analbeutelprobleme bei Hund und Katze

Die paarig angelegten Analbeutel, deren Innenauskleidung die Analdrüsen bilden, liegen links und rechts des Afters eingebettet in dessen Schließmuskulatur. Die kleinen, schlitzförmigen oder stecknadelkopfgroßen Öffnungen ihrer Ausführungsgänge münden bei 4 Uhr- und 8 Uhr-Stellung in die Afterrosette.

Die Mastino Napoletano-Hündin hat zum Glück keine Analbeutelprobleme und kann den Winter sorglos genießen.

Die Analdrüsen produzieren ein übelriechendes, fettiges, bräunliches Sekret, das beim Kotabsatz von dem darüber gleitenden Kotstrang aus den Beutel herausgedrückt wird und den Kot überzieht. Hunde und Katzen finden den Duft im Gegensatz zu uns äußerst gut und vor allem interessant, ist er doch individuell verschieden und dient somit als "Visitenkarte": "Von wem ist wohl dieses Häufchen?! - Aha!".

Durchfall oder weicher Kot verhindern die natürliche Entleerung der Analbeutel. Es kommt zum Sekretstau, das Sekret dickt ein und verstopft die engen Ausführungsgänge. Auch Vernarbungen, angetrocknete Kotkrusten oder Entzündungsprodukte können die Analbeutelöffnungen ein- oder beidseitig verlegen und zu Problemen führen. Betroffen sein können Hunde und Katzen aller Rassen, allerdings sind kleine Hunde und übergewichtige Katzen prädisponiert. Die Symptome einer solchen Analbeutelverstopfung bzw. eines -sekretstaus sind variabel. Neben dem typischen "Schlittenfahren" (das Tier rutscht sitzend mit seinem Hintern über den Boden), können Einkneifen des Schwanzes, Belecken der Anal- und Schwanzregion und Juckreiz in diesem Gebiet beobachtet werden. Der Juckreiz kann so ausstrahlen, daß sich die Tiere auch ihre Flanken, Hinterbeine, die Kruppengegend oder den Schwanz benagen. Sollten die Symptome nach 2 - 3 Tagen nicht besser werden, wenn es dem Tier nämlich gelingt die Öffnungen der Analbeutel durch Belecken oder Beknabbern wieder freizulegen, wird der Gang zum Tierarzt nötig. Denn wird die Verstopfung nicht behoben, kann es durch Eindringen von Bakterien zur sehr schmerzhaften Entzündung eines oder beider Analbeutel kommen. Die Symptome verschlimmern sich: ständiges Lecken am After, Schwanzbewegungen werden vermieden, Unruhe und Hecheln wegen der starken Schmerzen, gelegentlich auch Fieber und Unwillen zu Laufen, Schmerz und Aufschreien beim Versuch Kot abzusetzen. Oft ist der gesamte Analring entzündet und geschwollen, die stark vergrößerten Analbeutel wölben sich deutlich unter der Haut hervor.

Vor lauter Schmerzen kann das Tier schließlich überhaupt keinen Kot mehr absetzen. Die Analbeutelentzündung entwickelt sich zum Analbeutelabszess, der sich, wenn er "reif" ist, nach außen entleert. Durch den so entstehenden Fistelkanal läuft der eitrig-blutige und extrem übelriechende Abszessinhalt ab. Während es bei der anfänglichen Analbeutelverstopfung ausreicht, daß der Tierarzt das pastös eingedickte, gelegentlich körnig-harte Sekret ausmassiert, muß die Analbeutelentzündung bzw. der -abszess durch Analbeutelspülungen und mit entsprechender Antibiotikumbehandlung therapiert werden.

Bei chronischen oder rezidivierenden Analbeutelentzündungen empfiehlt es sich, die Analbeutel chirurgisch zu entfernen. Sollte ihr Vierbeiner Analbeutelprobleme haben, lassen sie sich von ihrem Tierarzt beraten, wie sie ihrem Tier am besten helfen können bzw. was man eventuell vorbeugend tun kann (bei zu weichem Kot reicht es z. B. manchmal auf ein Futtermittel umzustellen, das einen festeren Kot verursacht).

Sie verlassen jetzt unsere Website

Bitte beachten Sie, dass dieser Link eine Website öffnet, für deren Inhalt die Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH nicht verantwortlich ist und auf die unsere Datenschutzbestimmungen keine Anwendung finden. weiter