Akute Gastritis – Magenschleimhautentzündung

Wer geht schon gerne zum Tierarzt!? Aber wenn der Magen „zwickt“, muss es sein.

Die akute Gastritis ist die Folge einer oberflächlichen bis tiefen Schleimhautverletzung. Die Verletzungen können sowohl durch physikalische, chemische, infektiöse oder parasitäre Reize verursacht werden. Normalerweise ist die Magenwand durch eine Barriere aus Schleim und Epithelzellen geschützt. Dieser Schutz ist wichtig, da sich im Magen die für die Verdauung so wichtige Magensäure befindet. Ist die Magenschleimhaut jedoch verletzt, fehlt diese Barriere und die Magensäure kann die tieferliegenden Magenschichten angreifen und letztendlich zerstören. Dabei werden bestimmte Stoffe (Histamine) freigesetzt, die die Säureproduktion noch steigern, was die Situation weiter verschlimmert. Schließlich können die Blutzirkulation, die Ernährung und die Regeneration der betroffenen Stellen gestört sein. Wird die Magenschleimhaut dauerhaft gereizt, kann die Erkrankung bei ausgeprägter Schleimhautschädigung chronisch werden und sich Magengeschwüre entwickeln.


Symptome:
Hauptsymptom der akuten Gastritis ist plötzlich eintretendes Erbrechen. In der Regel wird kurz nach der Futteraufnahme bereits erbrochen – das Erbrochenen besteht aus eingespeicheltem, unverdautem Futter und/oder Schleim. Je nach Schwere der Entzündung kommt es zu Folgesymptomen wie Bauchschmerzen, Schwäche bis zur Apathie und Austrocknung (Dehydration). Nicht selten zeigen die Tiere starken Durst, trinken vermehrt, was zu noch stärkerem Erbrechen und zu noch rascherem Flüssigkeits- und Elektrolytverlust führt.
Als Ursache für die Magenschleimhautentzündung unterscheidet man primäre (von außen aufgenommene Auslöser) und sekundäre Ursachen (vom Organismus selbst verursachte Probleme).

Primäre Gastritisursachen:
- Fremdkörper, Knochen
- Verdorbenes Futter bzw. die darin enthaltenen Bakteriengifte
- Parasiten (z.B. Spulwürmer, die aus dem Darmtrakt in den Magen aufsteigen)
- Futterallergene
- Toxische Stoffe, wie z.B. Reinigungs- und Desinfektionsmittel, Pestizide, Herbizide, Düngemittel
- Medikamente, wie z.B. Schmerzmittel, Antibiotika, Digitalispräparate – diese Medikamente sollten daher      nach Möglichkeit nicht nüchtern genommen werden
-   Jede Art von schwerer Stresssituation (Reizgastritis)
Die Magenschleimhaut wird dabei direkt mechanisch oder chemisch geschädigt.

Sekundäre Gastritisursachen:
Viele Allgemein- und Organkrankheiten, wie z.B. Leber- und Nierenleiden, Allergien, Herz- und Kreislaufprobleme, ZNS-Erkrankungen, können von einer Magenschleimhautentzündung begleitet sein. Hier beruht die Schädigung der Schutzbarriere auf Durchblutungsstörungen und metabolischen oder hormonellen Störungen – die Magensäureproduktion ist erhöht, zusätzlich sinkt oft die Belastbarkeit der wichtigen Schutzzellen gegenüber der Magensäure.


Diagnose:
Die Diagnose wird nach dem Ausschlussverfahren gestellt. Bei Verdacht auf z.B. Fremdkörper, Darmverschluss oder Magenerweiterung bzw. bei unklaren Fällen, die auf die normale Therapie nicht angesprochen haben, ist Kontrollröntgen wichtig. Blutuntersuchungen helfen bei der Erkennung internistischer Ursachen (Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse), zeigen Infektionen auf und geben Aufschluss über die Elektrolytversorgung bzw. den Grad der Austrocknung. Bei parasitärer Ursache kann man im Erbrochenen oft die spaghettiähnlichen Spulwürmer finden.


Therapie:
In leichten Fällen reicht meistens eine Nahrungskarenz, die Spontanheilungsrate ist hoch. In schwereren Fällen muss nach Möglichkeit zuerst die Krankheitsursache abgestellt werden. Dann folgen:

- 1-2 Tage Nahrungsentzug, frisches Wasser bzw. Elektrolytlösung sollte stündlich in kleinsten Mengen angeboten werden.
- Gegen die Dehydration erfolgen Infusionen mit speziellen Infusionslösungen.
- Antiemetika stoppen das Erbrechen, sobald dieses seinen Zweck erfüllt hat.
- Die Gabe von schleimhautschützenden und säurebindenden Mitteln schont die Magenschleimhaut und lässt sie schneller regenerieren.
- Sogenannte H2-Rezeptorblocker hemmen die Magensäurebildung.
- Bei Infektionen und schwerer Magenschleimhautschädigung ist ein spezielles Antibiotikum notwendig.
- Sobald die Beschwerden besser sind, kann mit Magenschonkost begonnen werden. Am einfachsten ist es, eine beim Tierarzt erhältliche Magen-Darm-Diät zu füttern. Bei kleinen und mittleren Hunderassen kann man auch auf feinst pürierte Babykost zurückgreifen.


Sie verlassen jetzt unsere Website

Bitte beachten Sie, dass dieser Link eine Website öffnet, für deren Inhalt die Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH nicht verantwortlich ist und auf die unsere Datenschutzbestimmungen keine Anwendung finden. weiter