flohbissallergie und flohspeichelallergie

Flöhe können Bandwürmer übertragen – daher bei Flohbefall immer auch an eine entsprechende Entwurmung denken!

Die Flohbissallergie ist eine der häufigsten Hauterkrankungen beim Hund. Sie entsteht durch eine Überempfindlichkeitsreaktion auf antigene Bestandteile des Flohspeichels. Auch wenn Flöhe das ganze Jahr über anwesend sind, beginnt die Erkrankung meist im Sommer, entwickelt sich dann aber zu einem ganzjährig bestehenden Problem. Schließlich reicht ein einziger Flohbiss, um die Allergie ausbrechen zu lassen bzw. sie zu unterhalten, denn alte Bisse werden durch einen erneuten Flohbiss wieder aktiviert – es entstehen erhabenen Quaddeln.

Hunde reagieren auf den Flohbefall mit einer stark juckenden Hautentzündung (Dermatitis). Typisches Bild dieser Flohbissdermatitis sind Krusten- und Schuppenbildung entlang des Rückens – besonders betroffen ist meist die Hüftregion und der Schwanzansatz. Kleinere Krusten, Pusteln und Pappeln findet man auf der Haut am Bauch und den Schenkelinnenseiten. In schweren Fällen können sich die Hautveränderungen bis in die Achseln und die Nackenregion ausbreiten, selbst Halsbereich und Ohren sind schließlich betroffen. Das durch den Juckreiz verursachte massive Kratzen der Tiere führt nicht selten zum Haarausfall. Das Fell wird schüttern, auch Haarbruch wird sichtbar. Häufig reagiert die gestresste Haut mit einer sekundären Seborrhö (übermäßige Fettproduktion der Haut), auch kann die Hautentzündung eitrig werden (Pyodermie). 

Diagnose

Die charakteristischen klinischen Symptome und die Anwesenheit von Flöhen oder zumindest von Flohkot geben meist sichere Hinweise. Zur Diagnosesicherung kann ein Allergietest gemacht werden.

Therapie

An erster Stelle des Therapieplans steht eine gründliche Flohbekämpfung und eine konsequente Flohprophylaxe. Da sich Flöhe nur zeitweise zum Blutsaugen auf dem Tier befinden, sich ansonsten aber in der Umgebung aufhalten, wo sie massenhaft Eier ablegen (aus ihnen entwickeln sich über Larven- und Puppenstadium die adulten Flöhe), muss bei der Flohbekämpfung immer auch die Umgebung mit einbezogen werden:

  • Die gesamte Wohnung, besonders Schlaf- und Liegeplätze des Hundes, müssen regelmäßig gestaubsaugt werden, um die Zahl der Floheier, -larven und –puppen zu dezimieren. Es ist sinnvoll, den Staubsaugerbeutel mit einem Antiparasitenmittel zu behandeln.
  • Decken, Kissen etc. des Tiers müssen gewaschen und am besten mit einem antiparasitären Spray behandelt werden.
  • Die gesamte Wohnung sollte mit einem geeignete Antiparasitenspray oder sogenannten Foggern behandelt werden. Am besten geeignet sind Mittel mit Langzeitwirkung.
  • Auch die Umgebung des Hundes im Freien (Zwinger, Hundehütte etc.) und der Hundebereich des Autos dürfen nicht vergessen werden.
  • Und natürlich müssen sämtliche Tiere des Haushalts gründlich behandelt werden. Hier stehen entsprechende antiparasitäre Sprays, Spot-ons, Halsbänder, Puder und Shampoos zur Anwendung am Tier zur Verfügung.

Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt über die unterschiedlichen Wirkstoffe und Wirkungsweisen der Präparate beraten und einen Behandlungsplan erstellen – Flohprobleme können nämlich extrem hartnäckig sein und bedürfen entsprechender Fachkenntnisse.

Bei der Behandlung der Allergie steht die Kontrolle des quälenden Juckreizens im Vordergrund. Hier finden spezielle Kortisonpräparate und Antihistaminika ihren Einsatz. Linderung bringen auch juckreizstillende und hautberuhigende Shampoos. Je nach Schwere der Hautveränderungen können auch weiterführende Maßnahmen, wie z. B. die Gabe eines hautspezifischen Antibiotikums notwendig werden. Zusätzlich kann man durch das Zufüttern von Nahrungsergänzungsmittel, die hochdosiert ungesättigte Fettsäuren im therapeutisch sinnvollen Verhältnis enthalten (z. B. Viacutan®), die Regeneration von Haut und Haarkleid effektiv unterstützen. Eine weitere Therapiemöglichkeit ist die Hyposensibilisierung, die bei ca. 40 % der Hunde mit einer Flohbißallergie erfolgreich ist.

Prophylaxe

Da man Allergien nicht heilen, sondern nur kontrollieren kann, ist eine ganzjährige optimale Flohprophylaxe des Patienten von entscheidender Wichtigkeit. Denn ein einziger Flohbiss reicht leider aus, um die Allergie wieder voll aufblühen zu lassen.

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