die kastration der Hündin

Wie kann man ungewollter Trächtigkeit vorbeugen?

Die sicherste Methode ist natürlich die Kastration.

Durch chirurgische Entfernung von Eierstöcken (Ovarien) und Gebärmutter (Uterus) werden die Sexualfunktionen zeitlebens und irreversibel ausgeschaltet. Gerade bei Hündinnen, die nach der Läufigkeit zur Scheinträchtigkeit neigen, empfiehlt sich die Kastration.
Je früher eine Hündin kastriert wird, desto geringer ist auch das Risiko der Entwicklung von Gesäugetumoren (Mammatumoren) im Alter. Bei Kastration vor der 1. Läufigkeit sinkt das Risiko fast auf null, für die Lernfähigkeit soll es allerdings besser sein, erst nach der 1. bzw. 2. Läufigkeit zu kastrieren.

Sexualzyklus der Huendin
Geschafft! Patientin "Querida" hat die Operation gut überstanden.
Bis zum Fädenziehen muss der lästige Halskragen noch getragen werden, damit die Narbe schön verheilen kann und nicht wundgeleckt wird.

Ein weiterer großer Vorteil der Kastration ist das Umgehen der Gefahr einer Gebärmuttervereiterung (Pyometra). Diese Gefahr besteht prinzipiell nach jeder Läufigkeit: Gegen Ende des Östrus haben Bakterien die Möglichkeit durch den noch geöffneten Muttermund (Zervix) in die Gebärmutter einzudringen. Begünstigt durch die im Metöstrus geschlossene Zervix und die lange Progesteronphase während der Pseudogravidität kann es dann zur Gebärmutterentzündung bzw. -vereiterung kommen. Allmählich füllt sich der Uterus mit eitrigem Sekret, Toxine aus dem Uterusinhalt werden vom Körper resorbiert und führen zur Toxinämie (Blutvergiftung). Das tückische der Pyometra ist, dass sie für den Hundebesitzer oft sehr schwer zu erkennen ist. Vermehrter Durst und leichte Mattigkeit sind, zumindest zu Beginn der Erkrankung, oft die einzigen Anzeichen. Gelegentlich öffnet sich die Zervix, es kommt zur Entleerung des Uterus und eitriger Scheidenausfluß wird sichtbar. Wird die Gebärmuttervereiterung rechtzeitig erkannt, ist sie je nach Form durch Medikamente bzw. in der Regel durch die Kastration gut in den Griff zu bekommen. Bei schwerer Toxinämie mit Fieber, Dehydration, Apathie und Schock kann jedoch selbst ein Not-OP die Hündin oft nicht mehr retten.

Gleiches gilt für Rupturen des Uterus (vergleichbar: Blinddarmdurchbruch), bei denen sich der eitrige Inhalt (teilweise mehrere Liter) in die Bauchhöhle ergießt und dort zur lebensgefährlichen Peritonitis (Bauchfellentzündung) führt. 
Vorteilhaft wirkt sich die Kastration auch auf die Psyche der Hündin aus. Abgesehen davon, dass der vielfach nicht zu unterschätzende hormonelle Stress der Läufigkeit entfällt, reagieren besonders ängstliche, nervöse oder hyperaktive Tiere meist sehr positiv auf die Kastration. Sie werden ausgeglichener, konzentrierter und selbstbewusster. An Temperament und Bewegungslust verlieren sie auf keinen Fall. Und die Behauptung, kastrierte Hündinnen würden unweigerlich dick werden, stimmt nur in soweit, daß durch die Kastration die Futterverwertung besser werden kann. Durch kontrollierte Fütterung (evtl. mit einem kalorienreduzierten Futter) und ausreichende Bewegung kann diesem Nachteil aber entgegengewirkt werden.
Eine andere nennenswerte Nebenwirkung der Kastration kann die sogenannteHarninkontinenz (Harnträufeln) sein. Meistens äußert sich die Inkontinenz nur im Schlaf und tritt oft nur schwach oder intermittierend (ein- bis zweimal im Jahr) in Erscheinung. Mit gezielter hormoneller Behandlung ist sie allerdings gut zu beheben. 

Als Alternative zur Kastration gibt es die hormonelle  Läufigkeitsunterdrückung als Empfängnisverhütung. Gebräuchlich ist die Verwendung von Progestagenen als Depotinjektion (der Wirkstoff wird langsam über einen längeren Zeitraum hin freigesetzt). Progestagene sind synthetische Wirkstoffe, die den Effekt des natürlichen Hormons Progesteron nachahmen (es kommt nicht mehr zu Ovulationen). Durch die je nach Präparat alle 3-6 Monate wiederholte Injektion wird eine langzeitige Verhinderung der Läufigkeit erzielt. Progestagene sollten jedoch nicht eingesetzt werden, um die Läufigkeit für unbegrenzte Zeit zu verhindern, da sich das Risiko des Auftretens unerwünschter Nebenwirkungen (z. B. Pyometra, Akromegalie, Diabetes mellitus, kein Schutz, evtl. sogar Begünstigung von Mammatumoren) mit zunehmender Behandlungsdauer erhöht.
Es wird deshalb als nicht ratsam erachtet, den künstlichen Anöstrus über mehr als 2 Jahre aufrecht zu erhalten. Auch vom Einsatz bei Zuchttieren raten einige Hersteller ab. Wichtig für die Läufigkeitsunterdrückung ist ein unproblematischer und zudem regelmäßiger Zyklusverlauf der Hündin, denn die erste Behandlung sollte in einer Phase der vollkommenen Ovarruhe (Anöstrus) erfolgen. Dies bedeutet, dass die erste Hormonapplikation frühestens 3 Monate nach einer beobachteten und spätestens 1 Monat vor der nächsten zu erwartenden Läufigkeit vorgenommen werden kann.
Sie sehen, der Sexualzyklus der Hündin ist recht kompliziert und äußert sich individuell unterschiedlich. Lassen sie sich deshalb von ihrem Tierarzt beraten, was für die Gesundheit und das Wohlergehen ihrer Hündin am besten ist. 

Sie verlassen jetzt unsere Website

Bitte beachten Sie, dass dieser Link eine Website öffnet, für deren Inhalt die Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH nicht verantwortlich ist und auf die unsere Datenschutzbestimmungen keine Anwendung finden. weiter