hodentumor beim rüden

Gerade bei älteren Rüden treten leider recht häufig Hodentumore auf. Es kann einer oder auch beide Hoden betroffen sein. Die betroffenen Hoden erscheinen durch die tumoröse Veränderung vergrößert, knotig und oft hart.

Hodentumor beim Hund
Sertolizelltumor beim kryptorchiden Rüden: rechts der entartete und stark vergrößerte Hoden, der in der Bauchhöhle lag - links der Hoden aus dem Hodensack, der durch die Erkrankung atrophiert ist.

Die am häufigsten auftretenden Tumorarten sind dabei Seminome, Sertolizelltumore und Leydigzelltumore – nicht selten treten diese Tumorarten auch gleichzeitig auf.Metastasierung in die regionalen Lymphknoten und in entfernte Organe wie Leber und Lunge sind dabei zum Glück aber selten. Meistens kommt es bei älteren Rüden, im Alter zwischen 9 und ca. 11 Jahren, zur Tumorbildung, die Erkrankung kann aber auch deutlich jüngere Tiere betreffen.

Eine Rassedisposition gibt es für den Boxer (Seminome, Sertoilzelltumore, Leydigzelltumore), den Deutschen Schäferhund (Seminome) und Toy- sowie Zwergpudel (multiple Hodentumore).

Symptome:

Die auftretenden Symptome sind abhängig von der vorliegenden Tumorform:

1. Tumore der Leydigschen Zwischenzellen:

Diese Tumore sind klein und gut abgegrenzt, so dass sie oft nur als Zufallsbefund festgestellt werden. Sie produzieren androgene Hormone, sind selten bösartig und verursachen selten eine Feminisierung bzw. eine Prostatavergrößerung.

2. Seminome:

Oft existieren mehrere Tumorherde, die schmerzhaft sind und rasch wachsen. Zwar sind sie gelegentlich bösartig, bilden aber kaum Metastasen und rufen selten eine Feminisierung hervor.

3. Sertolizelltumore:

Es ist die Tumorform mit der größten Auswirkung auf das gesamte Tier. Meist bösartig produzieren Sertolizelltumore Östrogene mit den entsprechenden Nebenwirkungen. Außerdem können sie metastasieren. Durch die Östrogenbildung kommt es zur Feminisierung mit Libidoverlust und das erkrankte Tier wird für andere Rüden attraktiv. Äußerlich ist zu erkennen, dass die Bauchdecke erschlafft, an Schenkeln und Bauch kommt es zu symmetrischem Haarausfall, die haarlosen Stellen zeigen Hyperpigmentierung, evtl. tritt Juckreiz auf. Der Penis verkleinert sich und die Zitzen werden größer. Der nicht betroffene Hoden atrophiert. Lang andauernde, starke Östrogenausschüttung kann durch die entstehende Schädigung des Knochenmarks zu Anämie führen. Leistungsschwäche, erhöhte Atemfrequenz, beschleunigte Herzschlagfrequenz und blasse Schleimhäute sind die Folge. Schließlich reduzieren sich auch die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten). Die Infektanfälligkeit steigt. Weitere Auswirkungen sind häufig Prostatavergrößerung, wodurch es zu Problemen beim Kot- und auch Urinabsatz kommen kann, Perianaldrüsentumore und Perianalhernien. Wird das Krankheitsgeschehen nicht rechtzeitig erkannt und entsprechend therapiert, kann es durch die irreversible Schädigung des Knochenmarks zum Tod des Patienten kommen.

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