Lungenwurmbefall beim hund 

EIN ZUNEHMENDES RISIKO

Bei warmen Temparaturen und in feuchter Umgebung vermehren
sich Lungenwürmer besonders schnell

Relevante Lungenwürmer des Hundes sind v. a. die Nematoden – Fadenwürmer – „Angiostrongylus vasorum“ und „Crenosoma vulpis“. Bislang war man davon ausgegangen, dass Infektionen mit Lungenwürmern in Deutschland nur sporadisch auftreten oder als Reiseerkrankungen im Ausland erworben wurden (z.B. Frankreich, Dänemark, Schweiz, Niederlande, Spanien, Italien, Österreich). Eine deutschlandweite Studie, die zwischen 2007 und 2009 durchgeführt wurde, zeigte jedoch unerwartet hohe Befallsraten mit diesen Lungenwürmern (Angiostrongylus vasorum 7,4 %, Crenosoma vulpis 6 %). Untersucht wurden insgesamt 810 eingeschickte Kotproben von Hunden mit ungeklärten Atemwegserkrankungen. Regional besonders stark verbreitet waren die Lungenwurminfektionen im Süden und Westen des Landes.

Ausgedehnte Ausbreitungsgebiete zeigten vor allem Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Nordrhein-Westfalen.Bei der Infektion mit Lungenwürmern handelt es sich um eine ernstzunehmende Erkrankung, die unbehandelt sogar tödlich enden kann. Am häufigsten sind Junghunde im Alter von 1 - 2 Jahren betroffen.

Der Parasit

Der Lungenwurm des Hundes ist ein Parasit der Lunge, der Atemwege und darüber hinaus auch der Blutgefäße. Er ist relativ klein und hat je nach Art eine Größe von nur 1 - 2,5 cm. Mit dem Begriff „Lungenwürmer“ werden verschiedene Wurmarten beschrieben, die während eines oder mehrerer Entwicklungsstadien die Lunge besiedeln.

Entwicklungszyklus der Lungenwürmer und Infektionsweg

Lungenwürmer benötigen während ihrer Entwicklung vom Ei über das Larvenstadium  hinweg bis zum adulten Wurm einen sogenannten Zwischenwirt. Dieser ist für die Lungenwürmer die Schnecke. Unsere Hunde (und v. a. Füchse) infizieren sich als Endwirte durch die Aufnahme mit Wurmlarven infizierter Schnecken. Zum einen kann diese Aufnahme bewusst durch Fressen aus meist Neugier geschehen (daher sind von der Infektion auch besonders Jungtiere betroffen) , aber auch unbewusst durch z. B. Fressen von Grashalmen, an denen die zum Teil ganz kleinen Schnecken sitzen können. Schnecken mögen Feuchtigkeit, so dass sie sich auch leicht in einen draußen stehenden Trinknapf Ihres Hundes verirren können und dann beim Trinken mit aufgenommen werden. Durchs Verschlucken im Darm des Hundes angekommen, wandern die Wurmlarven durch die Blutbahn über die Leber in die Lunge ein. In den Lungengefäßen entwickeln sich die Larven zum adulten Wurm, der Eier ablegt. Aus diesen Eiern schlüpfen kleine Larven, die in der Lunge umherwandern. Überall dort, wo sich die Larven bewegen, kommt es zur Reizung des Gewebes und zu Entzündungsherden. Durch Husten versucht die Lunge den Parasit als Fremdkörper zu entfernen. Hochgehustete oder aktiv über die Luftröhre in den Rachenraum gelangte Larven werden abgeschluckt, gelangen wieder in den Darm des Hundes und werden dann mit dem Kot ausgeschieden. Die mit bloßem Auge nicht sichtbaren Wurmlarven werden anschließend von Schnecken aufgenommen – der Entwicklungskreislauf beginnt von neuem.

Symptome

Husten, vermehrtes Räuspern, Atemnot und Leistungsminderung. Da auch die großen Blutgefäße der Lunge betroffen sind, zeigen die Patienten nicht selten Symptome, die auf den ersten Blick nicht unbedingt mit einem Wurmbefall in Zusammenhang gebracht werden: z. B. plötzliches Nasenbluten, Husten von Blut, blaue Flecken auf Haut oder Maulschleimhaut durch partielle Blutungen, Anämie, teilweise zeigen betroffene Tiere auch Verhaltensauffälligkeiten bzw. Ausfallserscheinungen durch Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem (wenn sich Larven in diesen Bereich „verirrt“ haben).

Diagnose

Durch die steigenden Zahlen an Lungenwurm-positiven Hunden in Deutschland, sollte bei Hunden mit ungeklärten Atemwegserkrankungen immer auch an eine Lungenwurminfektion gedacht werden.
Eine Infektion mit Lungenwürmern kann über den Nachweis der Larven im Kot festgestellt werden. Hierzu wird Ihr Tierarzt den Kot Ihres Tieres in ein spezielles Untersuchungslabor schicken. Um die Sensitivität des Test zu erhöhen, ist es sinnvoll eine Sammelkotprobe von drei aufeinanderfolgenden Tagen einzusenden.
Außer dem Nachweis der Larven im Kot, können die Larven auch in bronchialer Lavageflüssigkeit nachgewiesen werden.

Therapie

Die Behandlung einer Lungenwurminfektion kann sowohl mit entsprechenden Tabletten (Wirkstoff Milbemycinoxim) als auch mit sogenannten Spot-on-Präparaten (mit den Wirkstoffen Imidacloprid + Moxidectin) erfolgen, bei denen der Wirkstoff als Flüssigkeit auf die Haut aufgeträufelt wird. Imidacloprid + Moxidectin als Spot-on-Präparat sind neben der Therapie auch zur Prophylaxe gegen Lungenwurminfektionen zugelassen, was in Gebieten mit starkem Infektionsdruck sinnvoll sein kann. Ihr Tierarzt berät Sie gerne, was für Ihren Hund am besten ist!

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