atherome (grützbeutel) beim hund 

Unter einem Atherom versteht man eine senfkorn- bis hühnereigroße, gutartige Zyste in der Unterhaut. Umgangssprachlich werden diese knotigen Zysten auch als Grützbeutel, Balggeschwulst oder Grießknoten bezeichnet. Seinen Namen hat der Grützbeutel bzw. Grießknoten, durch seinen Inhalt: weißlich-gräulicher Talg, der bröckelig aussieht wie „Grütze“ oder „Grieß“.

Ursache

Ursächlich für ein Atherom ist der verstopfte Ausführungsganges einer Talgdrüse. Normalerweise produzieren Talgdrüsen Talg, der kontinuierlich abgegeben wird und dem Einfetten der Haut dient. Verstopft der Ausführungsgang einer Talgdrüse aber durch z.B. abgeschlifferte Hautzellen oder eingetrockneten Talg, kommt es zum Rückstau und der Talg sammelt sich in einer Kapsel - daher auch Talgretentionszyste. Da Talgdrüsen nur sehr kleine Mengen Talg pro Tag produzieren und sezernieren, wachsen Atherome nur langsam. Derartige Grützbeutel bilden sich hauptsächlich bei älteren Hunden ab dem 8. Lebensjahr.

Symptome

Atherome bei Hund und Katze
Während man Atherome bei kurzhaarigen Hunden meist schon mit bloßem Auge erkennen kann, muss man sie bei langhaarigen ertasten.

Lokalisiert sind Atherome in Haut- oder Unterhautgewebe, so dass sie gut tastbar und bei kurzfelligen Hunden auch gut sichtbar sind. Ihre Konsistenz ist derb oder prallelastisch, sie sind gut verschieblich.

Kleinere Grießknoten sind in der Regel symptomlos, größere können allerdings ein Spannungs- oder Druckgefühl verursachen und dadurch störend wirken. Nicht selten kommt es dann zum Benagen, Belecken oder Kratzen. Entzündet sich ein Grießknoten durch diese Manipulation (Bakterien können eindringen), kann es leicht zu tiefen Läsionen oder Umgebungsentzündungen mit den entsprechenden Folgen kommen: Rötungen, Juckreiz, Schmerzen, Druckempfindlichkeit, Eiterbildung. Auf seitlichen Druck ist der breiige, eitrig-blutige Inhalt zwar entleerbar, allerdings füllen sich die meisten Zysten erneut.

Diagnose

Kann ein Atherom anhand von Form, Konsistenz und Inhalt nicht eindeutig diagnostiziert werden, ist eine Biopsie hilfreich. Bei dieser recht einfach durchzuführenden und für den Patienten kaum belastenden Untersuchungsmethode werden aus dem betroffenen Gewebe einige Zellen entnommen und diese nach spezieller Aufbereitung unter dem Mikroskop entsprechend ausgewertet. So können harmlose Grützbeutel in der Regel gut von anderen tumorösen Neubildungen unterschieden werden. 

Therapie

Kleinere Atherome, die das Tier nicht stören und reaktionslos sind, bedürfen keiner Therapie. Wird der Grützbeutel für den Patienten aber störend bzw. entzündet er sich, ist meist die chirurgische Entfernung sinnvoll. Sehr wichtig ist dabei, dass der komplette Grützbeutel herausgeschält und samt Kapsel und Talgdrüsenausführungsgang entfernt wird. Falls Teile davon zurückbleiben, kann sich aus den Resten ein neuer Grützbeutel bilden – ein Rezidiv entsteht. Je nach Schwere der Entzündung ist unter Umständen die Gabe eines hautspezifischen Antibiotikums erforderlich, um die Entzündung zum Abklingen zu bringen und ein Fortschreiten der Infektion in die gesunde Haut zu verhindern.
Auf keinen Fall sollte man an Atheromen einfach herumdrücken, da dies die Gefahr mit sich bringt, daß sich der Grießknoten entzündet.

Prognose

Bei sachgemäßer vollständiger Entfernung sehr gut. Bei entsprechen „veranlagten“ Hunden kann die Neubildung von Atheromen an anderer Stelle aber leider nicht verhindert werden. Auch kann man hier vorbeugend nichts tun.

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