Covid 19 bei unseren Haustieren - Wenn sich die Vierbeiner beim Besitzer anstecken

Öfter als gedacht sind auch unsere Hunde und Katzen von Covid 19 betroffen - wenn auch in der Regel ohne gesundheitliche Folgen für unsere Vierbeiner. Dabei sind es die Tierhalter, die ihre Tiere anstecken und nicht umgekehrt! Vom Tier selbst geht nach derzeitigem Stand der Wissenschaft keine Gefahr aus.

Coronavirus ist nicht gleich Coronavirus!
Ganz wichtig ist: Das SARS-CoV-2-Virus, das Covid 19 verursacht, ist von den bisher bekannten und weit verbreiteten Hunde- und Katzen-Coronaviren klar zu unterscheiden. SARS-CoV-2 ist ein humanpathogenes Virus. Es gibt bei Hund und Katze Coronaviren, die Durchfall verursachen, auch das FiP-Virus der Katze ist ein Coronavirus. Aber wie gesagt, diese Viren haben nichts mit dem Covid 19 verursachenden Virus zu tun.

Der Infektionsweg bei unseren Haustieren
Katzen und Hunde können sich mit SARS-CoV-2 infizieren. Dies konnte in Studien sowohl experimentell als auch im täglichen Leben unter natürlichen Bedingungen nachgewiesen werden. Katzen und Hunde entwickeln eine aktive Infektion, bilden Antikörper und scheiden das Virus auch aus. Dabei sind Katzen deutlich empfänglicher für das Virus als Hunde.
Auch Kaninchen, Goldhamster und Frettchen gelten laut Studien als empfänglich für das Virus. Meerschweinchen ließen sich bisher nicht damit infizieren.
Die Ansteckung unserer Vierbeiner erfolgt dabei durch engen Kontakt mit ihren infizierten Besitzern. Enges Kuscheln auf der Couch, Schlafen im selben Bett, Sitzen auf dem Schoß, Küssen, Umarmen, Gesicht ablecken lassen usw. - alles Möglichkeiten, das Virus an das eigene Haustier zu übertragen.
Studien zeigen, dass rund 4% aller Hauskatzen in Europa eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 durchgemacht haben. Tierheimkatzen und Streuner waren dagegen deutlich seltener infiziert.

Welche Symptome bekommen Hunde und Katzen?
Tierbesitzer können aber beruhigt sein - der Studie zufolge zeigen unsere Haustiere in der Regel keine oder nur sehr milde Symptome. Krankheitsanzeichen wie Kraft- und Appetitlosigkeit, trockener Husten, laufende Nase, Atemprobleme und Durchfall können Anzeichen sein, dass sich der Vierbeiner bei seinem Corona positiven Herrchen oder Frauchen angesteckt hat. Laut Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, kam es bisher weltweit nur in wenigen Fällen und bei Tieren mit Vorerkrankungen zu schweren Verläufen, in noch weniger Fällen zu Todesfällen oder zum Einschläfern der Tiere aufgrund der Schwere des Krankheitsverlaufs.

In Coronazeiten gilt: Nur wer gesund ist, sollte so innig mit seinem Vierbeiner schmusen!

Haustiere spielen keine Rolle bei der Virusübertragung!
Das Friedrich-Loeffler-Institut gibt hier Entwarnung - bislang liegen keine Hinweise vor, wonach Covid-19 von Haustieren auf Menschen übertragen wurde. „Haustiere spielen nach jetzigem Kenntnisstand epidemiologisch keine Rolle bei der Verbreitung von Covid-19“, so das Institut.
Die Haltung von Haustieren gilt somit nicht als Risikofaktor, sind die FLI-Forscher überzeugt. Bei der Corona-Pandemie sei die Übertragung von Mensch zu Mensch ausschlaggebend für die Verbreitung!
Es besteht somit kein Grund, Hunde oder Katzen aus Angst vor Corona wegzugeben oder auszusetzen.

Vorsichtsmaßnahmen - wie kann ich meinen Vierbeiner schützen?
Da sich unsere Vierbeiner bei uns Menschen anstecken und nicht umgekehrt, raten Experten dazu, dass infizierte Menschen im Umgang mit ihren Haustieren die gleichen Hygiene- und Abstandsregeln einhalten wie unter Menschen. D.h. Tierbesitzer, die sich mit Corona infizieren, sollten den Kontakt mit ihrem Haustier auf ein Minimum reduzieren, dabei einen Mund-Nasen-Schutz tragen und sich vor dem Kontakt mit ihrem Vierbeiner die Hände waschen. Ferner sollte man sein Tier nicht anhusten, anniesen und sich auch nicht von ihm das Gesicht ablecken lassen, empfiehlt das FLI. Und das Tier sollte vorübergehend nicht im Schlafzimmer und schon gar nicht im Bett schlafen.
Wenn möglich, sollten sich andere Personen im Haushalt oder die Nachbarn um den Vierbeiner kümmern. Auch für den Tiersitter gelten die allgemeinen Hygieneregeln: Händewaschen vor und nach Kontakt mit dem Tier, Abstandhalten und möglichst wenig engen Kontakt. Wer den Hund eines infizierten Nachbarn ausführt, sollte am besten eine eigene Leine verwenden, empfiehlt das FLI. Das Risiko für eine eigene Ansteckung geht dabei weniger von dem Hund aus als von dem infizierten Herrchen oder Frauchen.
Freiläuferkatzen, die in einem Haushalt mit SARS-CoV-2-infizierten Personen leben, können weiterhin ins Freie gelassen werden, um Stress für die Katzen und das Risiko einer möglichen Ansteckung der Tiere zu minimieren.

Maskenpflicht auch für Tiere?
Nein! Eine Maske für den Vierbeiner ist nicht nötig, da die Gefahr vom infizierten Menschen ausgeht. Zudem wäre eine Maske für das Tier eine Qual. Vielmehr sollte der Mensch einen Mund-Nasen-Schutz tragen, denn mit Corona infizierte Menschen können große Virusmengen über Nase und Mund ausscheiden und so Mitmenschen und den eigenen Vierbeiner anstecken. Haustiere hingegen treiben die Infektion nicht voran, ist man sich unter Gesundheitsexperten einig.

Corona-Test beim Haustier?
Human- und veterinärmedizinische Gesundheitsorganisationen sind sich einig, dass es keine Hinweise auf die Notwendigkeit routinemäßiger Tests von Haustieren gibt.
Hunde und Katzen von SARS-CoV-2-infizierten Personen, die Atemwegserkrankungen oder Fieber entwickeln, sollten jedoch zur Vorsicht in häuslicher Quarantäne gehalten werden. Besitzer dieser Tiere sollten sich telefonisch mit ihrem Tierarzt in Verbindung setzen, um das weitere Vorgehen abzustimmen. In Einzelfällen ist ein Test auf SARS-CoV-2 ratsam, vor allem zu Forschungszwecken, so das FLI, um weitere Informationen zu Ansteckungsgefahren zu erhalten.
Das Testverfahren entspricht dem bei Menschen. Positive Tests sind meldepflichtig, um einen Überblick über das Infektionsgeschehen zu erhalten. Aber (!!!) - selbst wenn ein Tier infiziert ist, muss der Tierhalter keine Angst haben, dass ihm sein Tier weggenommen wird. Es besteht auch bei positivem Testergebnis kein Grund, das der Vierbeiner aus dem Haushalt genommen oder gar eingeschläfert wird, erklären die Gesundheitsämter.

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