haustiere und baby- ein Problem?

Vorsichtig und voller Neugier lernen sich Baby und Hund kennen und sind sicherlich schon bald ein unzertrennliches Gespann

Es gibt keinen Grund, weshalb das Zusammenleben von Hund, Katze und Baby nicht gutgehen soll – vorausgesetzt, die Tiere sind nicht verhaltensauffällig. Im Gegenteil: Haustiere tun Kindern gut! Jeden Tag kommen in Deutschland circa 2.000 Babys auf die Welt. Viele davon werden in Familien mit einem oder sogar mehreren Haustieren hineingeboren und wachsen mit ihnen auf – ganz natürlich.

Der Umgang mit Tieren bereichert den Alltag und macht Freude. Jeder, der mit einem Tier lebt, weiß, wie sehr sie beruhigen und trösten können. Inzwischen ist der positive Effekt von Tieren weltweit in zahlreichen, wissenschaftlichen Studien bestätigt worden. So wird mittlerweile von keiner Seite mehr bestritten, dass Kinder durch Haustiere reifer und im besten Sinne disziplinierter werden, sie lernen Verantwortung zu übernehmen und Respekt gegenüber Mitgeschöpfen zu entwickeln und zu stabilisieren. Schulkinder, die mit Haustieren aufgewachsen sind, verhalten sich sozialer und rücksichtsvoller und reagieren auffallend weniger aggressiv und weniger gewaltbereit. Mit einem Haustier gibt es schlichtweg ein Familienmitglied mehr, dem ein Kind Liebe schenken kann und von dem es auch Liebe zurückbekommt. Menschen, ob groß oder klein, die mit Tieren leben, sind kontaktfreudiger, selbstbewusster, ausgeglichener, weniger einsam und einfach fröhlicher als die ohne Tier. Allerdings, auch wenn Tiere unsere Mitgeschöpfe, Partner und Freunde sind, so sind sie trotzdem anders als Menschen – sie haben einen anderen Intellekt, andere Verhaltensweisen und Bedürfnisse und zum Teil auch andere Interessen. Das muss man als Eltern wissen. Und das sollten auch Kinder so früh wie möglich lernen.

Keine Angst vor großen Hunden hat dieser kleine Mann, denn ihm wurde gezeigt, wie er sie sich zu Freunden macht.  

Bringen Tiere Krankheiten ins Haus? Igitt - vor „Tierbazillen“ ekeln sich manche Leute bei engem Kontakt zu Tieren und versuchen ihn zu vermeiden. Doch sind die „Tierbazillen“ wirklich so viel gefährlicher als die „Menschenkeime“? Eigentlich nicht, denn unsere Haustiere leben in der gleichen Umgebung wie wir, sind also auch den gleichen Krankheitserregern ausgesetzt. An rein tierpathogenen Keimen können ohnehin nur unsere Vierbeiner erkranken. So sind Krankheiten wie beispielsweise Katzenschnupfen oder -seuche, Leukose, FiP, Parvovirose und Staupe nur für unsere Katzen und Hunde gefährlich und sogar lebensbedrohlich, weshalb die Tiere auch dagegen geimpft werden sollten. Für uns Menschen stellen sie jedoch keine Gefahr dar. Über die Weitergabe von menschenpathogenen Keimen durch unsere Haustiere an uns Menschen entscheidet allein der verantwortungsvolle Umgang mit den Tieren: Streicheln und Schmusen sind kein Problem. Allein der Austausch von Körperflüssigkeiten beim Ablecken des Gesichtes oder dem Belecken von offenen Wunden ist zu vermeiden. Ärzte, die sich intensiv mit dem Thema „Tiere und Krankheiten“ beschäftigen, schätzen die Gefahren und Risiken im Zusammenleben von Mensch und Tier als eher gering ein und sehen sie durch wenige alltägliche Vorsichtsmaßnahmen und normale Hygiene, wie regelmäßiges Händewaschen, als vermeidbar. Wenn zusätzlich dazu bei den vierbeinigen Hausgenossen noch regelmäßig Wurmkuren, Impfungen und Gesundheitschecks beim Tierarzt durchgeführt und Flöhe und andere mögliche Parasiten bekämpft werden, kann von einem Haustier kaum eine infektiöse Gefahr ausgehen. Diese Vorsichtsmaßnahmen sind allerdings gerade mit kleinen Kindern im Haushalt wichtig. Experten bestätigen zudem, dass das Kind im Mutterleib bereits entscheidende Abwehrkräfte gegen die Bakterien des eigenen Haushaltes samt dazugehöriger Heimtiere entwickelt. Verstärkt wird das ganze noch durch die Antikörper in der Muttermilch. Auch die Gefahr, dass ein Baby oder Kind später allergisch auf Haustiere reagiert, wird dadurch deutlich geschmälert.  Die Frage, ob Hausgenosse Hund oder Katze auf das Neugeborene eifersüchtig sein werden, ist schwer zu beantworten und sehr stark vom Charakter ihres Vierbeiners abhängig. Schließlich waren sie bislang die Hauptperson und da kann schon Eifersucht aufkommen, wenn plötzlich so ein kleiner Wurm um die Aufmerksamkeit von Herrchen und Frauchen konkurriert, zumal man eventuell glaubt, auf ältere Rechte pochen zu können. Das ist so ähnlich wie bei kleinen Kindern, die plötzlich ein Geschwisterchen bekommen. Deshalb sollte man recht frühzeitig anfangen, das Haustier auf die Umstellung vorzubereiten. Einerseits darf es nicht das Gefühl haben, plötzlich vernachlässigt und weniger geliebt zu werden, andererseits ist das Baby nun mal demnächst die Nummer Eins.

Ein Tier, vor allem ein Hund muss lernen, das neue Familienmitglied zu akzeptieren und darf sich in der Rangordnung nicht über das Kind stellen. Die Umstellung sollte deshalb rechtzeitig und Schritt für Schritt verlaufen. Wenn der Lieblingsplatz ihres Stubentigers z.B. bisher auf dem Schoß war, liegt jetzt ein Kissen für ihn daneben, denn der Schoß wird demnächst dem Baby gehören. Ist es für die Katze normal, neben dem Frauchen zu liegen, wird sie das Baby auf dem Schoß auch nicht stören. Das gleiche gilt natürlich für Hunde, denen man den Platz auf dem Sofa aber ohnehin gar nicht erst angewöhnen sollte. Hat ihr Hund keinerlei Erfahrungen mit kleinen Kindern, kann es hilfreich sein, sich bereits während der Schwangerschaft immer mal wieder ein oder mehrere nette, hundeerfahrene Kinder „auszuleihen“ und gemeinsam mit ihrem Hund etwas zu unternehmen. Gehen sie zusammen spazieren oder lassen sie die Kinder das Tier füttern, so wird ihr Vierbeiner bald positive Erlebnisse mit Kindern in Verbindung bringen und sich über ihre Anwesenheit freuen. Als „Streichelmensch“ muss jetzt auch der werdende Vater vermehrt Einsatz zeigen - Kraulen, Spielen, Kuscheln, das kann er genauso gut und damit später die frisch gebackene Mutter entlasten. Und das Tier merkt: Ich werde geliebt und umsorgt. Ein altbewährter Trick ist es auch, bereits aus dem Krankenhaus ein paar gebrauchte Babystrampler des neuen Familienmitgliedes mitzubringen, damit sich Hund und Katze schon einmal an dessen Geruch gewöhnen können. Das Baby ist dann bereits ein „alter Bekannter“, wenn es schließlich Zuhause einzieht. Lassen sie ihrem Tier Zeit, den kleinen Erdenbürger durch Beschnüffeln und Beobachten kennenzulernen und anzunehmen, wenn Mutter und Säugling aus dem Krankenhaus kommen, denn Tiere sind neugierig und wollen alles Neue genau erkunden. Hält man sie davon ab, wird das „Verbotene“ nur noch interessanter. Es spricht auch nichts dagegen, wenn die Vierbeiner beim Stillen, Windelwechseln etc. dabei sind. Lassen sie sie ruhig an allen Aktivitäten teilhaben und zusehen, so fühlen sie sich auch nicht ausgegrenzt und haben gar keinen Grund eifersüchtig zu werden. Bringen sie das Baby gemeinsam zu Bett, dann sollten Hund und Katze das Kinderzimmer allerdings verlassen und die Tür vorsichtshalber verschlossen werden. Katzen z.B. suchen nämlich die Wärme und werden sich deshalb gern zum Baby ins Bett legen. Leider nicht ganz ungefährlich, da sich der kleine Wurm eventuell nicht wehren bzw. bemerkbar machen kann, wenn die Katze ihm die Atemwege verlegt. Wenn das Baby krabbeln kann, werden Tier und Kind richtig Spaß aneinander haben, denn jetzt kann gespielt werden. Allerdings unter Aufsicht, denn zum einen spielen kleine Kinder oft sehr ruppig, zum anderen bleibt selbst der intelligenteste, treuste und bravste Vierbeiner immer noch ein Tier und ist kein verantwortungsbewusster Erwachsener. Selbst noch so tolle und schlaue Hunde und Katzen entsprechen von ihrem geistigen Niveau dem von Kleinkindern – und zwei Kleinkinder würden sie doch auch nie unbeaufsichtigt lassen, zu viel könnte aus Versehen und ohne böse Absicht passieren.

Aber nicht nur Tiere müssen den richtigen Umgang mit dem neuen Familienmitglied lernen, auch den Kindern muss der liebe- und respektvolle Umgang mit dem Mitgeschöpf beigebracht werden. Und dazu sind sie als Eltern gefordert. Reden sie sich nicht mit Ausreden wie “ja, sie zieht die Katze ab und zu am Schwanz, aber sie ist ja noch so klein – da sind die Kinder schon einmal etwas grob“ oder „sicherlich tritt oder schlägt er manchmal nach dem Hund, aber das ist halt so – kleine Kinder verstehen das eben noch nicht“ heraus. Erwachsene sollten keinesfalls tatenlos zusehen, wenn Kinder Tiere ärgern oder gar quälen, selbst wenn die Kinder noch sehr klein sind. Babys und Kleinkinder lernen vor allem durch Nachahmung, was vieles erleichtert, denn wir brauchen ihnen daher nur das Richtige vorzumachen. Zeigen Sie ihrem Kind, wie man einen Hund streichelt oder eine Katze krault. Mit der Zeit wird das Kind lernen, behutsam mit seinem vierbeinigen Spielkameraden umzugehen. Und unterschätzen sie die Kleinen nicht - sie können schon sehr früh begreifen, dass man mehr davon hat, wenn man lieb zu den Haustieren ist, dass dann umgekehrt auch der Vierbeiner Freude an ihnen hat, ihre Nähe sucht, anstatt auf Schränke oder unter Tische zu flüchten, und er Vertrauen aufbaut: Vertrauen auf Gegenseitigkeit – eine wunderbare Freundschaft kann beginnen! Und ihr Tierarzt berät sie gern, damit diese Freundschaft von Krankheiten unbelastet bleibt (z.B. Tollwutimpfung, Entwurmungsschema, Floh- und Zeckenschutz).    

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