Ihre Katze – das unbekannte Wesen?
Die verschiedenen Charaktere unserer Stubentiger

Ebenso wie man verschiedenen Hunderassen bestimmte Charaktereigenschaften zuordnen kann, haben auch unsere Rassekatzen so ihre typischen Eigenarten – was aber nicht heißt, dass sie nicht trotzdem ganz eigene Individualisten sind. Weitaus ausgeprägter ist die Individualität dagegen bei unseren Hauskatzen – in ihnen vereinen sich alle erdenklichen Wesenszüge in einer bunten Mischung. Kein Wunder, dass es dabei für uns Katzenbesitzer immer wieder zu Überraschungen kommt.
Wie wir Menschen besitzen Katzen einen ganz eigenen, individuellen Charakter, der ihnen angeboren ist und der ihr Verhalten nachhaltig prägt. Natürlich prägen auch Umfeld und Umgang unsere Samtpfoten, aber Katzen sind unabhängige Wesen und wollen diese Freiheit auch nicht verlieren. Bereits bei ganz jungen Tieren lässt sich daher der Charakter einem bestimmten Katzentyp zuordnen – gute Beobachtungsgabe vorausgesetzt


Die sanftmütige Schmusekatze

Als absolute Genießerin ist sie geradezu süchtig nach Zuwendung und menschlicher Wärme – für Streicheleinheiten lässt sie alles andere stehen. Egal ob Sie Ihre Schmusekatze beim Lesen oder Fernsehen stundenlang kraulen, sie beim Vorbeigehen nur schnell mal streicheln oder sie mit einer ausgiebigen Katzenmassage so richtig verwöhnen – sie wird es in vollen Zügen genießen und Ihnen jede Zärtlichkeit danken. Mit dem Einfordern von Streicheleinheiten bekundet die Schmuskatze aber auch ihre Verbundenheit zu Ihnen – doch Vorsicht, lassen Sie sich nicht zu arg um den Finger wickeln, es ist ohnehin schwer genug bei soviel Liebesbekundungen zu widerstehen..

Der freiheitsliebende Streuner

Diese starke Persönlichkeit weiß genau was sie will – und wie sie es bekommt. Zwang hingegen kann der Streuner gar nicht leiden und wird sich auch strickt und mit dem entsprechenden Protest dagegen wehren. Gehen Sie aber auf seinen Freiheitsdrang ein, wird er Ihnen seine stolze Persönlichkeit auf charmanteste Weise unter Beweis stellen. Wenn eine Haltung mit Freigang nicht möglich ist, sollten man den Freiheitsdrang dieser Tiere wenigsten mit ausreichendem Platz zum Toben in der Wohnung belohnen. Auch ein eingezäunter Balkon wird zur Befriedigung der Abenteuerlust dankend angenommen.

Der übermütige Spielratz

Dass junge Kätzchen besonders viel und gern spielen, ist bekannt. Bis zur völligen Erschöpfung wird da – am liebsten miteinander - getobt, gejagt und gewetzt. Manch eine von ihnen behält die Spiellust aber auch als erwachsene Katze bei. Für Spielkatzen ist das ganze Leben ein herrliches Spiel und jede Gelegenheit wird genutzt sich auf „ihrer Bühne“ als „Clown“ zu präsentieren und Spökes zu machen. Wenn Sie diesen Katzen keinen vierbeinigen Partner bieten können, sind Sie als Spielkamerad gefordert – mit immer wieder neuen Spielen, kleinen Überraschungen und interessanten Spielsachen werden Sie bei Ihrem Spielratz so richtig punkten können.

Das scheue Wesen

Ich wehre mich dagegen, diese Katzen in die Schublade „Angsthase“ zu stecken, denn vorsichtig und deshalb scheu zu sein, hat nicht unbedingt etwas mit Angst zu tun. Viele dieser zurückhaltenden, liebenswerten Samtpfoten haben durchaus ein ausgeglichenes Wesen und kein Problem damit, die Welt erst einmal aus gebührendem Abstand zu betrachten. Gewinnt man dabei aber ihr Vertrauen, kommt es zur ganz großen Liebe.
Unter den „scheuen Wesen“ gibt es allerdings auch die Extremfälle, die wirklich in ständiger Angst durchs Leben gehen, sei es, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben oder nicht frühzeitig an den Menschen gewöhnt wurden – hier sind Sie als verständnisvoller und äußerst geduldiger Partner gefragt, der entsprechend vorausdenkt und dem ängstlichen Viebeiner z.B. bei bevorstehendem Besuch vorsichtshalber einen sicheren Rückzugsort in einem sicheren Raum anbietet.

Die Diva

Nicht ohne Grund wurden im Alten Ägypten Katzen als heilig verehrt, verkörpern sie Anmut und Unabhängigkeit doch so vollkommen. Dass sie dabei auch noch als begnadete Jäger das damals so kostbare Getreide vor Unmengen an Mäusen und Ratten schützten, sprach sicherlich auch für ihre Verehrung. Und auch heute noch möchte so mancher unserer Stubentiger als „Diva“ hofiert und behandelt werden. Und wehe, das „Personal“ zollt ihr nicht den gebührenden Respekt und die nötige Aufmerksamkeit - da können Sie als Besitzer schon mal mit herablassender Verachtung gestraft werden. Selbst kleinere Verfehlungen, wie z.B. das Füttern einer anderen Futtersorte, kann die Diva – die durchaus auch männlich sein kann – als absolut kränkende Beleidigung empfinden. Gelingt es Ihnen allerdings den stolzen Charakter entsprechend zufriedenzustellen, wird die Diva ihre Zufriedenheit mit entsprechendem Wohlwollen Ihnen gegenüber honorieren und Sie gönnerhaft mit viel Zuwendung belohnen.

Der Kampftiger

Auch hier möchte ich nicht gleich die Schublade „aggressive Katze“ öffnen, denn aggressiv hört sich so negativ an. Die meisten Vertreter dieser Kategorie sind sicherlich sehr selbstbewusste, dominante Tiere, die sehr ungeduldig und sogar gereizt reagieren können, wenn es nicht nach ihrem Kopf geht. Auch möchten sie oft nur wenig oder an bestimmten Stellen gar nicht angefasst und gestreichelt werden. Wirklich aggressiv reagieren sie in der Regel aber nur, wenn sie unterfordert sind und ihren Tatendrang nicht ausleben können. Respektiert man allerdings ihre Eigenarten und gibt ihnen genug Freiraum, sich auszutoben, findet man in diesen „wilden Kerlen“ einen besonderen Freund.

Die Verfressene

Bei diesen, in der Regel äußerst gemütlichen Exemplaren, zählt nur Futter, Futter und nochmals Futter! Bewegt wird sich hingegen nur zu einem guten Ziel hin - z.B. zum Fressnapf oder zu einem gemütlichen Schlafplatz. Da Sie der „Dosenöffner“ sind, haben Sie bei diesen genusssüchtigen Rackern leichtes Spiel und werden automatisch geliebt und verehrt. Umso wichtiger ist es, dass Sie mitdenken – füttern Sie z.B. ein kalorienreduziertes Futter, nötigen Sie Ihren kleinen Faulpelz durch unwiderstehliche Spiele zum kleinen Fitnessprogramm oder tricksen Sie ihn durch Futterspiele aus, so dass die Pfunde unter Kontrolle gehalten werden. Sorgen Sie damit für ein zwar gemütliches, aber gesundes und langes Katzenleben, denn Fettleibigkeit kann leider viele gesundheitliche Probleme mit sich ziehen. Soviel Fürsorge wird Ihnen Ihr kleiner Gourmet auf jeden Fall danken.

Egal welchem Katzentyp Sie Ihre Samtpfote zuordnen können – eins haben sie alle gemeinsam: Sie sind Individualisten, die ihre Freiheit lieben und ihren ganz eigenen Willen haben – hier erkennt man unschwer das Erbe der Wildkatzen. Und sie alle lieben „ihren Menschen“!

Egal ob Schmuskatze oder Kampftiger – jede Katze ist eine ganz eigene Persönlichkeit und gerade dadurch so faszinierend!

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