flöhe - die häufigsten ektoparasiten bei tier und mensch

Hoffentlich denkt Frauchen an meinen Flohschutz!“ hofft Airedale Terrier „Leon“ beim Tierarztbesuch.


Flöhe sind mit ca. 1900 Arten weltweit verbreitete, periodisch-temporäre Ektoparasiten der Vögel und der Säugetiere, einschließlich des Menschen. In Mitteleuropa leben ungefähr 70 verschiedene Arten. Sie sind flügellos, gelb- bis dunkelbraun gefärbt und 1-8mm groß. Der Körper ist stark seitlich abgeplattet, was ihnen neben ihrem enormen Sprungvermögen (ca. 20 cm hoch und 35 cm weit) eine rasche Fortbewegung im Haar- oder Federkleid ermöglicht. Der Kopf trägt stechend-saugende Mundwerkzeuge. Obwohl Flöhe meist nach bestimmten Wirten benannt werden, wie Menschenfloh, Hundefloh, Katzenfloh, Hühnerfloh, Igelfloh, Rattenfloh, weisen sie nur Wirtspräferenzen und keine Wirtsspezifität auf. So wird der Mensch nicht selten als Ersatzwirt von bestimmten Tierflöhen benutzt.


Entwicklungszyklus und Lebensweise:

Als temporäre Ektoparasiten halten sich Flöhe (Blutsauger) nur vorübergehend zur Nahrungsaufnahme im Haar- oder Federkleid auf. Weibliche Flöhe beginnen etwa einen Tag nach der Begattung mit der Eiablage, wobei immer 4-8 Eier kurz hintereinander ausgestoßen werden. Die Weibchen legen 20-30 Eier pro Tag, mehrere Hunderte in ihrem Leben, wenn sie die Möglichkeit zum Blutsaugen haben. Die Eier sind 0,5-2mm groß, oval, weiß und mit bloßem Auge noch gut sichtbar. Sie werden entweder ins Haarkleid abgelegt, von wo sie dann abfallen, oder in Fußbodenritzen, Lagerstätten, Sessel, Sofas, Teppiche, ins Katzenklo usw. Je nach Temperatur (bevorzugt 18-27°C) und Luftfeuchtigkeit (bevorzugt 75-85%) schlüpfen nach 4-12 Tagen die weißlichen, stark beborsteten, mit beißenden Mundwerkzeugen versehenen Larven. Die ca. 5mm großen Larven ernähren sich von Hautschuppen und dem Kot adulter Flöhe, der gewöhnlich viel unverdautes Blut enthält. Das Larvenwachstum erfolgt in 3 Stadien. Die Drittlarve spinnt einen losen Kokon, in dem sie sich zur Puppe häutet. Die Puppenruhe dauert je nach Umweltbedingungen 4-14 Tage, es kann aber auch mehrere Monate (Winter) dauern bis der geschlechtsreife Floh schlüpft. Beide Geschlechter saugen täglich einmal Blut, wozu jeweils 1-2 Stunden benötigt werden. Dabei begnügen sie sich nicht mit der für die Ernährung notwendige Menge, sondern sie lassen das frisch aufgenommene Blut bis zum Enddarm durchströmen und geben es in Form feiner Tröpfchen aus dem After wieder ab (Nahrungsquelle für die Larven!). Flöhe sind aber auch in der Lage lange Zeit zu hungern. Unter günstigen Bedingungen sind Hungerperioden bis zu 1,5 Jahren beobachtet worden. Dies erklärt die oft invasionsartigen Überfälle auf den Menschen beim Betreten von längerer Zeit unbenutzten Räumen, in denen zuvor z.B. Katzen, Hunde oder Hühner untergebracht waren.

Flöhe als Überträger bzw. Auslöser von Krankheiten:

Flöhe sind nicht nur lästige Plagegeister – sie können auch zur ernsten Bedrohung für die Gesundheit ihrer Tiere werden. Flohstiche treten immer gehäuft auf, da der Parasit mehrfach in die Haut einsticht, bevor er Blut saugt. Die Folge sind gruppenweise oder linear auftretende Hautreaktionen mit erheblichem Juckreiz. Durch starkes Kratzen kommt es zur massiven Hautschädigung und nachfolgender bakterieller Infektion. Ein Massenbefall führt zu Ekzemen, Abmagerung und Anämie. Bestandteile des Flohspeichels können auch eine sogenannte Flohbiss- bzw. Flohspeichelallergie (allergische Flohdermatitis) auslösen. Der Biss eines einzigen Flohs reicht dann oft aus, um extremen Juckreiz, Ödeme, Hautrötungen und Entzündungen hervorzurufen. Kratzen, intensives Putzen und Lecken verursachen oft haarlose Stellen, v.a. auf dem Rücken und im Schwanzbereich. Die psychische Belastung kann so groß sein, dass sich das Tier selbst dann noch kratzt, wenn die Flöhe eliminiert sind. Flöhe können durch das Blutsaugen auch Infektionskrankheiten übertragen. Im Mittelalter waren Flöhe z.B. an der Pestübertragung beteiligt. Der Floh ist Zwischenwirt des Gurkenkernbandwurmes (Dipylidium caninum). Hunde und Katzen nehmen infizierte Flöhe bei ihrer täglichen Fellpflege auf und schlucken sie ab. Die im Floh enthaltenen Jungstadien des Wurms entwickeln sich im Darm zu erwachsenen Bandwürmern. Hunde und Katzen sollten daher im Rahmen der Flohbekämpfung auch ein Mittel gegen Bandwürmer erhalten. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn im Haushalt kleine Kinder leben.

Diagnose:

Flohbefall ist nicht immer leicht zu entdecken. Bei langhaarigen Tieren sind einzelne, schnell durch das Haarkleid fliehende Flöhe leicht zu übersehen. Ein guter Hinweis auf Flohbefall gibt der im Fell verbleibende ca. 1-3mm lange, braunschwarze Flohkot. Wird der Flohkot auf weißem, feuchtem Tuch verrieben, erhält man eine rotbraune Färbung, die durch den hohen Blutanteil im Flohkot zustande kommt.

Therapie - Flohbekämpfung:

Da sich nur ca. 5% der Flohpopulation auf ihrem Wirt aufhält, der Rest sich aber in Form von Eiern, Larven und Puppen in der Umgebung befindet, muss neben der Tierbehandlung auch immer die Umgebungsbehandlung im Vordergrund stehen.
Umgebungsbehandlung: Durch regelmäßiges, gründliches Staubsaugen der Teppichböden, einschließlich aller Fugen und Ritzen, sowie Waschen der Tierdecken werden Floheier, -larven und –puppen weitgehend entfernt. Vor allem bei starkem Flohbefall sollte zusätzlich ein Insektizid für die Flohbekämpfung in der Wohnung eingesetzt werden. Dabei werden vorzugsweise der Bereich der Liegeplätze, das Körbchen sowie Ecken und Ritzen eingesprüht. Auch das Auto und der Staubsaugerbeutel sollten nicht vergessen werden. Bei einer regelrechten Flohplage ist der Einsatz sogenannter Fogger empfehlenswert. Sie produzieren einen sehr feinen Sprühnebel, der sich selbsttätig im gesamten Raum verteilt und damit auch alle sonst nur schwer zugänglichen Stellen erreicht.
Tierbehandlung: Die Flohbekämpfung am Tier kann z.B. durch Kämmen mit speziellen Flohkämmen, Insektizidhalsbändern, Spot-on-Präparaten, Shampoos und Sprays erfolgen – also äußerlich. Oder von innen durch die Gabe von Produkten in Tablettenform, deren Wirkstoffe ins Hundeblut gelangen und so die Flöhe bei ihrer Nahrungsaufnahme abtöten oder ihre Vermehrung verhindern. Bei Hunden, die gerne schwimmen gehen oder öfters gebadet werden, ist es wichtig, auf einen wasserfesten Flohschutz zu achten.
Lassen sie sich von ihrem Tierarzt beraten, welches Präparat für ihr Tier das Geeignete ist, denn dies ist unter anderem vom Alter, Gesundheitszustand und der Umgebung (z.B.Kleinkinder) abhängig.

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