Geburt bei der Hündin

Geburt bei der Hündin
Mutterglück!

Das psychische und physische Gleichgewicht der Hündin ist die wichtigste Voraussetzung für eine normale Geburt . Jede unnötige Aufregung oder Störung des Muttertiers ist daher zu vermeiden. Viele Geburtsstörungen sind allein darauf zurückzuführen, dass dieser Grundsatz nicht beachtet wird. So stellen unerfahrene Züchter bzw. Hundebesitzer die Hündin oft bei den ersten Geburtsanzeichen beim Tierarzt vor, was dazu führen kann, dass der Geburtsablauf stoppt und bereits im Geburtskanal befindliche Welpen sterben.


Ein sicheres Anzeichen für die anstehende Geburt ist das Absinken der Körpertemperatur 12 - 24 Stunden vorher um ca. 1° C (zweimal täglich die Rektaltemperatur messen!). Mit dem Einsetzten der Eröffnungsphase steigt die Körpertemperatur danach wieder an.

Vorbereitung 

Bereits einige Tage vor dem Wurftermin sollte eine stabile Wurfkiste vorbereitet sein, an die sich die Hündin gewöhnen kann. Die Wurfkiste muss groß genug sein, um den wachsenden Welpen bis zum Absetzten genug Raum zu bieten. Je nach Wurfraum ist es nötig, die Kiste mit hohen Seitenwänden auszustatten, um Zugluft zu fernzuhalten, und sie einige Zentimeter hochzustellen, um Bodenkälte und -feuchtigkeit zu vermeiden. Eine Teil der Kistenwand sollte so niedrig sein, dass die Hündin bequem ein- und aussteigen kann. Besonders nervöse Hündinnen fühlen sich in einer abgedeckten Kiste (Höhlencharakter) oft sicherer. Dicke Handtücher, Matratzenunterlagen oder Fußmatten eignen sich prima als Einlage für die Wurfkiste, müssen aber gut waschbar oder Einmalartikel sein. Zeitungspapier ist zwar auch hygienisch, gibt den Welpen aber nicht genug Halt, wenn sie laufen lernen, da es sehr rutschig ist. Die Einlage sollte nicht zu locker sein, damit die Hündin sie nicht unter sich scharren kann und womöglich einen Welpen darunter erstickt. Besonders kleine Welpen darf man niemals in losem Material liegen lassen, das die Atmung behindern könnte. 

Die Geburt

Die Geburt beginnt mit der Öffnungsphase, die 6 - 12 Stunden dauert. Der Gebärmuttermund öffnet sich, schleimiges Sekret geht ab, es kommt zum Einsetzten der ersten Wehen, die äußerlich aber noch nicht erkennbar sind, und die weichen Geburtswege werden durch die Fruchthüllen des ersten Welpen geweitet. Bei manche Hündinnen verändert sich das Verhalten, sie verweigern in dieser Phase angebotene Nahrung, sind unruhig und ängstlich, suchen abgeschiedene Plätze auf, zeigen Nestbauverhalten, gelegentlich kann es auch zu Erbrechen kommen. 

Sind die Geburtswege entsprechend vorbereitet, kommt es zur Austreibungsphase: Durch die Wehentätigkeit wird der erste Welpe in den Geburtskanal geschoben. Reflektorisch setzt die Bauchpresse ein und die Austreibungsphase beginnt. Die Fruchtblasen reißen entweder schon im Geburtskanal oder werden von der Hündin durch Lecken oder Beißen eröffnet, sobald der Welpe ins Freie tritt. Das Fruchtwasser ist anfangs farblos bzw. leicht grau opaleszierend, verfärbt sich aber durch das Freiwerden von Blutabbaustoffen aus den Randhämatomen der Plazenta grünlich, sobald sich die erste Plazenta löst. Nach der Geburt des Welpen befreit die Hündin ihn von noch vorhandenen Fruchthüllen, leckt ihn trocken und beißt schließlich die Nabelschnur durch. Öffnet die Hündin die Fruchthüllen nicht selbst in den ersten Minuten, ist menschliche Hilfe nötig, sonst erstickt der Welpe. Andererseits ist es besser, nicht zu früh einzugreifen, solange der Welpe nicht in Gefahr ist, da manche Hündinnen eine Abneigung gegen menschliches Eingreifen haben, die Geburt dadurch stocken kann oder der Welpe nicht angenommen wird, wenn zuviel Hilfe aufgedrängt wurde. 

Die Nachgeburt

Die Nachgeburt geht in der Regel innerhalb von 15 Minuten ab und wird von der Hündin gefressen. Bei Mehrlingsgeburten werden die Welpen abwechselnd aus beiden Gebärmutterhörnern geboren, wodurch auch zwei Tiere unmittelbar nacheinander auf die Welt kommen können, bevor anschließend die dazugehörigen Plazenten ausgestoßen werden. Die Jungen kommen im Allgemeinen im Abstand von etwa 30 Minuten zur Welt, er kann aber auch nur wenige Minuten oder aber mehrere Stunden betragen. Eine normale Geburt dauert höchstens 24 Stunden. Sollte die Geburt Ihrer Hündin länger dauern oder Sie den Eindruck haben, dass Geburtsstörungen vorliegen, dann informieren Sie sofort Ihren Tierarzt. Er kann durch Ihren Bericht die Lage einschätzen und entscheiden, was zu tun ist. Auch sollte man sicher sein, dass alle Nachgeburten ausgeschieden wurden. Eine verhaltene Nachgeburt führt meist zu einer Gebärmutterinfektion und diese zu einer Intoxikation, die tödlich enden kann, wenn sie nicht schnell behandelt wird. Ein dunkelroter oder braunroter Ausfluss nach der Geburt ist in der Regel ein Zeichen, dass alle Nachgeburten ausgeschieden sind. Ausfluss jeder anderen Farbe, besonders braun oder grünlich, der meist 48 - 72 Stunden nach der Geburt auftritt, spricht für ein Nachgeburtsverhalten, für eine stecken gebliebene Frucht oder eine Gebärmutterinfektion. Auch lethargisches Verhalten oder Appetitlosigkeit der Hündin nach der Geburt sind verdächtige Zeichen und müssen sofort vom Tierarzt kontrolliert werden.
Wie bei allen neugeborenen Säugetieren ist es auch bei Welpen entscheidend, daß sie nach der Geburt möglichst schnell am Gesäuge trinken, um die hochwertige Kolostralmich in ausreichender Menge zu bekommen. Die in der Kolostralmilch enthaltenen mütterlichen Antikörper sind für die Welpen lebenswichtig, denn dadurch werden ihre Abwehrkräfte gestärkt und sie vor Infektionen geschützt. Nach wenigen Tagen wird die Kolostralmilch von der normalen Muttermilch ersetzt. 

Im Gegensatz zur Gravidität, in der der Kalorienbedarf der Hündin bis auf die letzten 2 - 3 Wochen nur unwesentlich erhöht ist, verbraucht sie durch das Säugen Kalorien wie ein Hochleistungssportler. Ein hochwertiges Laktationsfutter mit entsprechend höherem Nährstoff- und Energiegehalt ist jetzt ganz wichtig, damit die Hündin genügend Milch für ihre hungrigen Welpen produzieren kann und dabei selbst körperlich nicht abbaut. Bei einer durchschnittlichen Wurfgröße ist ihr Energiebedarf in der ersten Woche der Laktation (Milchproduktion) ca. um das 1,5-fache erhöht und er steigt in der dritten Woche bis zum Absetzen auf das 3-fache an. Hundemütter sind normalerweise zwar perfekt, manchmal brauchen sie aber doch unsere Hilfe. Ziehen Sie deshalb auf jeden Fall Ihren Tierarzt zu Rate, damit Mutter und Welpen optimal betreut werden.

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