Fragen rund um´s tier (Hunde und katzen)

1.) Ich habe von der Giardiose bei Hunden gehört. Was versteht man unter dieser Erkrankung? Gehören die Giardien zu den Magen-Darm-Würmern?

Giardien, auch Lamblien oder Giardia lamblia oder Giardia intestinalis genannt, zählen zwar zu den Darmparasiten, sind aber keine Würmer, sondern Einzeller, die sich durch Zweiteilung explosionsartig vermehren und vor allem Welpen und Junghunde bis zu 2 Jahren befallen. Die Schäden am Darm und die Beeinträchtigung der Darmfunktionen entstehen durch Absaugen der Nahrungssäfte und durch Schädigung und Entzündung der Darmschleimhaut. Bei gesunden erwachsenen Hunden fallen lediglich intermittierende Durchfälle ohne gestörtes Allgemeinbefinden auf. Junghunde und geschwächte Tiere reagieren dagegen mit meist massivem, schleimigem Durchfall, Abmagerung, struppig-trockenem Fell und gestörter körperlicher Entwicklung. In großen Zwingeranlagen (z. B. Tierheime, Hundezüchter) stellt die Giardiose ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotential dar. Bei intensiven Haltungsbedingungen, kühlen Temperaturen und feuchter Umgebung können Giardien wochen- bis monatelang lebens- und infektionsfähig bleiben. Leider können an der Giardiose auch Menschen (Zoonose!), insbesondere kleine Kinder im Alter zwischen 1 - 4 Jahren, erkranken. Die Ansteckung des Menschen erfolgt vor allem durch kontaminiertes Wasser, kann aber auch durch verunreinigte Sandkästen, feuchte Bodenareale und durch unbefangenes Schmusen mit infizierten Haustieren erfolgen. Moderne Labormethoden ermöglichen eine eindeutige Diagnostik der Giardiose, die dann durch gezielten Einsatz spezieller Antiparasitika therapiert werden kann. Bei entsprechendem Infektionsdruck empfiehlt sich darüberhinaus eine prophylaktische Routinebehandlung in bestimmten Abständen. 


2.) Unser Hund hat sich mit Borrelien infiziert und leider kam die Krankheit auch zum Ausbruch. Er wird zwar tierärztlich behandelt, aber wir sind in Sorge, daß er uns anstecken kann. Ist unsere Angst berechtigt?

Nein! Nur durch einen Zeckenbiß können Borrelien auf den Menschen oder andere Wirte übertragen werden, wodurch es zur Borrelioseerkrankung kommen kann. Da das Risiko der Erregerübertragung wächst, je länger die Zecke saugt, sollte man sich als Mensch nach jedem Wald- und Wiesenspaziergang sorgfältig kontrollieren und eine eventuell anheftende Zecke möglichst schnell und sorgfältig entfernen. Leben Hunde oder Katzen im Haushalt, empfiehlt sich für die Tiere ein gutes Zeckenschutzmittel, damit die Hausgenossen von ihren Ausflügen keine Zecken mit ins Haus bringen, die sich dann den Mensch als Opfer aussuchen könnten. Außerdem ist der Schutz des Haustieres ja auch ganz wichtig.


3.) Was versteht man beim Hund unter dem Begriff „Ohrenzwang“?

Unter Ohrenzwang, im Volksmund auch Ohrwurm oder Stinkohr genannt, versteht man eine Entzündung des äußeren Gehörgangs. Besonders häufig betroffen sind Hunde mit dicht- und langbehaarten Hängeohren, Hunde mit Stehohren trifft es seltener. Im Gehörgang schlappohriger Hunderassen (z. B. Cocker Spaniel, Pudel, Berner Sennenhund, Dackel u. a.) bildet das Ohrenschmalz infolge mangelhafter Belüftung und oft unzureichendem Abfluß für Bakterien, Parasiten und Pilze ideale Lebensbedingungen. Sie vermehren sich rapide und führen zu oft stark juckenden und meist sehr schmerzhaften Ohrentzündungen. Begünstigt wird dies noch, wenn der beim Hund ohnehin recht lange Gehörgang besonders eng ist. Mit auffälligemKopfschütteln und häufigem Kratzen am Ohr macht uns das Tier auf diese Erkrankung aufmerksam, daher auch der Ausdruck „Ohrenzwang“. Der Tierarzt schafft mit gezielten Ohrreinigungen und –spülungen und mit speziellen Salben oder Tropfen Abhilfe. In sehr schwierigen und therapieresistenten Fällen ist eine endgültige Heilung meist nur durch eine operative Erweiterung des Gehörgangs möglich.


4.) Ich habe gehört, daß man Hunde und Katzen vor dem Impfen entwurmen soll. Warum ist das nötig und was passiert, wenn Tiere die Impfung erhalten ohne vorher entwurmt worden zu sein?

Generell passiert nichts Dramatisches, wenn ein nicht entwurmtes Tier geimpft wird. Aber im Falle einer starken Verwurmung sind der Organismus und das Immunsystem geschwächt und daher weniger gut in der Lage einen optimalen Impfschutz aufzubauen. Bei regelmäßig (mindestens 2 - 3 Mal jährlich) entwurmten Hunden und Katzen ist der Impfzeitpunkt prinzipiell egal. Bei den anderen empfiehlt sich auf jeden Fall die vorherige Entwurmung, damit sich das Immunsystem voll und ganz auf die Impfung konzentrieren kann. Aus diesem Grund untersucht der Tierarzt auch jedes Tier vor dem Impfen, denn nur wirklich gesunde Tiere (kein Fieber, Durchfall, Erbrechen o. ä.) sollten geimpft werden.


5.) Unser Golden Retrieverwelpe ist mittlerweile 5 Monate alt. Unser Züchter empfahl uns, ihn bis zu seinem 10. Lebensmonat keine Treppen steigen oder irgendwo hinaufspringen zu lassen, um einer Hüftgelenksdysplasie (HD) vorzubeugen. Ist dies richtig?
 

Was gibt es bei herrlichem Sommerwetter besseres als eine Erfrischung im kühlen Nass?!

Es ist richtig, daß man Junghunde möglichst lange die Treppen tragen und auch hohe Sprünge z. B. ins oder aus dem Auto vermeiden sollte, da Skelett und Bewegungsapparat der Kleinen diesen Anforderungen noch nicht gewachsen sind und es daher leicht zu Gelenkproblemen oder Knorpelschäden kommen kann. Aber gerade bei den großen Rassen ist dies ja allein gewichtsmäßig in der Regel gar nicht bis zum 10. Monat machbar, sonst hat es nämlich der Tierbesitzer im Kreuz. Gut wäre es, wenn man es wenigstens im ersten halben Jahr schafft. HD bekommt ihr Hund auch nicht allein vom Treppensteigen, sondern Treppensteigen kann bei HD-Veranlagung – und da gibt es leider viele Entstehungsgründe – die Probleme auslösen bzw. verschlimmern. Ganz wichtig ist es deshalb auch, beim Welpenkauf auf HD-freie Vorfahren des Tiers zu achten und Welpen und später Junghund optimal zu ernähren. Denn die Folgen von Fütterungsfehler, die während des Wachstums gemacht werden, sind später meistens nicht mehr zu korrigieren. Gerade bei großwüchsigen Rassen ist es zusätzlich ratsam, Nahrungsergänzungsmittel zuzufüttern, die den Knorpelaufbau unterstützen und Bänder und Sehnen kräftigen.


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