Impfung beim Hund

allgemeine Informationen zur Schutzimpfung beim hund

Nur die Impfung kann Hunde vor bestimmten lebensgefährlichen Infektionskrankheiten schützen!

Aufregender Ausflug: Die Foxterrier-Welpen, die zum Impfen das 1.Mal in die Tierarztpraxis kommen, finden die Abwechslung klasse und warten ungeduldig auf ihren Auftritt.

Diese schwerwiegenden Infektionen werden vor allem durch Viren hervorgerufen. Im Gegensatz zu Bakterien, die durch Antibiotika bekämpft werden können, gibt es gegen Viren leider keine wirksamen Medikamente. Bei einer Virusinfektion kann der Tierarzt deshalb nur versuchen, den Krankheitsverlauf zu mildern und dadurch das Schlimmste zu verhindern.

Die Schutzimpfung ist somit die einzig wirksame Vorbeugung gegen Virusinfektionen und unverzichtbarer Bestandteil der Krankheitsvorsorge. Durch die Impfung wird Ihr Tier immun. Es baut einen spezifischen Schutz (Antikörper) gegen die Krankheitserreger (Antigene) auf, gegen die es geimpft wird. D.h. jede Krankheit erfordert eine spezielle Impfung. Zum Glück gibt es heute auch Kombinationsimpfstoffe, so dass der Aufwand zur Gesundheitsprophylaxe in Grenzen gehalten werden kann.

Mit der Impfung wird der Impfstoff, also das Impfantigen, in den Organismus eingebracht. Das Immunsystem reagiert, indem es Antikörper bildet, aber auch sogenannte antigenspezifische Ig-G-Gedächtniszellen „programmiert“, die im Infektionsfall ganz schnell reagieren und die entsprechenden, schützenden Antikörper produzieren. Meistens wird der Impfstoff in ein Gewebe appliziert, wie dies bei der Impfung unter die Haut (subcutan) praktiziert wird. Es gibt aber auch Impfungen, die auf Schleimhautoberflächen erfolgen, wie dies z.B. bei Impfstoffen, die in die Nase (intranasal) verabreicht werden, oder bei Schluckimpfungen (oral) der Fall ist.

Maternale Antikörper- aktive Immunisierung

Die ersten schützenden Antikörper erhalten Neugeborene über die Muttermilch, so dass die Jungen direkt nach der Geburt auf diese Weise geschützt sind (= passive Immunisierung). Allerdings hält dieser Schutz nur wenige Wochen an, und die Jungtiere müssen frühzeitig durch Impfung zur Bildung eigener Schutzstoffe angeregt werden (= aktive Immunisierung). Diese sogenannte Grundimmunisierung ist der erstmalige Aufbau eines Impfschutzes. Hierbei erhält das Tier 2-3 Impfungen im Abstand von 3-4 Wochen. Die 2. bzw. auch 3. Impfung (Booster) ist nötig, um sicher zu stellen, dass der Impfschutz optimal aufgebaut und nicht eventuell durch Reste mütterlicher Antikörper unterdrückt wurde. Außerdem wird mit der Booster-Impfung die Anzahl bereits vorhandener Ig-G-Gedächtniszellen entscheidend erhöht, so dass im Infektionsfall umgehend ausreichend hohe Mengen an Antikörper produziert werden können, um die Krankheitserreger erfolgreich abzuwehren – erst dadurch kann man von einer belastbaren Immunität reden. Da die Schutzwirkung von Impfungen zeitlich begrenzt ist, müssen Wiederholungsimpfungen in regelmäßigen Abständen vorgenommen werden. Nur so ist gewährleistet, dass Ihr Tier dauerhaft geschützt ist. Achten sie deshalb stets auf die Termine zur Impfwiederholung im Impfpass ihres Tieres.

Impfschutz im Alter

Leider hält sich standhaft der Irrglaube, dass ältere Tiere nicht mehr geimpft werden müssen, dabei sind gerade junge und ältere Tiere besonders gefährdet. Bei Jungtieren ist die Immunabwehr noch nicht voll entwickelt und bei älteren Tieren lässt die körpereigene Abwehr immer mehr nach. Hinzu kommt, dass Jungtieren und alten Tieren oft die nötigen Reserven fehlen, um sich mit gefährlichen Infektionskrankheiten auseinanderzusetzen (deshalb auch Grippeimpfung bei älteren Menschen).

Notwendigkeit von Impfungen

In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Diskussionen mit Impfkritikern über die Notwendigkeit von Schutzimpfungen und den damit verbundenen Impfintervallen – der Vorwurf kam, es würde zu viel geimpft werden. Dabei wird von Seiten der Impfkritiker leider übersehen, dass nur durch die konsequente Impfpraxis in Deutschland und Europa die Zahl der auftretenden Krankheits- und Todesfälle so gering gehalten werden konnte. Nur wenn der Großteil der Hunde-, Katzen-, Frettchen- bzw. Kaninchenpopulation geimpft ist und einen entsprechenden Impfschutz hat, können einzelne Krankheitsausbrüche ungeimpfter Tiere in Schach gehalten und eine Ausbreitung unter der entsprechenden Population als Epidemie vermieden werden. Immer noch sterben unsere Haustiere an vermeidbaren Infektionskrankheiten und immer wieder fordern Seuchenausbrüche zahlreiche Tierleben.

Bestes Beispiel ist die Staupe: Vor Einführung der Impfung um 1960 war Staupe die verlustreichste Virusinfektion des Hundes. Aber auch heute kann es leider bei ungenügendem Impfschutz oder mangelhaftem Immunisierungsgrad der Population zu Epidemien mit hoher Todesrate kommen, wie die Staupe-Epidemie in Finnland 1994 –1995 zeigte. Ihr fielen Hunderte Tiere zum Opfer und die todbringende Krankheit konnte erst gestoppt werden, als etwa 70% der Welpen in dem betroffen Areal geimpft worden waren. Da solche Diskussionen zur Verunsicherung der Tierhalter führen, gibt es seit Juni 2006 eine “Leitlinie zur Impfung von Kleintieren“ der ständigen Impfkommission Veterinär (StIKo Vet), welche zuletzt im Juli 2013 überarbeitet wurden. Die Leitlinien basieren auf den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Fachgebiete Immunologie, Virologie und Epidemiologie. Sie sind von Experten mit dem Ziel entwickelt worden, die Zahl der Impfungen zwar so klein wie möglich, aber so groß wie nötig zu halten.

Impfempfehlung

Nach der "Leitlinie zur Impfung von Kleintieren" sollten z.B. Hunde in Deutschland grundsätzlich gegen Staupe, Parvovirose, Hepatitis contagiosa canis, Leptospirose und Tollwut geimpft werden (Pflichtimpfungen - Core-Komponenten). Individuell können je nach regionalen Gegebenheiten und/oder Haltungsbedingungen noch weitere Impfungen wie z.B. gegen Borreliose, das canine Herpesvirus oder die canine Coronavirusinfektion ratsam sein (Wahlimpfungen - Non-Cor-Komponenten). Während die Pflichtimpfungen als absolutes „Muss“ zu verstehen sind, um die Hundepopulation vor verlustreichen Epidemien zu schützen, richtet sich die Notwendigkeit der Wahlimpfungen nach dem jeweiligen Infektionsrisiko, basierend auf individuellen Haltungs- und Umweltbedingungen.

Impfschema- Grundimmunisierung

Die Grundimmunisierung der meisten Impfungen sollte im Welpenalter in der Regel ab der 8. Lebenswoche beginnen, gefolgt von der Boosterimpfung ab der 12. Lebenswoche.  Die Leitlinien zur Impfung von Kleintieren der StIKo-Vet empfehlen im Rahmen der Grundimmunisierung darüber hinaus eine zusätzliche Impfung ab der 16. Lebenswoche und mit 15. Monaten, um einen optimalen Populationsschutz zu erhalten. Ausnahmen sind die Tollwutimpfung, die erst mit 12 Wochen erstmalig geimpft werden darf. Boosterimpfungen finden dann in den gleichen Intervallen statt.

Impfintervalle-Wiederholungsimpfungen

Für einen weiter anhaltenden Schutz sind danach in regelmäßigen Abständen Wiederholungsimpfungen erforderlich. Das notwendige Impfintervall richtet sich dabei zum einen nach dem verwendeten Impfstoff und der jeweiligen Infektionskrankheit, zum anderen müssen die epidemiologischen Gegebenheiten sowie die individuellen Risiken des jeweiligen Tieres durch Umwelt- und Haltungsbedingungen berücksichtigt werden. In der Vergangenheit wurden fast alle Impfungen routinemäßig im Einjahresrhythmus aufgefrischt. Inzwischen stellen moderne Impfstoffe bei mehreren Erkrankungen einen für drei Jahre anhaltenden Impfschutz sicher, andere müssen weiterhin jährlich geimpft werden bzw. sogar halbjährlich wie z.B. der in Endemiegebieten gegen Leptospirose.

Basierend auf diesen Kenntnissen wird Ihnen Ihr Tierarzt einen individuellen Impfplan für Ihr Tier erstellen. Denken Sie immer daran: Vorsorgen ist besser als heilen – und helfen Sie mit, Ihren Vierbeiner optimal zu schützen.

Informieren Sie sich hier über die wichtigsten Schutzimpfungen beim Hund!

Sie verlassen jetzt unsere Website

Bitte beachten Sie, dass dieser Link eine Website öffnet, für deren Inhalt die Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH nicht verantwortlich ist und auf die unsere Datenschutzbestimmungen keine Anwendung finden. weiter