FIV-Infektion  -  Katzenaids

Impfen schützt! Diese Worte gibt man Katzenbesitzer an die Hand, damit sie ihr Tier vor gefährlichen und lebensbedrohlichen Krankheiten wie z.B. Katzenseuche, Katzenschnupfen oder Leukose durch Impfen schützen können.
Leider gibt es neben dem felinen Leukosevirus aber noch ein weiteres Virus, das zu schweren Beeinträchtigungen des Immunsystems führen kann. So ist das sogenannte feline Immunschwächevirus – kurz FIV - für die Aidserkrankung der Katze verantwortlich. Das Virus ist weltweit verbreitet. In Deutschland liegt die Durchseuchungsrate bei 2-8%, wobei der Norden Deutschlands stärker betroffen ist als Süddeutschland. Und leider gibt es gegen dieses Virus noch keinen Impfstoff! Umso wichtiger ist es, mehr über die FIV-Infektion zu wissen, um für sein Tier die möglichen Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen.

Ansteckung:
Die Virusübertragung und somit Ansteckung erfolgt in den meisten Fällen durch den Biss eines infizierten Tieres. Eine hohe Infektionsgefahr geht daher besonders von Katzen mit aggressivem Territorialverhalten aus. Allein durch die gemeinsame Benutzung von Schlaf- und Futterplätzen wird das Virus jedoch nicht übertragen. Eine weitere Übertragungsmöglichkeit ist der Deckakt bzw. der damit verbundene Nackenbiss des Katers bei der Katze. Und Katzenwelpen können sich leider während der Geburt oder über die infizierte Muttermilch anstecken.
FIV ist in den sogenannten „Risikogruppen“ besonders weit verbreitet. Ihnen gehören vor allem ältere Kater an, die Freigänger sind, in einer hohen Populationsdichte leben und ein ausgeprägtes Revierverhalten zeigen. Katzenaids tritt dadurch bei männlichen Tieren weit häufiger auf als bei weiblichen. Zum Glück gibt es keinerlei Hinweise dafür, dass das Katzenaidsvirus auf den Menschen übertragen werden kann.

Außer bei unseren Hauskatzen konnte das feline Immunschwäche-virus auch bei Löwen, Geparden, Leoparden und Jaguaren nach-gewiesen werden.

Klinik:
In Anlehnung an die HIV-Infektion beim Menschen erfolgt die Klassifikation der FIV-Infektion der Katze:
Phase 1 – Initialphase, Dauer Wochen bis Monate, hier kann es zu Fieber, speziellen Veränderungen im Blutbild und Schwellung der Lymphknoten kommen.
Phase 2 - Latenzphase, symptomlose Phase, Dauer Jahre, ohne Krankheitsanzeichen.
Phase 3 – Phase der unspezifischen Krankheitssymptome, Dauer Monate bis ein Jahr, in diesem Stadium können wiederkehrendes Fieber unbekannter Ursache, Anämie, Appetitmangel, Gewichtsverlust, chronische Zahnfleischentzündungen, Kümmern und/oder Verhaltensstörungen auffallen. Die meisten Katzen werden dem Tierarzt aber erst in der 4. Phase - AIDS-ähnliche Phase - vorgestellt. Die Katzen leiden nun durch die virusbedingte Schädigung des Immunsystems an chronischen Infektionen, Tumoren und neurologischen Störungen (motorische Störungen, Abweichungen im Verhalten, Zuckungen, Krämpfe, Ataxien). Außerdem kommt es durch die Entwicklung einer massiven Immunschwäche zur besonderen Anfälligkeit gegenüber Sekundärinfektionen (andere Virusinfektionen, v.a. mit dem FIP-Virus, Pilzinfektionen, bakterielle oder parasitäre Infektionen). Häufige FIV-bedingte Erkrankungen sind z.B. massive Entzündungen und Geschwüre in der Maulhöhle, die zu Nahrungsverweigerung und Abmagerung führen können, Magen-Darm-Erkrankungen, Probleme mit der Leber oder Bauchspeicheldrüse, entzündliche Erkrankungen der Atemwege, Nierenprobleme (z.B. Schrumpfnieren), Blasenentzündungen, chronische Hauterkrankungen (z.B. Abszesse, Dermatitis, Ohrentzündungen, Milbenbefall), Augenerkrankungen (z.B. Binde- und Hornhautentzündungen, Linsentrübung, Glaukom) und Blutbildveränderungen (z.B. Anämie).


Diagnose:
Durch eine Blutuntersuchung, bei der die Antikörper gegen das Immunschwächevirus nachgewiesen werden, kann die Erkrankung diagnostiziert werden.

Prophylaxe:
Leider steht noch kein wirksamer Impfstoff zur Verfügung. So kann eine Infektion nur durch seuchenhygienische Maßnahmen verhindert werden, die Vermeidung von Freilauf und Kontakt zu anderen Katzen beinhalten. Da Katzen-Aids hauptsächlich durch Bisse übertragen wird, lässt sich das Risiko der Ansteckung senken, indem man Kater so früh wie möglich kastrieren lässt. Dadurch sind die Tiere weniger aggressiv und angriffslustig. Ein vollständiger Schutz vor FIV besteht durch eine Kastration jedoch nicht, da auch unkastrierte Katzen oft ihr Revier verteidigen.

Therapie:
Es gibt keine Heilung einer FIV-Infektion! Viele Katzen leben jedoch viele Jahre ohne klinische Symptome, insbesondere, wenn sie in keim- und stressarmer Umgebung gehalten werden. Eine Verlängerung der Überlebenszeit und eine Verbesserung der Lebensqualität kann durch eine antivirale Therapie erzielt werden. Für diese antivirale Chemotherapie stehen Substanzen aus der HIV-Forschung zur Verfügung. Zusätzlich müssen die Sekundärinfektionen symptomatisch behandelt werden.

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