FSME beim hund

FRÜHSOMMERMENINGOENZEPHALITIS (FSME)

Bei Mensch und Tier ist die Borreliose die häufigste von Zecken übertragene Krankheit in Europa, den Vereinigten Staaten und Teilen von Asien. In den letzten Jahren wird allerdings vermehrt über eine weitere Erkrankung des Hundes berichtet, die von Zecken übertragen wird: die Frühsommermeningoenzephalitis (FSME). 1981 wurden erstmals Fälle mit Todesfolge beim Hund beschrieben. Im Gegensatz zur Borreliose kommt diese Erkrankung noch in nur wenigen Regionen vor und nur in Einzelfällen wurden Erkrankungen bis jetzt sicher nachgewiesen. Die Infektionsrate liegt jedoch weitaus höher (z.B. in Endemiegebieten in Österreich mittlerweile bis zu 30 %). Hunde scheinen zum Glück relativ unempfindlich für diese Infektionskrankheit zu sein.

Bei der FSME handelt es sich um eine Viruserkrankung. Der Erreger der Frühsommermeningoenzephalitis, auch Tick-borne-encephalitis genannt, ist das Zeckenenzephalitisvirus, das zu den Flaviviren zählt. Alle Entwicklungsstadien der Zecke (Larve, Nymphe, adulte Zecke) können das Virus enthalten und es beim Saugakt auf den Wirt übertragen. Das Virus ist in den Speicheldrüsen der Zecken vorhanden und wird bereits mit dem Beginn des Saugakts in den Wirt eingebracht.
Epidemiologische Studien haben gezeigt, daß das Vorkommen des FSME-Virus in der Regel auf die bodenseenahen schweizerischen Kantone, Österreich und wenige süddeutsche Gebiete (Bayern, Baden-Württemberg) beschränkt ist. In Deutschland sind dabei vor allem das Donaugebiet, der südliche Bayrische Wald, der Schwarzwald und die Gebiete Bodensee und Rheinebene betroffen. In allen Gebieten, in denen für den Menschen ein Infektionsrisiko besteht, ist auch der Hund gefährdet. Da sich die Erkrankung aber leider ausbreitet, sollte man bei entsprechenden Symptomen immer auch an eine FSME denken, auch wenn man sich mit seinem Tier nicht in einem typischen FSME-Gebiet aufgehalten hat.

Das Krankheitsbild ist bei Hunden sehr variabel und reicht von Mattigkeit und Abgeschlagenheit, Beeinträchtigungen des Bewußtseins (Apathie oder Übererregbarkeit und Schreckhaftigkeit), Zuckungen, Ataxie, Lähmungserscheinungen der Vorder- und Hintergliedmaßen, Hyperalgesie (gesteigertes Schmerzempfinden), Kopftief- oder schiefhaltung, Hyporeflexie (Herabsetzung der Reflexerregbarkeit) bis hin zu Störungen des Nervensystems in Form von Ausfallserscheinungen und Krampfanfällen mit oder ohne Fieber. Die Infektion kann allerdings auch mit wenig ausgeprägten Symptomen ablaufen und wird daher in der Praxis oft nicht erkannt. Der Nachweis der FSME-Infektion erfolgt serologisch über einen ELISA-Test. Nach der Blutentnahme werden in der Serumprobe die Anti-FSME-IgG-Antikörper quantitativ gemessen und je nach Titer zwischen negativem, fraglichem und positiven Ergebnis unterschieden. Spezifischer, aber auch aufwendiger, ist die Untersuchung von Liquorproben (Hirnrückenmarksflüssigkeit) auf lokal gebildete Antikörper.

FSME beim Hund

Fruehsommermeningoenzephalitis Hund
Ausgelassen tobt Mischlingshündin "Benji" durch die heimischen Wiesen. Ein guter Zeckenschutz ist dabei ganz wichtig!

Bei der Behandlung der FSME führten gezielte Therapie und der Einsatz spezieller Antibiotika in der Regel zu guten Erfolgen. Innerhalb von 2 bis 8 Tagen trat deutliche Besserung bis hin zur Symptomfreiheit ein. Seit ca. einem Jahr ist eine aktive Immunisierung in Erprobung. Die Impfung ist gut verträglich und nebenwirkungsfrei. Ein Wirksamkeitsnachweis und eine amtliche Zulassung liegen für den Hund allerdings noch nicht vor.

Da es zur Zeit noch keine verfügbare FSME-Impfprophylaxe gibt, ist die Vermeidung des Zeckenbefalls derzeit die einzige praktikable Präventivmaßnahme und daher von besonderer Bedeutung. Die Anwendung von Zeckenmitteln mit "Spot on"-Verfahren oder zeckenwirksamen Halsbändern verhindert das Festsetzen von Zecken und schützt somit ihren Vierbeiner vor "Zeckenkrankheiten" (Borreliose, FSME, Babesiose). Sollte sich dennoch mal eine Zecke festgebissen haben, so ist diese sofort sachgerecht zu entfernen. Keinesfalls sind Öl oder Klebstoff zur Entfernung zu verwenden. Im Todeskampf der Zecke werden sonst verstärkt Krankheitserreger in die Bißwunde abgegeben. Ihr Tierarzt berät sie gern über geeignete Zeckenmittel und zeigt ihnen auch den korrekten Einsatz einer Zeckenzange zur sicheren Entfernung der Plagegeister. Lassen sie sich von ihm auch darüber aufklären, in welchen Urlaubsgebieten für ihren Hund ein besonderes Risiko besteht und wie sie ihn sicher schützen können.

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