der EU-heimtierausweis

Regelungen für Reisen mit Hunden, Katzen und Frettchen innerhalb der EU

Der EU-Heimtierausweis ist der persönliche Ausweis für Hunde, Katzen oder Frettchen, der für Reisen innerhalb der Europäischen Union vorgeschrieben ist. Bereits seit Oktober 2004 ist der blaue EU-Heimtierpass in Kraft, wodurch das Reisen mit Haustieren innerhalb der EU harmonisiert und deutlich vereinfacht wurde. Zentraler Bestandteil des EU-Heimtierausweises ist neben dem Identitätsnachweis die vom Tierarzt durchgeführte Impfung gegen Tollwut und ihre Bestätigung in diesem amtlichen Dokument.

2013 wurden die Richtlinien des Ausweises durch das Europäische Parlament überarbeitet und seit dem 29.12.2014 gelten die Neuregelungen für alle neu ausgegebenen EU-Heimtierausweise. Vor diesem Datum ausgestellte Ausweise behalten aber ihre Gültigkeit solange das Tier lebt. Die rechtliche Grundlage für die erleichterten Reisebedingungen für Heimtiere ist die VO (EU) 576/2013. Deutsche EU-Heimtierausweise können nur von Tierärzten bezogen und ausgestellt werden, die hierzu behördlich legitimiert sind.

Der neue EU-Heimtierausweis:

Halter, die von nun an mit ihrem Tier verreisen wollen und bei ihrem Tierarzt ein Ausweisdokument beantragen, erhalten den neuen EU-Heimtierausweis. Optisch unterscheidet sich dieser nicht von seinem Vorgänger, inhaltlich müssen jedoch einige Angaben zusätzlich gemacht werden: Der Tierhalter muss seine personenbezogenen Daten mit seiner Unterschrift bestätigen. Im neuen Heimtierausweis müssen zudem die Kontaktinformationen des ausstellenden Tierarztes erfasst und von diesem unterschrieben sein. Um Missbrauch zu vermeiden, wird besonderes Augenmerk auf die Identität des Tieres gelegt: Sowohl die Seite mit dem Chip-Nummer-Aufkleber, als auch die Seite, die Aufkleber zu der verabreichten Tollwutimpfung enthält, werden mit einer selbstklebenden Laminierung versiegelt. Die spezielle Folie, die dazu zu verwenden ist, kann nach dem Verkleben nicht mehr ohne Beschädigung entfernt werden und dient der Fälschungssicherheit. Zudem muss der ausstellende Tierarzt die Kontaktinformationen des Tierhalters, die Ausweisnummer, die Chip-Nummer, falls vorhanden die Tätowierung und die Tätowierungsstelle, den Ort der Kennzeichnung, den Zeitpunkt der Anbringung oder des Ablesens für mindestens drei Jahre aufbewahren.


Voraussetzung für die Einreise mit eigenen Hunden, Katzen oder Frettchen in andere EU-Länder sind: 

  • der EU-Heimtierpass,
  • eine gültige Tollwutschutzimpfung und 
  • die Kennzeichnung der Tiere durch einen Mikrochip. 

Weitere Impfungen, wie z.B. Staupe, Parvovirose, Katzenseuche und –schnupfen, werden offiziell nicht mehr verlangt, sind aber für die Gesundheit Ihres Tieres auch weiterhin ganz wichtig.

Eine Kennzeichnung mittels Tätowierung wird seit Ablauf der Übergangszeit am 3. Juli 2011 nicht mehr anerkannt, es sei denn diese wurde schon vor dem 3. Juli 2011 vorgenommen und ist eindeutig lesbar. Wichtig ist, dass jede Kennzeichnung vor oder gleichzeitig mit der ersten gültigen Tollwutschutzimpfung erfolgt, damit der entsprechende Pass dem jeweiligen Tier eindeutig zuzuordnen ist.

Gegen Tollwut können Tiere frühestens ab einem Alter von 12 Wochen geimpft werden. Diese erste Impfung muss mindestens 21 Tage vor dem Grenzübertritt durchgeführt werden (21 Tage = Dauer der Ausbildung eines wirksamen Impfschutzes gegen Tollwut). Der Gültigkeitszeitraum, den der Impfstoffhersteller für eine Wiederholungsimpfung angibt und der vom Tierarzt in den Heimtierausweis eingetragen wird, darf nicht überschritten sein.


Verbot der Ein- und Durchreise mit Welpen unter 15 Wochen: 

Bei der Ein- und Durchreise von Welpen gestattet die Bundesrepublik Deutschland keine Ausnahmen mehr - für Welpen gelten jetzt die gleichen Bedingungen wie für erwachsene Tiere, d.h. ein Welpe kann daher frühestens mit 15 Wochen (12 Wochen + 21 Tage) in die BRD eingeführt werden.

(Das gilt ebenfalls für: Belgien, Frankreich, Groß Britannien, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Schweden - diese Info ohne Gewähr). Wenn Sie auf Ihrer Reise in ein anderes EU-Mitgliedsland einen noch nicht gültig gegen Tollwut geimpften Welpen mitnehmen möchten, informieren Sie sich vorher unbedingt bei Ihrem zuständigen Veterinäramt, ob Ihr Reiseland hierfür Ausnahmeregelungen vorgesehen hat!


EU-Länder mit verschärften Anforderungen:

Die bisherigen EU-Sonderregelungen für Reisen mit Hunden, Katzen und Frettchen ins Vereinigte Königreich (Großbritannien + Nordirland), nach Irland, Schweden und Malta sind Ende 2011 ausgelaufen. Ab 01.01.2012 braucht der Reisende mit Hund, Katze bzw. Frettchen wie bei den anderen EU-Ländern nur noch eine gültige Tollwutimpfung vorzulegen, der Nachweis eines Tollwuttiters entfällt.

Auch die Durchführung einer Zeckenbehandlung wird nicht mehr verlangt. Für die Echinococcus-freien Länder Großbritannien, Irland, Malta, Finnland und dem "Drittland" Norwegen (kein EU-Mitglied) ist eine Bandwurmbehandlung weiterhin vor der Einreise vorgeschrieben. Die Behandlung ist frühestens 120 Stunden und spätestens 24 Stunden vor dem Zeitpunkt Ihrer geplanten Einreise von einem Tierarzt vorzunehmen. Die Behandlung ist von diesem Tierarzt in der entsprechenden Rubrik des Heimtierausweises zu bescheinigen


Limitierte Anzahl der mitreisenden Tiere:

Pro Person dürfen im Reiseverkehr höchstens 5 Heimtiere (Hunde, Katzen, Frettchen) mitgeführt werden. Die Tiere dürfen nicht dafür bestimmt sein, den Besitzer zu wechseln.  Die erleichterten Reisebestimmungen der VO (EU) 576/2013 gelten also nur für Tiere, die ihre Eigentümer oder deren Beauftragten begleiten und nicht dazu bestimmt sind Gegenstand eines Verkaufs oder einer Eigentumsübertragung zu sein. Die Verordnung gilt somit nicht für "Flugpaten" und gewerblichen Tiertransport. Für den Handel mit Tieren gelten gesonderte Regelungen. Die Höchstzahl von 5 Heimtieren darf überschritten werden, wenn die Tiere zum Zweck der Teilnahme an Wettbewerben, Ausstellungen und Sportveranstaltungen bzw. zum Training für solche Veranstaltungen verbracht werden (kein Besitzerwechsel). Diese Tiere müssen mindestens 6 Monate alt sein und es muss ein schriftlicher Nachweis vorliegen, dass die Tiere für eine der genannten Veranstaltungen registriert sind.


Reisen mit bestimmten Hunderassen:

Bitte informieren Sie sich vor der Reise über die jeweiligen Bestimmungen des Reiselandes speziell zu den dort verbotenen Hunderassen – hier herrscht zum Teil striktes Einreiseverbot.  

Bitte beachten Sie auch, dass Länder außerhalb der EU ganz andere Einreisebestimmungen haben können (z.B. weitere Impfungen, Einreisegenehmigung mit Gesundheitszeugnis). Auch kann es bei der Rückreise aus vielen Nicht-EU-Ländern Schwierigkeiten geben. Die Behörden im EU-Einreiseland verlangen dann beispielsweise einen Tollwut-Antikörper-Bluttest in einem zugelassenen Labor sowie ein Internationales Gesundheitszeugnis. Auch dürfen einreisende Tiere aus Drittländern mit der Pflicht zur Antikörperbestimmungen  zukünftig nur noch über spezielle Einreiseorte eingeführt werden.  

Wer die Reiseregeln nicht beachtet, muss mit Problemen an der Grenze rechnen, die besonders bei der Einreise aus Nicht-EU-Ländern sehr schwerwiegend sein können. Informieren Sie sich daher rechtzeitig vor Reiseantritt über alle anstehenden Formalitäten.

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