ernährungsbedingte Zinkdermatose beim hund

Hauterkrankung aufgrund von ernährungsbedingtem Zinkmangel

Ernährungsbedingte Zinkdermatose beim Hund
Ohne Zinkmangel können diese sportliche Huskies den Winter voll Freude genießen.

Unter der ernährungsbedingten Zinkdermatose versteht man eine Hauterkrankung aufgrund von ernährungsbedingtem Zinkmangel.

Dass es zum Zinkmangel kommt, kann zum einen auf einem genetischen Defekt beruhen, der die Zinkresorption im Darm stört. Dieser Gendefekt wurde beim Bullterrier und dem Alaskan Malamute nachgewiesen. Auch beim Siberian Husky wird eine Erblichkeit vermutet, da die Erkrankung bei dieser Rasse ebenfalls gehäuft auftritt. Meistens sind mehrere Welpen eines Wurfs betroffen. Die ersten Symptome treten bereits im Alter von wenigen Monaten auf.Zum anderen kann ein relativer Zinkmangel entstehen, wenn Hunde mit nicht standardisiertem Hundefutter gefüttert werden. So vermutet man, dass ein hoher Getreideanteil in der Nahrung und kalziumreiches Futter vermehrt Zink im Darmtrakt bindet und somit die Zinkaufnahme in den Körper verhindert. Ebenfalls betroffen können schnellwüchsige Welpen großer Rassen sein - z.B. Labrador Retriever, Deutscher Schäferhund, Dänische Dogge.

Symptome

Die Zinkdermatose kann sich in 2 verschiedenen klinischen Bildern äußern.

  • Bild 1: Auffällig sind übermäßig stark verhornende Bezirke, sogenannte hyperkeratotische Plaques, deren oberflächliche Hornsubstanz sich aber weich anfühlt. Typische Stellen für diese Plaques sind um die Augen herum, an den Lefzen, den Innenseiten der Ohren, an Ellenbogen und Ballen, um die Geschlechtsöffnungen und am After. Prinzipiell können die verhornten Bezirke aber überall auftreten, es können eine oder mehrere Stellen betroffen sein, im weiteren Verlauf kann sich die Erkrankung über den gesamten Körper ausbreiten. Das Fell ist auffallend stumpf und trocken. In der Regel tritt die Zinkdermatose bereits bei Jungtieren vor der Geschlechtsreife auf – seltener ist ein erstmaliges Auftreten bei bereits erwachsenen Tieren. Von diesem Krankheitsbild sind vor allem der Alaskan Malamute, der Siberian Husky und schnellwüchsige Welpen großer Rassen betroffen.
  • Das 2. Bild der Zinkdermatose zeigt sich meistens schon in den ersten beiden Lebensmonaten. Hier beginnt die Erkrankung mit einem Erythem (umschriebene Hautrötung), aus dem sich schnell eine eitrige Hautentzündung mit Krustenbildung, Schuppen und Haarausfall entwickelt. Die Hautveränderungen befinden sich vor allem am Kopf, den Gelenken (v.a. Ellenbogen) und den Ballen. Weitere Symptome sind stumpfes Fell, Seborrhö (fettige Haut und Haare durch übermäßige Produktion der Talgdrüsen), Behalten des Welpenfells und Wachstumsverzögerung. Oft wirken die Tiere niedergeschlagen. Besonders häufig sind Bullterrier von dieser Krankheitsform betroffen.

Diagnose

Neben den typischen Symptomen und der Rassendisposition, kann man erniedrigte Zinkwerte mittels Blutuntersuchung nachweisen. Auch die histopathologische Untersuchung einer Hautbiopsie gibt Aufschluss.

Therapie

Welpen und falsch ernährte Tiere sprechen meist schnell auf eine orale Therapie (einmal täglich) mit speziellen Zinkpräparaten an. Zusätzlich muss auf ein ausgewogenes Futter geachtet werden. In manchen Fällen führt jedoch erst eine intravenöse Zinktherapie (einmal pro Woche) zum Erfolg.

Geht die Zinkdermatose mit einer eitrigen Dermatitis oder einer Seborrhö einher, sollte bei Bedarf zusätzlich mit einem hautspezifischen Antibiotikum bzw. mit einem geeigneten Shampoo gegen Seborrhö behandelt werden.Therapiebegleitend können spezielle Nahrungsergänzungsmittel gegeben werden, die hochdosiert ungesättigte Fettsäuren im richtigen therapeutisch wirksamen Verhältnis zueinander enthalten (z.B. Viacutan®). Diese ungesättigte Fettsäuren unterstützen die Gesundheit und Regeneration von Haut und Haarkleid und wirken sich gleichzeitig positiv auf die Entzündungsgeschehen aus.

Anders ist es leider beim Bullterrier – er spricht nicht auf eine Zinktherapie an. Die meisten Tiere sterben vor dem 15. Lebensmonat durch Immunschwäche z.B. an einer schweren Bronchopneumonie.

Wegen der Vereblichkeit der Zinkdermatose sollte mit betroffenen Bullterriern, Malamuten und Huskies nicht gezüchtet werden. Auch ist es ratsam Geschwister und Eltern von erkrankten Tieren aus der Zucht zu nehmen, da diese oft Träger des Gendefekts sind, ohne selbst erkrankt zu sein.

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