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Conjunctivitis follicularis - Nickhautfollikel
Als Conjunctivitis follikularis oder Follikelkatarrh wird eine chronische Bindehautentzündung bezeichnet, die durch die sogenannten Nickhautfollikel ausgelöst wird. Die Erkrankung betrifft hauptsächlich junge Hunde. Oft tritt der Follikelkatarrh in Verbindung mit rassebedingten Lidanomalien (z.B. Entropium) auf. Ursache für das chronische Entzündungsgeschehen ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems im Augenbereich, wodurch es zum Anschwellen der Lymphplatte auf der Innenfläche des 3. Augenlides (Nickhaut) kommt. Die Innenfläche des 3. Augenlides ist nun nicht mehr schön glatt und eben, sondern durch die Bläschenbildung uneben wie die Oberfläche einer Himbeere. Bei jedem Lidschluß reibt diese unebene Oberfläche nun über die Hornhaut, wodurch es zu Reizungen und Entzündungen kommt. In besonders schweren Fällen kommt es zusätzlich zur Ausbildung lymphoider Follikel ("glasige Bläschen") an der Außenfläche der Nickhaut sowie im unteren und oberen Bindehautsack. Das Auftreten der Erkrankung meistens bei Junghunden, erklärt sich damit, dass ihr Immunsystem noch nicht so ausgereift ist und daher schnell zu heftig reagieren kann.

Funktion des 3. Augenlides:
Neben dem oberen und unteren Augenlid stellt das 3. Augenlid (beim Mensch nur noch rudimentär vorhanden) einen zusätzlichen Schutz des Augapfels dar. Wichtige Funktion der Nickhaut ist auch das unterstützende Sezernieren und gute Verteilen von Tränenflüssigkeit. Außerdem hält sie wie ein "Scheibenfischer" bei jedem Öffnen und Schließen des Auges die Hornhaut sauber. Zellen zur Immunantwort auf der Innenseite des 3. Augenlides dienen ebenfalls der Gesundheit des Auges.
Inka
Typisch für eine chronische Bindehautentzündung sind Fellverfärbungen unter dem inneren Augenwinkel, die durch den permanenten Augenausfluß entstehen.
Symptome der Conjunctivitis follicularis:
Gerötete Bindehäute, vermehrter Tränenfluß bis hin zur schleimig-eitrigen Sekretbildung, zum Teil Juckreiz (Hund reibt sich die Augen mit den Pfoten oder am Boden), chronische Verlaufsform, d.h. trotz Salbenbehandlung kommt es immer wieder zu Conjunctivitis.

Diagnosestellung:
Mit Augentropfen, die ein Lokalanästhetikum enthalten, wird das Auge betäubt. Eine spezielle Pinzette ermöglicht es nun das 3. Augenlid vorzuziehen, um dahinterzuschauen. Liegt ein Follikelkatarrh vor, zeigt sich hier das typische Bild der himbeerartigen Anschwellung der Nickhautrückseite.
 
Therapie:
Sind Nickhautfollikel vorhanden, werden diese mit einem sogenannten scharfen Löffel abgeschabt (Curettage). Im Anschluß an dieses Prozedere wird das Auge mit physiologischer Kochsalzlösung gespült und über ca. 5 Tage mit antibiotischer Augensalbe zur Abheilung des Entzündungsgeschehens behandelt. Nach der rein antibiotischen Therapie kommt jetzt für eine weitere Woche eine Augensalbe zum Einsatz, die sowohl das spezielle Antibiotikum als auch eine Kortisonkomponente enthält, um jetzt auch der überschießenden Immunreaktion entgegenzuwirken. Bei starker Reizung des Auges bzw. ausgeprägtem Juckreiz ist das Tragen eines Halskragens als Kratzschutz bis zur Genesung sinnvoll.
Liegt als Primärursache für die Conjunctivitis follikularis eine Lidanomalie vor, ist diese chirurgisch zu beheben.
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