dermatomykosen bei Hund und katze

EINE VON AUF DER HAUT WACHSENDEN PILZEN HERVORGERUFENE ERKRANKUNG

Die infektiösen Pilzsporen werden durch direkten Kontakt leicht von Tier zu Tier übertragen - aber auch der Mensch kann sich anstecken. Wie gut, dass diese beiden kerngesund sind!

Die weitaus meisten Dermatomykosen von Hund und Katze werden durch Microsporum- undTrichophytonarten (z. B. Microsporum canis, Microsporum gypseum, Trichophyton mentagrophytes) verursacht. Diese Pilze befallen nur die verhornten Teile der Haut, inklusive der Haare. Die Infektion erfolgt direkt durch Kontakt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände wie z. B. Käfige, Bürsten, Kämme, Decken. Auch Ektoparasiten, hier besonders Flöhe und Raubmilben (Cheyletiella), können für die Ausbreitung der Hautpilze in Zwingern und Zuchtbeständen verantwortlich sein. Dabei ist von Bedeutung, dass Pilzsporen mehr als ein Jahr infektiös bleiben können. Besonders bei Katzen gibt es klinisch unauffällige Tiere, die aber Pilze auf der Haut beherbergen und so eine ständige Ansteckungsquelle für ihre Umgebung darstellen. Ein Problem, mit dem besonders Langhaarzuchten oft zu kämpfen haben. Der auf die Haut gelangte Pilz befällt zunächst die abgestoßenen Keratinschichten der Haut (tote Hornhautschuppen) und gelangt innerhalb von zwei Tagen bis in die Haarfollikel (Haarbalg, der die Haarwurzel enthält). Danach wächst er mit dem Haar. Die Infektion ist an lebende, wachsende Haare gebunden, abgestorbene Haare lassen sich nicht infizieren. Im Bereich des Haarfollikels entsteht eine entzündliche Schwellung (Ödem). Die Haare verlieren von ihrer mechanischen Widerstandskraft und brechen an der Hautoberfläche ab. Durch bakterielle Sekundärinfektionen kommen Haarbalgentzündungen (Follikulitis) vor, die dann zum kompletten Haarausfall führen. Es entstehen haararme oder haarlose Stellen.

Symptome

Typisch für das klinische Erscheinungsbild sind kleine gerötete, juckende, haarlose Stellen, die sich ringförmig (Ringflechte) oder flächenhaft und mehr oder weniger kreisrund und scharf begrenzt ausbreitet. Treffen mehrere dieser Stellen aufeinander, können bizarre, „landkartenartige“ Bilder entstehen. Besonders an den Rändern entsteht durch eine entzündliche Reaktion der Haut gegen Stoffwechselprodukte der Pilze ein geröteter Wall (infektiöse Zone), während im Zentrum eine stärkere Pigmentierung der Haut mit Schuppenbildung zu sehen ist, oft sind bereits nachwachsende Haare zu erkennen (abheilende Zone). Bei einer Infektion der Krallen kommt es zu einer Verfärbung des Krallenhorns, die Krallen brechen ab, wachsen verformt nach, nicht selten entsteht eine Krallenbettentzündung. Eine Pilzinfektion kann bei Tieren aller Altersgruppen auftreten, allerdings erkranken Jungtiere häufiger und dann in der Regel auch schwerer als erwachsene Tiere. Besonders begünstigt wird die Infektion durch ein geschwächtes Immunsystem (z. B. Vorliegen einer Viruserkrankung, schlechte Ernährung, Stress durch Trächtigkeit oder Laktation).

Diagnose

Die Diagnosestellung erfolgt in der Regel mittels Pilzkultur oder Hautbiopsie. Ein Behandlung der infizierten Tiere hat nur dann dauerhaften Erfolg, wenn auch die Sporen auf den klinisch unauffälligen Trägertieren und in der kontaminierten Umgebung nachhaltig beseitigt werden. Das bedeutet z. B. für Katzenbestände (Züchter, Katzenpension): ist eine Katze klinisch erkrankt, kann davon ausgegangen werden, dass alle Tiere im Bestand Sporenträger sind und deshalb mitbehandelt werden müssen. Auch die Entfernung oder Desinfektion der kontaminieten Gegenstände, insbesondere der Bürsten und Kämme, darf nicht vergessen werden. Hierzu erstellt ihnen der Tierarzt ein umfassendes Pilzbekämpfungsprogramm. Nur so können Reinfektionen vermieden werden.

Therapie

Die Therapie der Tiere erfolgt in Abhängigkeit der Schwere der Erkrankung. Da sich die Pilzsporen auf dem gesamten Tier befinden, sollte immer eine Ganzkörpertherapie erfolgen. Äußerliche Behandlungen in Form von Waschungen und Salben und Tabletten zur oralen Therapie stehen hierzu zur Verfügung. Eventuell müssen die erkrankten Tiere ganz oder teilweise geschoren werden. Die Dauer der Behandlung ist abhängig von der Ausheilung und beträgt meist 4 - 8 Wochen, bei Kralleninfektionen sogar 6 - 12 Monate und länger. Als Prophylaxe und therapeutische Maßnahme steht seit einigen Jahren auch ein Impfstoff zur Verfügung. Hunde können ab der 7. Lebenswoche, Katzen ab der 5. Woche geimpft werden. Sowohl zur Prophylaxe als auch zur Therapie sind zwei Injektionen im Abstand von 14 Tagen erforderlich. Zur Aufrechterhaltung des Impfschutzes muss die Impfung dann jährlich wiederholt werden.

Da es sich bei den beschriebenen Pilzerkrankungen unserer Vierbeiner um eine Zoonose han-delt, d. h. die Krankheit kann vom Tier auf den Menschen übertragen werden und umgekehrt, sollten sie im Verdachtsfall möglichst schnell ihren Tierarzt aufsuchen, um die Ansteckungs-gefahr so gering wie möglich zu halten.

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