erziehung des Hundes

Wer hat das Sagen - Herrchen und Frauchen oder der Hund?

Auf die Frage: "Manipuliert sie ihr Hund?" werden sie entschieden antworten: "Nein, natürlich nicht!". Doch das Gegenteil trifft meistens eher zu. Hunde sind Meister im Manipulieren und besitzen unheimlich viele Strategien, um ihre Ziele zu erreichen und Herrchen oder Frauchen in ihrem Sinne zu beeinflussen. 

In vielen Alltagssituationen setzen Hunde ganz gezielt ihre Wünsche durch, ohne daß wir uns dessen bewußt sind. Will ihr Hund z. B. nach draussen, geht er zur Tür und kratzt daran. Oder ihr Hund findet, dass es Zeit für sein Fressen wäre. Er geht zu seinem Freßnapf und blickt sie fordernd an, oder läuft winselnd vor der Küchentür auf und ab. Sie, voll des schlechten Ge-wissens ob des armen, hungrigen Tiers, springen auf und bereiten ihm sein Futter. Der Hund möchte schmusen, legt sanft die Pfote oder seinen Kopf auf ihren Schoß und sieht so derma-ßen rührend aus, dass sie ihn umgehend streicheln. Etwas später fällt dem Hund ein, daß er gerne spielen würde, und bringt ihnen seinen Ball. Sofort springen sie darauf an, lassen alles stehen und liegen, um dem Hund seinen Ball zu werfen, schließlich wissen sie, wie wichtig es ist, sich mit dem Tier zu beschäftigen. In allen Fällen ist das gleiche passiert: Der Hund hat agiert, sie haben reagiert! Sie sind sofort auf seine Wünsche eingegangen. 

Ihr Hund hat sie erfolgreich manipuliert und nicht nur für den Moment einen kleinen Sieg davongetragen. Er hat einen weiteren Schritt in Richtung "Wie erziehe ich meinen Menschen" gemacht. Daß diese Situation jeden Tag erneut vorkommt, macht ihre große Bedeutung aus, denn der Hund macht entsprechend oft die Erfahrung, dass er es ist, der den Ton angibt. Und das wiederum kann sich enorm auf die Gehorsamsbereitschaft ihres Hundes auswirken. "Wie-so?", werden sie jetzt vielleicht antworten. Schließlich gehen sie mit ihm in die Hundeschule, üben jeden Tag mit ihm und die meisten Befehle beherrscht er schon fast perfekt. Aber die Kommunikation mit ihrem Tier darf nicht außerhalb eines Übungsgeländes enden, sondern muss ganz im Gegenteil dann erst richtig losgehen.

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Viele Hunde, die auf dem Übungsgelände "gute Miene" zu den Erziehungsmethoden ihrer Zweibeiner machen oder das Ganze als abwechslungsreiches Spiel sehen, hören außerhalb der festgelegten Trainingszeiten wesentlich schlechter und haben ihre Besitzer im Alltag richtig gut im Griff. Drehen sie deshalb den Spieß um, agieren sie und lassen sie ihren Hund reagieren! Am wenigstens wird uns seine Manipulation beim Einfordern von Streicheleinheiten bewußt, so niedlich, rührend und treu sieht er dabei aus. Trotzdem sollten sie hart bleiben, denn auch in einem Wolfsrudel geht jeder Körperkontakt vom ranghöheren Tier aus. Das heißt aber nicht, dass sie ihren Hund nicht eine Weile später zu sich rufen und ihn so richtig durchschmusen.Das gleiche gilt, wenn er unbedingt sein Fressen haben möchte, sei es, dass er seinen leeren Napf durch die Küche kickt, bettelnd vor dem Kühlschrank sitzt oder sie sanft mit der Schnauze anstößt und dabei sooooo süß aussieht. Bleiben sie hart, ignorieren sie ihn oder schicken sie ihn je nach Vehemenz des Bettelns sogar weg, denn auch "ganz süß sein" ist eine Strategie ihres cleveren Vierbeiners. Auch hier wieder der kleine Unterschied: füttern sie ihren Hund, aber nicht sofort, sondern vielleicht eine halbe Stunde später, nachdem sie ihren kleinen Tyrannen zuvor in sein Körbchen geschickt haben.

Ebenso gehen sie vor, wenn er ihnen sein Spielzeug bringt oder sie zum Spazierengehen auffordert. Sie halten diese Vorgehensweise vielleicht für gemein und unmenschlich, aber der Hund ist nun mal auch kein Mensch und reagiert auf demokratische Spielregeln leider weder mit Liebe noch mit Gehorsam, sondern oft sogar mit dem Gegenteil. Wenn ihr Hund erst einmal der Überzeugung ist, dass er die Oberhand und somit das Sagen hat, wird sein anfänglich so rührendes, niedliches Verhalten nicht selten von einem Knurren oder Zähnezeigen begleitet, wenn ihm etwas nicht passt oder es nicht nach seinem Kopf geht (z. B. sie wollen ihm in die Ohren schauen, seine Zähne kontrollieren, ihn kämmen, ihm Medikamente eingeben, ihn vom Sofa schicken, ihm seinen Kauknochen wegnehmen, ihn aus dem Schlafzimmer werfen usw.).

Die beschriebene Methode gibt ihnen die Möglichkeit einer Erziehung ohne Gewalteinwirkung, aber mit Konsequenz, die eine enorme Wirkung auf das Verhalten ihres Hundes haben kann. Das soll auf gar keinen Fall heißen, dass sie mit ihrem Vierbeiner nicht mehr schmusen oder spielen sollen. Aber, wünschen sie sich einen folgsamen Hund, der sie als "Leittier" akzeptiert, achten sie darauf, dass sie das Wann, Wo und Wie bestimmen. So haben sie den ganzen Tag Gelegenheit, einfach nebenbei eine Menge an Erziehung zu leisten - ohne, dass es ihrem Hund vielleicht bewusst ist! 

Und übrigens, für Erziehung ist es nie zu spät!

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