demodikose 

eine erkrankung beim hund verursacht durch Haargalbmilben 

Demodex-, auch Haarbalgmilben genannt, kommen auf jedem Hund vor - sie verursachen dabei keine Beschwerden. Erst wenn es zur pathologischen Zunahme der in den Haarfollikeln und Talgdrüsen vorkommenden Milben kommt, entsteht die Erkrankung Demodikose. Sie ist eine der häufigsten parasitären Erkrankungen beim Hund. Die Ansteckung erfolgt durch direkten Kontakt, meist gleich in den ersten Lebenstagen. Demodexmilben sind wirtsspezifisch, d. h. die Demodexmilbe des Hundes (Demodex canis) kommt nur auf Hunden vor, andere Tiere oder der Mensch können sich nicht anstecken.

Ursache und Prädisposition

Muttertiere können ihre Welpen bereits in den ersten Lebenstagen mit der Demodexmilbe anstecken – diese hier sind zum Glück aber kerngesund!

Der konkrete Grund für den Ausbruch der Erkrankung ist nicht geklärt. Jedoch können vererbte oder erworbene Immundefizite eine Demodikose zur Folge haben.
Obwohl die Erkrankung in jedem Alter auftreten kann, sind Junghunde empfänglicher. Eine Rassedisposition besteht hier beim Shar Pei und Dobermannpinscher.
Besonders bei älteren Tieren steigt das Demodikoserisiko durch eine Immunschwäche oder eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).
Da die Anfälligkeit für die Demodikose vererbt wird, sollten Hündinnen, deren Welpen an dieser Parasitose erkrankt waren, aus der Zucht genommen werden.

Symptome

Man unterscheidet die lokale und die generalisierte Form. Von der lokalen Demodikose sind in der Regel der Kopf und die Gliedmaßen betroffen. Es kommt zu runden Flecken mit Haarausfall, Rötungen und leichter Schuppenbildung. Der Juckreiz ist meist nur mild oder fehlt ganz. Bei der generalisierten Form breitet sich die Demodikose hingegen über den gesamten Körper aus, die Verlaufsform ist weitaus schwerwiegender. Es entsteht eine chronischen Hautentzündung mit Haarausfall, Schuppen- und Krustenbildung und Hyperpigmentierung.Bei dieser Verlaufsform entsteht mäßiger bis starker Juckreiz, wodurch sich die erkrankten Tiere entsprechend Kratzen. Durch die mechanischen Hautirritationen kommt es dann sekundär zur eitrigen Hautentzündung (Pyodermie) mit Haarbalgentzündung und Furunkelbildung, da sich pathogene Bakterien ansiedeln können. Typisch sind jetzt auch die Entwicklung einer Seborrhö (übermäßige Talgproduktion/fettiges Haarkleid) und die Vergrößerung der äußeren peripheren Lymphknoten.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch die mikroskopische Untersuchung eines Hautgeschabsels. Der Nachweis der stummelbeinigen Milbe, ihrer Larven, Nymphen oder Eier ist eindeutig.
Liegt eine Pyodermie vor, sollte auch eine bakteriologische Untersuchung mit Antibiogramm veranlaßt werden, um die Entzündung gezielt behandeln zu können.
Besonders bei älteren Tieren ist es zusätzlich nötig, nach einer prädisponierenden Erkrankung (z. B. Hypothyreose, Immunschwäche) zu suchen.

Therapie

Obwohl die meisten Fälle der lokalen Demodikose innerhalb eines Jahres spontan abheilen würde, sollten die Tiere behandelt werden, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Hierzu werden die betroffenen Stellen großflächig geschoren und täglich eine spezielle Lösung aufgetragen.

Bei der generalisierten Form ist die Therapie aufwendiger: der Hund sollte komplett geschoren und täglich mit einer speziellen Lösung behandelt werden. Die Behandlung muss so lange durchgeführt werden bis 2 Wochen lang keine Milben im Hautgeschabsel zu finden sind. Gegen die Pyodermie wird entsprechend des Ergebnisses der bakteriologischen Untersuchung und des Antibiogramms für mindestens 4 Wochen ein Antibiotikum verabreicht. Zusätzlich badet man den Patienten einmal pro Woche mit einem antiseborrhoischen Shampoo. Auch das Zufüttern eines Nahrungsergänzungsmittels, das hochdosiert ungesättigte Fettsäuren im therapeutisch wirksamen Verhältnis zueinander enthält (z. B. Viacutan®), hat sich bewährt. Diese Präparate stärken die Abwehrkräfte der Haut und fördern effektiv die Regeneration von Haut und Haarkleid.

Prognose

Bei der lokalisierten Form ist die Prognose gut, während sie bei der generalisierten leider nur mäßig ist – nur ca. 70 % der Erkrankten können geheilt werden. Liegt eine Immunschwäche vor, verschlechtern sich die Aussichten auf Heilung noch mehr.

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