Die Schwanzdrüsenhyperplasie beim hund

Die Violsche Drüse ist ein Erbe vom Vorfahren Wolf.


 Einige Zentimeter vom Schwanzansatz entfernt sitzt beim Hund auf der Schwanzoberseite die sogenannte Schwanzdrüse oder Violsche Drüse. Sie ist leicht erhaben, von ovaler Form und mit zahlreichen Talgdrüsen besetzt.

Je nach Größe des Hundes ist sie bis zu ca. 3 cm breit und 9 cm lang. Diese Drüse kommt in der Natur bei Raubtieren wie dem Wolf, Kojoten, Fuchs und Dachs vor. Bei den genannten Wildtieren gibt die Drüse Duftstoffe ab, die der sozialen Kommunikation dienen. Unser Haustier Hund besitzt die Drüse zwar noch, ihre Funktion gilt aber als verloren gegangen.

Warum es zur Schwanzdrüsenhyperplasie, also Vergrößerung kommt, ist bislang unbekannt, aber sie tritt gehäuft bei Rüden mit Hodentumoren bzw. erhöhtem Androgenspiegel auf.

Symptome

Die Schwanzdrüsenvergrößerung macht sich zunächst durch Haarausfall an der betroffenen Stelle bemerkbar oder es kommt durch eine übermäßige Talgproduktion zunächst zum fettigen Verkleben der Haare an dieser Stelle. Dann kommen Rötungen und die Bildung von Komedonen (Mitessern) hinzu, deren schwarz-braune Spitzen gut sichtbar sind. Im weiteren Verlauf bilden sich Entzündungen und Pusteln, die aufplatzen und ein blutiges Sekret absondern. Bei schwereren Fällen können sogar Geschwüre entstehen. Die Schwanzdrüse kann sich sehr stark vergrößern und auch tumorös entarten.

Diagnose

Die Diagnose kann anhand der klinischen Symptome bzw. dem Vorbericht Hodentumor gesichert werden. Im Verdachtsfall sollte man eine reine Schwanzdrüsenvergrößerung von einer Schwanzdrüsenneoplasie, also einem Tumor abgrenzen. Dies kann durch eine Biopsie und anschließende histopathologische Untersuchung erfolgen.

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Erkrankung. Bei leichten Fällen reicht es meist die betroffene Region lokal zu behandeln (z.B. mit 2,5% igem Benzoylperoxid). Sind auch Pusteln vorhanden, muss auch eine Antibiose über einen längeren Zeitraum (mindestens 3-4 Wochen) durchgeführt werden, um die Entzündung sicher zu bekämpfen.
Liegt eine Neoplasie der Schwanzdrüse vor, ist die chirurgische Entfernung anzuraten. Dies gilt auch für Fälle, bei denen die antibiotische Therapie nicht zum Erfolg führt.
Unterstützen kann man die Behandlung der Schwanzdrüsenhyperplasie durch Nahrungsergänzungsmittel, die hochdosiert ungesättigte Fettsäuren im richtigen therapeutisch wirksamen Verhältnis enthalten. Diese ungesättigte Fettsäuren unterstützen die Gesundheit und Regeneration von Haut und Haarkleid und wirken sich gleichzeitig positiv auf das Entzündungsgeschehen aus.

Prognose

Da eine vollständige Entfernung der Schwanzdrüse nicht möglich ist, kommt es nach 1-3 Jahren leider nicht selten zum Rezidiv.

Wenn ein Hodentumor vorliegt, hat die Kastration jedoch einen sehr günstigen Einfluss auf die Schwanzdrüsenhyperplasie.

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