reisekrankheit dirofilariose - herzwurmkrankheit

Leishmaniose Infektionskrankheit beim Hund – endlich ist eine Impfung möglich
Urlaub im Süden, wie herrlich – aber bitte gut geschützt!

Die Herzwurmkrankheit, medizinisch Dirofilariose, wird durch die Fadenwurmart „Dirofilaria immitis“ verursacht. Übertragen wird der Blutparasit durch Stechmücken. Diese nehmen beim Saugen an einem infizierten Tier die im Blutstrom kreisenden sogenannten Mikrofilarien (Larven) auf. Nach einer Weiterentwicklung der Larve in der Stechmücke, werden die infektionstüchtigen Larven dann durch einen erneuten Saugakt auf weitere Hunde (= Wirtstier) übertragen.

In der Unterhaut des Tieres entwickeln sich die Larven innerhalb von ca. 2-3 Monaten erneut weiter und wandern von dort durch den Körper in die großen Blutgefäße. Im rechten Herzen und in den Lungenarterien verankern sie sich schließlich und reifen innerhalb von 6 Monaten zu adulten, also erwachsenen, Herzwürmern (Makrofilarien) heran. Ausgewachsene Herzwürmer sind 1 mm dick und 20-30 cm lang, ihre Lebenserwartung beträgt ca. 7 Jahre. Die weiblichen Herzwürmer gebären Mikrofilarien, die im Blutstrom des Wirtstiers schwimmen und dann durch blutsaugende Stechmücken wieder aufgenommen werden – der Entwicklungszyklus des Parasiten ist abgeschlossen.

Neben Hunden befällt der Herzwurm auch andere Fleischfresser wie z.B. Katzen, Füchse, Frettchen, Kojoten und Wölfe. Beim Menschen kommen Herzwurmerkrankungen nur sehr selten vor und auch nur in Gegenden, in denen eine extrem hohe Durchseuchung der Stechmücken mit dem Erreger besteht (= hoher Infektionsdruck). 

Vorkommen

Mittelmeerraum und Portugal, Südeuropa , Nordafrika. Hochendemiegebiete liegen in Norditalien (Poebene und Toskana) und auf den Kanarischen Inseln (La Palma und Teneriffa).  Aufgrund der klimatischen Bedingungen findet man Dirofilaria immitis auch bereits in der Südschweiz (Kanton Tessin) und in Frankreich bis über den 47. Breitengrad nördlich von Paris – Tendenz weiter ausbreitend.

Symptome

Durch die lange Entwicklungszeit der Herzwürmer und je nach Stärke des Befalls werden Symptome frühestens nach 6 Monaten beobachtet. Da die Makrofilarien hauptsächlich in den Lungenarterien und der rechten Herzseite sitzen, kommt es durch ständige Reizung des Gewebes, Störung des Blutflusses und Veränderung der Druckverhältnisse zur Rechtsherzvergrößerung und Erweiterung der Lungenarterien. Die auftretenden Symptome sind sehr stark von der Anzahl der adulten Herzwürmer und ihrer Lokalisation abhängig. Als Folgesymptome stehen bei leichteren Fällen Stauungserscheinungen, allgemeiner Leistungsabfall und Konditionsverlust, Husten, Atemnot nach Anstrengung, und Gewichtsverlust im Vordergrund. Eine geringgradige Anämie kann vorliegen. In schweren Fällen kommt es dann zur rechtsseitige Herzinsuffizienz mit starker Atemnot, zum Ascites (Bauchwassersucht) und zu peripheren Ödemen, zur Lebervergrößerung und Nierenfunktionsstörung, die Schleimhäute sind deutlich blass. Ferner besteht durch abgestorbene Würmer, entzündliche Prozesse und entstehende Blutgerinnsel ein hohes Lungenembolierisiko. Todesfälle sind möglich.

Diagnose

Neben den Symptomen gibt der Vorbericht „Auslandsaufenthalt“ erste Hinweise. Auf dem Röntgenbild lassen sich die Veränderungen an Herz und Lunge darstellen. Auch das EKG zeigt eine deutliche Vergrößerung der rechten Herzkammer. Durch eine Blutuntersuchung kann man dann sowohl die Mikrofilarien (direkter Erregernachweis – Mikrofilarien-Ag) als auch die adulten Herzwürmer (indirekter Erregernachweis – Dirofilaria immitis-Ag) nachweisen. Bei der Untersuchung auf Mikrofilarien ist auch die Mikrofilarien-Dichtebestimmung sinnvoll, denn eine sehr hohe Mikrofilariendichte lässt auf die Anwesenheit vieler adulter Herzwürmer schließen, was bei der Therapie unbedingt berücksichtigt werden muß. 

Therapie

Es stehen verschiedene Präparate sowohl zur Therapie gegen Mikrofilarien (Moxidectin - Advocate®, Selamectin - Stronghold®) als auch gegen Makrofilarien (Melarsomin-Dichlorhydrate - Immiticide®)zur Verfügung. Die Behandlung einer Herzwurmerkrankung ist allerdings komplex und relativ gefährlich, denn die getöteten Fadenwürmer werden mit dem Blutkreislauf in die Lunge befördert, wo sie Gefäße verstopfen und damit Embolien auslösen können. Zur Prophylaxe einer Thromboembolie ist daher oft die therapiebegleitende Gabe von Aspirin zur Blutverdünnung ratsam. Bei starkem Herzwurmbefall kann sogar eine chirurgische Entfernung der Makrofilarien aus dem Herzen notwendig werden.

Prophylaxe

Als Chemoprophylaxe gegen die Mikrofilarien kann man Präparate wie Stronghold®, Advocate® oder Milbemax® (Milbemycinoxim + Praziquantel) anwenden. Eine zusätzliche Stechmückenprophylaxe durch z.B. Advantix® (Permethrin + Imidacloprid) gibt zusätzlichen Schutz. Um den Urlaub mit Hund unbeschwert genießen zu können, sollten Sie Ihren Vierbeiner unbedingt vor Reisekrankheiten schützen. Ihr Tierarzt berät Sie gerne!

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