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Impfung
Die lebensgefährlichen Infektionskrankheiten beim Hund werden vor allem durch Viren hervorgerufen. Im Gegensatz zu Bakterien, die durch Antibiotika bekämpft werden können, gibt es gegen Viren leider keine wirksamen Medikamente. Bei einer Virusinfektion kann der Tierarzt deshalb nur versuchen, den Krankheitsverlauf zu mildern und so das Schlimmste zu verhindern.
Reisebox
Aufregender Ausflug: Die Foxterrier-Welpen, die zum Impfen das 1.Mal in die Tierarztpraxis kommen, finden die Abwechslung klasse und warten ungeduldig auf ihren Auftritt.
Die Schutzimpfung ist somit die einzig wirksame Vorbeugung gegen Virusinfektionen und unverzichtbarer Bestandteil der Krankheitsvorsorge. Durch die Impfung wird der Hund immun. Er baut einen spezifischen Schutz (Antikörper) gegen die Krankheitserreger auf, gegen die er geimpft wird, d.h. jede Krankheit erfordert eine spezielle Impfung. Zum Glück gibt es heute Kombinationsimpfstoffe, so dass der Aufwand zur Gesundheitsprophylaxe in Grenzen gehalten werden kann.
Impfen hat Erfolg
In Deutschland haben Impfungen zu erstaunlichen Erfolgen geführt: Tollwut kommt bei Heimtieren nur noch ganz selten vor und wir halten es schon fast für selbstverständlich, dass es Wundstarrkrampf in der westeuropäischen Heimtierpopulation kaum noch gibt.
Dennoch: Der Impfschutz ist nach wie vor sehr wichtig. Die letzten Jahre haben uns gezeigt, dass selbst besiegt geglaubte Infektionskrankheiten zu uns zurückkommen. So ist der Ausbruch der Maul und Klauen Seuche (MKS) im Großtierbereich ein typisches Beispiel dafür.
Auf dieser Seite haben wir Ihnen deshalb viel Wissenswertes zum Thema Impfen zusammengestellt. Nehmen Sie sich die Zeit und informieren Sie sich über die für Ihr Tier wichtigsten Impfungen - seiner Gesundheit zuliebe.

Was passiert beim Impfen?
Wenn ein Infektionserreger in den Körper eindringt, vermehrt er ich dort und führt zu den entsprechenden Krankheitszeichen. Der Körper erkennt die fremden Erreger und versucht, Abwehrstoffe (Antikörper) zu bilden, die die Erreger unschädlich machen sollen.
Kommt es später erneut zu einer Infektion mit demselben Erregern, so "erinnert" sich das Immunsystem an den ersten Kontakt und kann direkt richtig reagieren. Dieses Erinnerungsvermögen des Immunsystems machen wir uns beim Impfen zunutze: Wir führen dem Körper nur den abgeschwächten oder abgetöteten Erreger zu, ganz gezielt zu einem günstigen Zeitpunkt. Daraufhin bildet der Körper spezifische Antikörper. Kommt das geimpfte Tier später mit dem Erreger in Kontakt, so wird dieser sofort als fremd erkannt und unschädlich gemacht. Das geimpfte Tier ist gegen den Erreger immun.
Kurz: Bei einer Impfung wird die natürliche Immunabwehr nachgeahmt, so dass das geimpfte Tier später gegen die Krankheit geschützt ist.

Halb so schlimm...
Verglichen mit den schweren Folgen einer Erkrankung hat eine Impfung bei gesunden Tieren nur gelegentlich leichte Nebenwirkungen. Wird der Impfstoff beispielsweise in den Muskel gespritzt, so kann es an dieser Stelle zu Rötungen und Schwellungen kommen. Manchmal treten auch leichtes Fieber oder allergische Reaktionen auf. Diese "Nebenwirkungen" verschwinden jedoch in der Regel nach wenigen Tagen. Nur ganz selten kommt es zu echten Komplikationen und bleibenden Schäden. Über all diese "Risiken und Nebenwirkungen" werden Sie aber vor jeder Impfung ausführlich von Ihrem Tierarzt aufgeklärt.

Lieber eine Impfung mit leichten Nebenwirkungen als eine Infektionskrankheit mit schweren Folgen.

Nachimpfungen
Um einen wirksamen Impfschutz zu gewährleisten, müssen Impfungen in gewissen Zeitabständen aufgefrischt werden: die Impfungen gegen Tetanus alle 2 Jahre und zum Beispiel Tollwut jedes Jahr.
Natürlich braucht Ihr Tier nicht alle verfügbaren Impfungen, einige verbieten sich vielleicht sogar. Am besten lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt umfassend beraten. Er sagt Ihnen welche Impfungen bei Ihrem Tier notwendig und sinnvoll sind.
In besonderen Fällen, etwa wenn ein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht, können weitere Impfungen notwendig sein (zum Beispiel, wenn Sie mit Ihrem Tier zu Ausstellungen gehen, zu Sportveranstaltungen oder etwa bei besonderen regionalen Krankheiten). Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt von Zeit zu Zeit über mögliche veränderte Einflussfaktoren.
Impfen in der Trächtigkeit
Am besten vorbeugen...
Ist ein weibliches Tier ausreichend durch Impfungen geschützt, kann es nicht nur sich selbst schützen, sondern auch Ihre Nachkommen verfügen bereits unmittelbar nach der Geburt über eine minimale "Grundausstattung" von Antikörpern gegen bestimmte Infektionskrankheiten.^

Innerhalb der ersten drei Lebenstage erhalten die Nachkommen dann zusätzlich über die Muttermilch (Kolostrum) Antikörper. Ungefähr ab der 6. Lebenswoche geht dieser Schutz langsam verloren. Im Einzelfall kann aber eine Abweichung von dem obigen Schema erforderlich sein, wenn z. B. eine ungenügende Ausstattung der Nachkommen mit mütterlichen Antikörpern vermutet wird oder ein erhöhter Infektionsdruck vorliegt.

Während der Trächtigkeit sollten Nutzen und Risiken einer Impfung sorgfältig abgewogen werden. Allgemein gilt: So wenig wie möglich und so viel wie nötig.

Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt zum Thema Impfen beraten.
Am besten ist es, wenn weibliche Tiere mit denen gezüchtet wird, möglichst schon vor ihrer Trächtigkeit einen ausreichenden Impfschutz haben.
Individuelle Auslandsimpfschutz-Beratung
So bleibe ich gesund!
Größe schützt vor Krankheit nicht! - Deshalb lässt auch Bull Mastiff "Leon" die Impfung klaglos über sich ergehen.
Damit Sie und Ihr Hund gesund wiederkommen
Wenn Sie eine Auslandsreise mit Ihrem Tier planen, sollten Sie sich auf jeden Fall einige Wochen vorher von Ihrem Tierarzt individuell beraten lassen, welche Impfungen und Vorbeugemaßnahmen notwendig sind. Denn nur er kann abwägen, ob bei Ihrem Tier eventuell auch Gründe gegen eine Impfung sprechen können.
Erforderliche Impfungen beim Hund
Sie sollten Ihren Hund gegen folgende Infektionskrankheiten impfen lassen:
Staupe
Parvovirose (Katzenseuche)
Hepatitis
Leptospirose
Tollwut
Unter Umständen sind folgende Impfungen sinnvoll:
Zwingerhusten
Borreliose
Impfkalender
Grundimmunisierung:
  • Bereits in der 5.-6. Lebenswoche
    gegen Staupe/ Parvovirose impfen
  • Ab Beginn der 7. Lebenswoche
    Erste Impfung gegen Staupe/ Hepatitis/ Leptospirose/ Parvovirose/ Parainfluenza
  • Ab Beginn der 12. Lebenswoche
    Erste Impfung gegen Tollwut/ Borreliose
    Zweite Impfung gegen Staupe/ Hepatitis/ Leptospirose/ Parvovirose/ Parainfluenza
  • Ab Beginn der 16. Lebenswoche
    Zweite Impfung gegen Borreliose
  • Vor Infektionsrisiko (Pension, Hundeschule, Hundeplatz, etc.) mind. 5 Tage vorher
    Erste Impfung gegen Bordetella (Teil des Zwingerhusten)
Nachimpfung:
  • Jährlich impfen gegen
    Tollwut/ Staupe/ Hepatitis/ Leptospirose/ Parvovirose/ Parainfluenza (Zwingerhusten)/ Borreliose
  • Bei hohem Infektionsdruck Impfung gegen
    Bordetella alle 6 - 10 Monate
    Borreliose alle 6 Monate
Vorbedingungen für die Impfung:
  • Es dürfen nur gesunde, parasitenfreie Tiere geimpft werden. Lassen Sie Ihren Hund vor einer Impfung entwurmen!
  • Ihr Tierarzt kontrolliert den Gesundheitszustand Ihres Tieres anlässlich der Impfung.
  • Vor Auslandsreisen sind weitere Impfungen unter umständen notwendig.
  • Erwachsener Hund: Sollte Ihr Hund noch keine Grundimmunisierung bzw. gar keinen Impfschutz haben, ist es dafür nie zu spät! Sie sollten in jedem Fall auch einen ausgewachsenen Hund impfen lassen!
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