch Verstopfung des Tränennasenkanals hinzukommen. Wird eine Aspergillose zu spät erkannt, zerstört sie die Nase und geht schließlich aufs Gehirn über. Von der Krankheit betroffen sind gehäuft relativ junge, männliche Hunde um die 3 Jahre mit rassebedingt längerer Schnauze – wie etwa Schäferhund, Labrador und Golden Retriever, Border Collie, Setter.

Diagnose

Die sichere Diagnostik ist bei dieser Erkrankung nicht immer ganz einfach: Eine serologische Untersuchung, die den Antikörper-Titer gegen den Schimmelpilz nachweist, ist leider nicht immer aussagekräftig - so kann ein positiver Titer auch von einer überstandenen älteren Infektion herrühren, während die aktuellen Symptome eine ganz andere Ursache haben. Umgekehrt gibt auch ein negativer Titer keine Sicherheit, dass es sich nicht um eine Pilzinfektion handelt, da der Titer erst im Verlauf der Erkrankung positiv wird.Die mykologische Untersuchung einer Tupferprobe erweist sich ebenfalls häufig als falsch negativ, da es durch die hochgradige Entzündung der Nasenschleimhaut automatisch auch zu einer bakteriellen Infektion kommt. Die Pilzkultur kann dadurch bakteriell überwuchert werden.

Ein verlässliches Ergebnis bringt hingegen in den meisten Fällen die Zytologie und die pathohistologische Untersuchung einer Biopsie. Hierzu ist eine sogenannte Rhinoskopie notwendig – in Narkose wird ein Endoskop in die Nasengänge des Hundes eingeführt und die entsprechenden Proben von den betroffenen Stellen für eine Gewebeuntersuchung entnommen. In etwa 70 % der Fälle werden bei der Rhinoskopie auch die typischen mykotischen Plaques sichtbar. Bildgebende Verfahren wie Röntgen und CT ermöglichen die genaue Lokalisation und das Ausmaß der Erkrankung festzustellen.

Therapie

Als Therapie der Wahl gilt die Nasenspülung mit einem lokal wirksamen Antimykotikum (Wirkstoff: Clotrimazol). Hierzu werden dem narkotisierten Tier spezielle Katheter in die Nase eingeführt und die Nasenhöhlen eine Stunde lang bei vollständiger Rotation des Patienten gespült. Der Hund wird dazu alle 15 Minuten um 90° gedreht, so dass alle 4 Quadranten der Nase optimal mit der Spüllösung in Kontakt kommen.
Gegen die bakterielle Sekundärinfektion werden zusätzlich spezielle Antibiotika gegeben. 

Bei einer unkomplizierten Aspergillose reicht diese aufwendige Prozedur in der Regel zur vollständigen Heilung aus. In hartnäckigen Fällen muss die Spülung gegebenenfalls wiederholt werden, um einen vollständigen Rückgang der Symptome zu erreichen. In sehr schweren Fällen kann zusätzlich die begleitende orale Gabe eines Pilzmedikaments erforderlich sein.

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