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Staupe
Die Staupe stellt auch heute noch eine der bekanntesten und gefürchtesten Infektionskrankheiten der Hunde dar. Sie ist weltweit verbreitet. Das Virus ist gegenüber Hitze, Sonne und pH-Verschiebung empfindlich und wird in der Umwelt sehr schnell inaktiv. Die Infektion erfolgt daher fast ausschließlich durch direkten Kontakt. In Europa ist das Staupevirus vermutlich seit 1761 bekannt. Das Staupevirus ist eng mit den Masern- und Rinderpestvirus verwandt.

Staupe befällt nicht nur die Gruppe der Caniden (Dingo, Fuchs, Kofote, Wolf, Schakal...) sondern auch die Procyoniden (Wickelbären, Waschbären, Pandas) und die Musteliden (Wiesel, Frettchen, Nerz, Stinktier, Dachs, Marder, Otter, Hermelin). Auch vor Robben und Großkatzen hat das Virus keinen Halt gemacht.

Die Staupe tritt immer mal in verschiedenen Gebieten auf. Wildtiere werden als Reservoir gesehen - insbesondere Marder und Füchse, die verstärkt Einzug in die Grünzonen der Städte genommen haben. Marder sind häufig Träger von Staupeviren und können selbst schwer erkranken. Eine mangelhafte Impfmoral der Tierhalter kann ebenso zu erneuten Ausbrüchen beitragen.

Die Staupe kann akut, subaktut oder chronisch verlaufen, wobei im Verlauf der Erkrankung oft die eine Form in die andere übergeht. Ein infizierter Hund scheidet mit sämtlichen Sekreten und Exkreten das Virus aus, welches anschließend von einem anderen Tier oral oder aerogen aufgenommen wird (Tröpfcheninfektion), so dass es in das lymphatische Gewebe des Waldeyer'schen Rachenringes oder der Bronchiallymphknoten gelangt, in denen es sich vermehrt.

Erste Krankheitszeichen treten etwa nach einer Woche auf. Die Symptome hängen von Individuum, Alter und Immunkompetenz des Tiers und den betroffenen Organen ab. Erste Anzeichen sind in der Regel Fieber, Augen- und Nasenausfluss, Mattigkeit und Appetitmangel. Im weiteren Verlauf äußert sich die Staupe je nach Organbefall. Bei der "Darmstaupe" leiden die Hunde an beinah unstillbarem Durchfall (wässrig bis blutig) und Erbrechen. Die "Lungenstaupe" äußert sich in quälendem Husten, evtl. mit hochgradiger Atemnot, eitrigem Nasenausfluss und einer manifesten Lungenentzündung. Eine besonders gefürchtete Komplikation ist die so genannte "nervöse Form" der Staupe. Das Virus verursacht hierbei Schädigungen am Gehirn, die zu psychischen Veränderungen, Zittern, Drehbewegungen, Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen und Krampfanfällen, vergleichbar dem Erscheinungsbild der Epilepsie, führen. Ferner können die Haut (hochgradige Hautrötung mit Pustelbildung, v. a. am Unterbauch, an Schenkel- und Ohrinnenflächen), Pfoten und Nasenspiegel (Hyperkeratose, starke Hornbildung, an den Ballen und auf dem Nasenspiegel) und die Augen (Lichtscheue, Augenentzündungen, Hornhautgeschwüre, Erblindung) betroffen sein.

Eine Staupeinfektion kann über den Nachweis von cyto-plasmatischen Einschlusskörperchen in den Lymphocyten oder über einen Nachweis von Antikörpern im Blut mittels Immunfluoreszenz geschehen.

Die Prognose muss äußerst vorsichtig gestellt werden. Sie ist von der Form und der Schwere der Erkrankung abhängig. Todesfälle sind häufig und Tiere, die die Krankheit überleben, behalten oft lebenslange Schäden wie Zahnschmelzdefekte (Staupegebiss), spröde, rissige Pfoten und unter Umständen Verhaltensstörungen zurück.

Eine Grundimmunisierung ist ab der 8. Lebenswoche möglich. Nach Boosterung in der 12. Lebenswoche reicht die jährliche Wiederholungsimpfung.
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